Die Assads und die Tyrannei einer Minderheit
Syrien war jahrzehntelang ein Mafia-Staat, in dem die Nähe zur Herrschaftsfamilie über alle Möglichkeiten und Lebenswege entschied. Wie war es eigentlich dazu gekommen?
Syrien war jahrzehntelang ein Mafia-Staat, in dem die Nähe zur Herrschaftsfamilie über alle Möglichkeiten und Lebenswege entschied. Wie war es eigentlich dazu gekommen?
Es ist gut, dass die Bundesregierung sechzig Millionen Euro für Syrien bereit gestellt hat. Aber das reicht nicht. Berlin muss die deutschen Interessen definieren.
Dass Menschen, die zigfach vorbestraft sind, das Land nicht verlassen müssten, sei unerträglich, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in einem Interview. SPD-Politiker Weil will die Willkommenskultur ersetzen.
Nach dem Ende der Herrschaft des Machthabers Baschar al-Assad in Syrien werden zehntausende Menschen vermisst. Angehörige verlangen, dass das Schicksal verschwundener Inhaftierter aufgeklärt wird.
Deutschland ist einer der wichtigsten Geberländer syrischer Entwicklungshilfe. Nach dem Sturz Assads zeigt sich die Bundesregierung zurückhaltend in ihrer Unterstützung.
Die jüngste Gewalt muss nicht der Beginn einer neuen Etappe im Bürgerkrieg sein. Aber sie zeigt, dass die neue Führung in Damaskus das Land noch nicht unter Kontrolle hat.
Der Folter-Prozess gegen den Syrer Alaa M. neigt sich langsam dem Ende zu. Welchen Einfluss die veränderte Situation in Syrien auf die Verhandlung haben wird, ist ungewiss.
Der Präsident ein Drogendealer, die Wirtschaft ruiniert, die Bürger verarmt: Das war Syrien unter Assad. Dabei hat das Land Öl, Menschen und potentielle Investoren. Die ersten strecken schon ihre Finger aus.
Der Widerstand von Anhängern des gestürzten Regimes ist noch nicht gebrochen, die Festnahme eines Offiziers endet blutig. Andernorts demonstrieren Mitglieder religiöser Minderheiten, die der neuen Regierung nicht trauen.
Eine syrische Familie kommt zu Weihnachten vor neun Jahren in die Südeifel. An ihr sieht man, wie Integration gelingt – und wieso die Kapazitäten der Kommunen begrenzt sind.
Die Christen in Syrien erleben derzeit keine Repressionen durch die neuen islamistischen Machthaber. Aber sie haben Angst, zu Bürgern zweiter Klasse zu werden.
Anas Modamani floh 2015 aus Syrien nach Deutschland – und machte ein Selfie mit Angela Merkel. Inzwischen ist er seit fünf Jahren mit einer Ukrainerin zusammen. Wie meistert das Paar die Hürden auf dem Weg zur Integration?
Die Türkei sieht die kurdischen Milizen im Norden Syriens als Bedrohung. Syriens neuer Machthaber sichert zu, alle bewaffneten Gruppen im Land würden bald „ihre Auflösung“ bekanntgeben.
Unter Assad konnten Christen ihren Glauben relativ frei leben. Die neuen Machthaber in Syrien versichern, dass das so bleibt. Aber viele Christen sind besorgt.
Als ich im Sommer in Bukarest den Palast Ceausescus besuchte, musste ich an den Palast Assads in Syrien denken. „Haus des Volks“ heißt er – und war wie in Damaskus von der Bevölkerung zusammengeklaut.
Um in Syrien zu Frieden und Stabilität zu kommen, müssten sich auch die kurdischen Milizen ins Glied fügen, die selbst keine weiße Weste haben. Die Drohung aus Ankara kann da sogar helfen.
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat bei ihrem Besuch in der Türkei deutlich gemacht, dass die Sicherheit der Kurden und Kurdinnen im Norden Syriens nicht gefährdet werden darf.
Seine HTS-Miliz gilt noch immer als Terrororganisation. Doch nun setzte sich Washingtons Nahost-Spezialistin mit Ahmed al-Sharaa an einen Tisch. Er habe versprochen, dass von Syriens Islamisten keine Bedrohung ausgehe.
Es muss in unserem ureigenen Interesse sein, dass wir Syrien nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Unabhängig davon, dass die Diskussion um Rückführungen zwar legitim, aber zu verfrüht ist.
Im Nordosten Syriens kämpfen kurdische Einheiten gegen Milizen, die von der Türkei unterstützt werden. Das könnte vor allem dem „Islamischen Staat“ nutzen. Die syrischen Kurden appellieren an den Westen.
Innerhalb weniger Tage fiel Assads Herrschaft in Syrien in sich zusammen. Ob das Land nun zu Frieden und Stabilität findet, hängt auch von seinen Nachbarn ab. Für die Region bedeutet Assads Ende eine tiefe Umwälzung.
In Idlib hat Abu Muhammad al-Golani über Jahre an einem neuen Image gearbeitet. Vor Ort loben selbst ausländische Organisationen, er habe sich pragmatisch verhalten.
Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Assad verlegt Russland offenbar seine Luftverteidigung nach Libyen. Dort könnte ein Verbündeter Moskaus profitieren. Der Überblick
Die Levante erlebt eine geopolitische Neuordnung. Dabei könnte die Eroberung von Damaskus auch europäischen Dschihadisten Aufwind verleihen. Ein Gespräch mit dem französischen Nahostexperten Gilles Kepel.
Nicht nur Syrien ist in Aufruhr. Doch bietet das dritte Beben in dieser Region in gut 20 Jahren endlich eine Chance auf eine Demokratisierung, Frieden und freien Handel? Israel, die Türkei und die USA ziehen die Fäden.
Der Fernsehsender CNN zeigt anrührende Bilder von der Entdeckung eines Mannes in einem syrischen Gefängnis. Jetzt stellt sich heraus: Er war wahrscheinlich eher ein Täter als ein Opfer.
Nach dem Machtwechsel in Syrien steht eine Heimkehr syrischer Geflüchteter im Raum. Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor den Folgen für den Arbeitsmarkt. Diese Berufe würde es besonders hart treffen.
Hunderttausende Syrer haben in Deutschland Zuflucht gefunden. Einige von denen, die arbeiten können, haben einen Job. Was passiert jetzt mit ihnen – und mit den anderen?
Als Leiter der EU-Delegation ist der deutsche Diplomat Michael Ohnmacht damit betraut, Gesprächskanäle in Syrien zu öffnen. Manche Erfahrung aus dem zerfallenen Libyen könnte ihm helfen.
Der türkische Präsident Erdoğan genießt seine neue Bedeutung seit dem Sturz Assads und stellt Forderungen an die EU. Kommissionspräsidentin von der Leyen hält sich mit Kritik zurück.
Wie viel Optimismus ist sinnvoll, wie viel Pessimismus ist nötig beim Blick auf die aktuelle Lage in Syrien?
Erdoğan kann den Job in Syrien nicht für die Europäer erledigen. Auch für das Land ist jetzt eine Rückkehr von Flüchtlingen wichtig. Darum müssen sich die Europäer selbst kümmern.
Brüssel will mit der neuen islamistischen Führung Syriens in Kontakt treten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte an, der zuständige Botschafter werde Gespräche mit der HTS-Miliz aufnehmen.
Luftangriffe auf Syrien +++ Christian Lindner im Interview +++ Rezension des Buches „329 Tage zur Deutschen Einheit“ +++ Mercosurvertrag +++ Gefälschte „Hitler-Tagebücher“
Die Vertrauensfrage im Bundestag soll den Weg für Neuwahlen ebnen, der Tarifstreit bei VW geht in die nächste Runde und der Feuerzeug-Wurf von Berlin hat ein Nachspiel. Der F.A.Z. Newsletter