Pjöngjang droht Südkorea mit Angriff ohne Vorwarnung
Während der Staatsfeiern zum Gedenken an den früheren nordkoreanischen Staatschef Kim Il-sung wurde auf martialische Gesten verzichtet. Doch verlauten aus Pjöngjang wieder Drohungen.
Während der Staatsfeiern zum Gedenken an den früheren nordkoreanischen Staatschef Kim Il-sung wurde auf martialische Gesten verzichtet. Doch verlauten aus Pjöngjang wieder Drohungen.
Nordkorea feiert den 101. Geburtstag des 1994 gestorbenen Staatsgründers Kim Il-sung. Um seinen Großvater zu ehren, zeigt sich auch Machthaber Kim Jong-un öffentlich. Auf martialische Gesten oder eine Militärparade aber verzichtet Pjöngjang.
Die Drohgebärden des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un sorgen für eine ungewohnte Einigkeit zwischen Peking und Washington. China könnte zum Krisengewinnler werden.
Amerika hofft auf chinesische Hilfe bei der Bewältigung des Nordkorea-Problems. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für einen Austausch zwischen Washington und Peking. Beide Seiten zeigen sich ungewohnt gesprächsbereit.
Seit einem Jahr steht Kim Jong-un an der Spitze Nordkoreas. Weil der Machtwechsel von seinem Vater nicht mehr von langer Hand vorbereitet werden konnte, hat er ihm eine Tante und einen Onkel als Mentoren an die Seite gestellt. Säuberungen in der Partei und im Militär sowie die Vergöttlichung der Person sollen die Macht konsolidieren. Ein Blick hinter die Kulissen.
Vor zwanzig Jahren drohte ein zweiter Korea-Krieg. Pjöngjang hat damals gelernt, wie es eine Krise für sich nutzt. Die Chronik der damaligen Ereignisse liest sich wie ein Drehbuch für den heutigen Konflikt.
Die Welt zittert vor einem Krieg in Korea, in Südkorea aber bleiben die Menschen ruhig. Sie sind Provokationen aus Pjöngjang gewohnt. Kaum jemand erwartet, dass Nordkorea wirklich angreift. Doch die Entschlossenheit zurückzuschlagen ist größer denn je.
Beim Besuch des amerikanischen Außenministers Kerry in Peking hat Chinas Außenminister zur nuklearen Abrüstung in Korea aufgerufen. Chinesische Staatsmedien kritisierten Amerika scharf für ihre Haltung zum Korea-Konflikt.
Während die Welt auf einen Raketenstart oder Schlimmeres auf Nordkorea wartet, wird in Pjöngjang gefeiert. Kim Jong-un lässt sein einjähriges Herrschaftsjubiläum begehen.
Schon vor zwei Jahrzehnten drohte ein militärischer Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm. 1994 erwog Washington ernsthaft einen Militärschlag.
Der Test einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete wäre ein „provokativer Akt“, warnt der amerikanische Außenminister John Kerry in Seoul. Die amerikanischen Geheimdienste sind uneins darüber, ob Pjöngjang über eine einsatzfähige Atomrakete verfügt.
Amerikas Verteidigungsminister spricht von einer „entflammbaren Situation“. Washington sei vorbereitet, auf jede Entwicklung zu reagieren. Seoul erwartet gleich mehrere neue Raketentests Nordkoreas.
Die russische Regierung traut den Nordkoreanern nicht. Sie hätten die Raketentechnik nicht im Griff. Vor allem aber lieferten sie den Vereinigten Staaten Vorwände für eine verstärkte Präsenz in der Region.
Einer der wichtigsten chinesischen Nordkorea-Experten erwartet einen baldigen Krieg auf der koreanischen Halbinsel. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 70 bis 80 Prozent, sagt Zhang Liangui.
Außenminister Guido Westerwelle spricht im F.A.Z.-Interview über die Folgen der Euro-Schuldenkrise. Pjöngjangs Kriegsrhetorik stuft er als „hochgefährlich“ ein. Waffenlieferungen an die Aufständischen in Syrien begegnet er weiter mit Skepsis.
Nordkorea hat allen in Südkorea lebenden Ausländern nahegelegt, das Land zu verlassen. Japan stationierte mitten in Tokio Patriot-Raketen. Wie angekündigt, zog Nordkorea seine Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone Kaesong ab.
Der Unmut über Nordkorea wird nicht mehr verborgen. Nach Präsident Xi Jinping grollt jetzt auch das Militär. Und im Internet wird lebhaft diskutiert.
Die südkoreanische Regierung spricht von „erhöhten Aktivitäten“ auf dem Atomtestgelände im nordkoreanischen Punggye-ri. Indes zieht Pjöngjang zehntausende Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone Kaesong ab.
Es genügt nicht, sich verbal von Nordkoreas Machthabern zu distanzieren. Allein Peking könnte seinen Zögling spüren lassen, dass unverantwortliches Handeln auch Folgen hat.
Angesichts anhaltender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat sich Chinas Staats- und Parteichef erkennbar vom Verhalten Nordkoreas distanziert. Kein Land dürfe aus Eigeninteressen die Region oder gar Welt gefährden, sagte Xi Jinping.
Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist weiter angespannt. Zur Vermeidung einer weiteren Eskalation verschieben die Vereinigten Staaten einen Raketentest und vertagen Militärgespräche mit Südkorea.
Wenn ein Dreißigjähriger den Vereinigten Staaten mit einem Atomschlag droht und sämtlichen Diplomaten mitteilt, sie dürften sich nicht mehr sicher fühlen, wirkt das ziemlich irre. Ist es das aber auch?
Nordkoreas Ultimatum an diplomatische Vertretungen in Pjöngjang lässt die Entsendestaaten unbeeindruckt. Die deutsche Vertretung blieb am Samstag arbeitsfähig. Washington stationiert angesichts der Drohungen derweil erstmals eine Aufklärungsdrohne in Japan.
Die Vereinigten Staaten schließen einen abermaligen Raketenstart Nordkoreas nicht aus. Die Regierung verfolge Berichte über entsprechende Vorbereitungen in Nordkorea sehr genau, heißt es aus dem Weißen Haus.
Nordkorea hat der Bundesregierung empfohlen, die deutsche Botschaft in Pjöngjang zu räumen. Im Laufe des Tages war eine ähnliche Empfehlung auch an Großbritannien und Russland ergangen. Das Auswärtige Amt gab an, die Sicherheit der Botschaft laufend zu überprüfen.
Südkorea hat zwar weniger Soldaten, dafür sind sie aber wesentlich besser ausgerüstet als ihre Widersacher im Norden der Halbinsel. Dort beeindruckt vor allem die große Masse. Ein Vergleich.
Nordkorea spielt mit dem Feuer, beinahe täglich wird an der Eskalationsschraube gedreht. Washington muss darauf reagieren, Peking müsste es endlich auch.
Die Vereinigten Staaten werden auf der Insel Guam ein Abwehrsystem gegen Raketen stationieren. Verteidigungsminister Hagel nennt Nordkorea eine „reale und klare Gefahr“. Dessen Militärführung droht derweil offiziell mit einem Atomangriff.
Mitten in der angespannten Lage hat Kim Jong-un einen Wirtschaftsreformer zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Sind Kriegsdrohungen die Begleitmusik zu Wirtschaftsreformen?
Nach der Entsendung zweier amerikanischer Zerstörer in den West-Pazifik kappt Nordkorea die letzte Verbindung zum Süden: Es untersagt Südkoreanern den Zugang zur gemeinsam unterhaltenen Industriezone Kaesong.
China hat - wieder einmal - sein Bedauern darüber ausgedrückt, was Nordkorea derzeit mit seinen Nachbarn in nah und fern veranstaltet. Das Problem ist nur, dass operativ aus Chinas Bedauern wohl nichts folgen wird.
Nordkorea will den Reaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wieder hochfahren. In der Anlage war vor mehr als sechs Jahren waffentaugliches Plutonium hergestellt worden. China reagiert mit Bedauern auf die Ankündigung Nordkoreas.
Wegen der Kriegsrhetorik aus Pjöngjang verschärfen die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Region. Anzeichen auf eine Mobilisierung nordkoreanischer Truppen gibt es dem Weißen Haus zufolge aber nicht. Südkorea droht im Falle einer Provokation mit „starker Vergeltung“.
Die martialischen Verlautbarungen zwischen Nord- und Südkorea haben eines gemeinsam: Sie setzen voraus, dass die andere Seite zuerst angreift. Das könnte eigentlich beruhigen. Was aber hat Nordkorea überhaupt bewogen, diesen Konflikt vom Zaun zu brechen?
Nach einer Woche täglich eskalierender Drohungen hat sich Nordkorea nun zu einem Staat erklärt, der „Atomwaffen zum Zweck der Verteidigung besitzt“. Zum neuen Ministerpräsidenten wurde der als Wirtschaftsreformer geltende Pak Pong-ju ernannt.
Diktatoren sind in ihrer Propagandawelt häufig selbst gefangen. So kennt auch der nordkoreanische Staatsführer Kim Jong-un womöglich nur seine eigene Welt. Das macht den Umgang mit seinem Land so schwierig, wenn nicht gar unmöglich.