Tsunami in Rom
Monsignore Scicluna hat zehn Jahre lang im Namen des Vatikan Missbrauchsfälle aufgeklärt. Er spricht zum ersten Mal über Schockwellen und Vertuschung, über den Zölibat und die Kraft der Wahrheit.
Monsignore Scicluna hat zehn Jahre lang im Namen des Vatikan Missbrauchsfälle aufgeklärt. Er spricht zum ersten Mal über Schockwellen und Vertuschung, über den Zölibat und die Kraft der Wahrheit.
Nach dem Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. kommt es an diesem Montag zu der ersten Zusammenkunft der mehr als 200 Kardinäle während der Sedisvakanz. Womöglich wird der Beginn des Konklaves zur Papstwahl vorgezogen.
Die westlichen „Freunde Syriens“ wollen die Gegner des Assad-Regimes stärker unterstützen, allerdings ohne Waffen zu liefern. Der französische Präsident Hollande reiste derweil zu Gesprächen nach Moskau. Russlands Präsident Putin will die „interessanten“ Vorschläge Frankreichs bei Wein oder Wodka prüfen.
Sieben Jahre, zehn Monate und neun Tage dauerte das Pontifikat von Benedikt XVI. Jetzt hat für die römisch-katholische Kirche die Zeit ohne Papst, die Sedisvakanz, begonnen. Am Freitag hat der Vatikan nun die Kardinäle offiziell aufgefordert, sich für das Konklave in Rom zu versammeln.
Papst Benedikt XVI. ist nicht länger Oberhaupt der katholischen Kirche. Seine Amtszeit ging an diesem Donnerstag um 20 Uhr zu Ende. Mit dem Hubschrauber verließ er um 17 Uhr den Vatikan nach Castel Gandolfo. Dort verabschiedete er sich mit einem letzten Apostolischen Segen von der Bevölkerung.
Rückblick am freiwilligen Ende eines Pontifikats: Benedikt XVI. haben vor allem die klassischen Fragen der abendländischen Christenheit interessiert. Sein Projekt, den Glauben als vernünftige Option vorzulegen, machte nicht an den Grenzen der Kirche halt.
Castel Gandolfo ist von alters her Rückzugsort der Päpste. Hierher kommen sie, wenn es ihnen in Rom zu heiß, zu stickig, zu schmutzig wird. Wenn Benedikt XVI. dort am Nachmittag landet, wird er nur noch wenige Stunden Papst sein.
Der Rückzug Papst Benedikts XVI. als Akt einsichtsvoller Selbstbescheidung steht im eindrucksvollen Kontrast zum öffentlichen Sterben Johannes Pauls II. vor acht Jahren. Doch über dem einen wie dem anderen Ende des Pontifikats liegen dieselben Schatten.
Die Außenminister Amerikas und Frankreichs wollen die syrischen Rebellen stärker unterstützen. John Kerry ließ offen, ob Washington die Lieferung von Schutzwesten und anderer defensiver Ausrüstung erwägt.
Unter dem Jubel Hunderttausender hat Benedikt XVI. auf dem Petersplatz seine letzte Generalaudienz eröffnet. Benedikt dankte den Gläubigen - und sprach von „schwierigen Momenten“ in seinem Pontifikat.
Offiziell kam Benedikt XVI. erst sechs Jahre nach seiner Wahl in die Heimat. Sein Verhältnis zur Kirche in Deutschland und ihren Repräsentanten war von Distanz geprägt.
Nach der Wahl in Italien wächst die Sorge vor einer politischen Krise im Land - keine Partei konnte in beiden Parlamentskammern eine Mehrheit gewinnen. Bersani vom Mitte-links-Bündnis sprach vom Beginn der Zeit der Diplomatie. Auch Berlusconi zeigte sich offen für Koalitionsverhandlungen.
Das Wahlergebnis hat die politische Landschaft Italiens völlig verändert. Wer ist der Komiker Beppe Grillo, der aus dem Stand ein Viertel der Stimmen auf sich vereinigen konnte?
Ganz Europa zeigt sich besorgt über das Wahlergebnis in Italien. Bundesaußenminister Guido Westerwelle fordert die rasche Bildung einer „stabilen und handlungsfähigen Regierung“. Die Börsen in Europa gehen unterdessen auf Talfahrt.
Wenn die Vernunft schläft, triumphieren die Populisten: Die antieuropäische Aggressivität, welche den italienischen Wahlkampf durchzog und die sich auch im Wahlergebnis für Berlusconi und Grillo ausdrückt, gibt zu denken. Eine handlungsfähige Regierung in Rom ist in weite Ferne gerückt.
Beppe Grillo ist ein Sieger der Wahl - aber ins Parlament geht er nicht. Die Neulinge, die seine Bewegung in die Kammern schickt, dürften bald umgarnt werden.
Papst Benedikt XVI. hat einige Wahlbestimmungen geändert, um das Konklave früher einberufen zu können. Kardinal O’Brien trat derweil wegen des Vorwurfs „unziemlichen Verhaltens“ zurück.
Der Komiker und Politprediger Beppe Grillo befindet sich auf dem Vormarsch, Berlusconi verordnet das Lächeln. Und alle wollen Gelder ausgeben, die beim besten Willen nicht da sind. Römische Elegien.
Wegen „unangemessenen Verhaltens“ ist Kardinal Keith O’Brien zurückgetreten. Benedikt XVI. nahm das Rücktrittsgesuch an. Der Papst selbst ermöglichte unterdessen, dass das Konklave zur Wahl seines eigenen Nachfolgers früher beginnen kann, als die bisherigen Regeln es zuließen.
Die syrische Opposition hat gegen „internationales Schweigen“ im Syrien-Konflikt protestiert. Internationale Verhandlungen über die Zukunft Syriens wolle man daher boykottieren. Amerika verurteilte derweil den Raketenbeschuss Aleppos.
Unter dem Jubel von Zehntausenden Gläubigen hat der scheidende Papst Benedikt XVI. sein letztes Angelus-Gebet zelebriert. Das Konklave für den nächsten Papst soll am 10. März beginnen.
Selbst am Tag der Wahl wissen viele Italiener noch nicht, wem sie ihre Stimme geben - wenn überhaupt. Denn das Vertrauen in die alten Parteien ist gering. Das zeigt auch ein Besuch in Sizilien, der Region, die eine entscheidende Rolle bei der Machtverteilung spielen wird.
Der Kandidat der Demokratischen Partei in Italien, Pierluigi Bersani, gilt als pragmatischer Traditionalist. Lange wurde er als Favorit gehandelt, doch den Palazzo Chigi dürfte er wohl nur mit Mühe erreichen.
Giambattista Valli entwirft die schönsten Abendkleider. Auch in Hollywood kommt er damit an. Trotzdem wird er in der Nacht zum Montag gut schlafen.
Nach zehn Jahren Vorarbeit haben die deutschen Bischöfe das neue Gotteslob vorgelegt. In Form und Inhalt soll es dem Strukturwandel der Kirche Rechnung tragen. Vom ersten Adventssonntag an wird es als Gebet- und Gesangbuch in Deutschland und Österreich verwendet.
Alte Tugenden sehr modern und sinnlich in Szene gesetzt: Das Frankfurter Städel zeigt eine hinreißend schöne Auswahl von Bildern aus der Epoche des Klassizismus.
Der frühere Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, soll pädophile Priester gezielt vor einer Strafverfolgung geschützt haben. Gegen seine Teilnahme an dem Konklave zur Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. regt sich Widerstand in den Vereinigten Staaten und in Italien.
Kein Papst, keine Regierung, dafür ein Berlusconi: Italien wählt ein neues Parlament. Die halbe Welt hat Angst vor einem Comeback des Medienmoguls. Und die Italiener?
Noch bis Ende Februar gilt die päpstliche Routine: Um sechs Uhr klingelt der Wecker, es folgen Audienzen. Doch viel lieber sitzt Papst Benedikt XVI. an seinem Schreibtisch.
Das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. könnte bereits vor dem 15. März beginnen. Das sagte Vatikansprecher Lombardi am Samstag in Rom.
Seit Monaten war die Stelle vakant, nachdem der frühere Chef wegen interner Querelen gehen musste. Nun übernimmt der deutsche Anwalt Ernst von Freyberg den Chefposten der Vatikanbank.
Als Bücher noch geholfen haben: Der Schriftsteller Delius ist ein genauer Beobachter der deutschen Zeitgeschichte und dabei voll subtiler Widerspenstigkeit
Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner letzten Generalaudienzen vor seinem angekündigten Rücktritt bei den Katholiken weltweit für ihre Unterstützung bedankt und zu weiteren Gebeten aufgerufen.
Pentling, eine kleine Gemeinde im Landkreis Regensburg, ist für den Papst „im tiefsten Sinn ein Daheim“. In seiner Beziehung zu dem Ort wird die menschenfreundliche Seite von Benedikt XVI. erkennbar.
Wie der Rücktritt Benedikts XVI. das Verständnis des Papsttums verändert: Das höchste Amt der römisch-katholischen Kirche ist de facto zu einem Amt auf Zeit geworden.
Wer wird die Nachfolge von Benedikts XVI. antreten? Zwar haben die Europäer immer noch die Mehrheit im Konklave der Kardinäle. Doch auch Kandidaten aus Amerika oder Afrika könnten Chancen haben.