Macron gibt in Mali auf
Mit Putschisten, die einen sabotieren, kann man nicht zusammenarbeiten. Auch Berlin muss die Frage beantworten, ob ein weiteres Engagement in Mali noch Sinn ergibt.
Mit Putschisten, die einen sabotieren, kann man nicht zusammenarbeiten. Auch Berlin muss die Frage beantworten, ob ein weiteres Engagement in Mali noch Sinn ergibt.
Marine Le Pen spricht von Erniedrigung, Jean-Luc Mélenchon von Desaster, aber Präsident Macron will keine Niederlage eingestehen.
Nach dem Abzug der Franzosen aus Mali müssen die anderen westlichen Partner versuchen, den Demokratisierungsdruck auf das Militärregime aufrecht zu erhalten
Bringt ein Land nicht selbst die Kraft zur Demokratisierung auf, dann erreichen es westliche Soldaten auch nicht. Die russische Präsenz ist kein Grund, in Mali zu bleiben.
Nach neun Jahren beendet Frankreich seinen Militäreinsatz in Mali. Wenn der betroffene Staat „den Kampf nicht mitträgt“, sei es nicht möglich, den Terrorismus zu besiegen, sagte Staatspräsident Macron.
Frankreich will Europas Sicherheit in der Wüste Afrikas verteidigen. Aber Moskau hat das in Mali mit Söldnern und einer Desinformationskampagne verhindert. Jetzt besiegelt Macron das Ende des französischen Einsatzes.
Verteidigungsministerin Lambrecht übermittelt Mali eine klare Botschaft: Die Bundeswehr bleibt nur, wenn es bald Wahlen gibt – und keine Kooperation mit russischen Söldnern.
Ein Rückzug der Bundeswehr aus dem Krisenstaat wäre verhängnisvoll, sagt Henning Otte. Der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses warnt vor mehr Terrorismus. Deutschlands Sicherheit ende nicht am Mittelmeer.
Nicht nur in seiner Nachbarschaft versucht Moskau seinen Einfluss auszudehnen. An vielen Orten in Afrika kämpfen immer mehr russische Söldner.
Eine Reise zu den in Mali stationierten Bundeswehrsoldaten musste die Verteidigungsministerin absagen, wegen eines Corona-Falls in ihrem Umfeld. Die Frage nach der Zukunft des Einsatzes wird immer dringlicher.
Nach der Außenministerin erwägt nun auch die Verteidigungsministerin, ob der Bundeswehr-Einsatz in Mali noch eine Zukunft hat. Zuletzt hatte Christine Lambrecht einen Abzug ausgeschlossen.
In Politik und Bundeswehr wachsen die Zweifel am Einsatz deutscher Truppen in Mali. Verteidigungsministerin Lambrecht äußert den Eindruck, "dass wir nicht mehr willkommen sind".
Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, fordert eine schnelle Entscheidung über die Zukunft der Bundeswehrsoldaten in Mali. Sie sei in Sorge – die Rahmenbedingungen würden immer schlechter.
Aus Sicht von Kritikern verschleppt der Putschistenführer Assimi Goita die notwendigen Vorbereitungen für die Präsidenten- und Parlamentswahl.
Der Afrika-Politik Frankreichs fehlten schon Erfolge, bevor die russischen Söldner der Wagner-Gruppe auf dem Kontinent auftauchten. Die Einmischung Moskaus hat Weiterungen über Mali hinaus.
Afrika +++ Putin +++ Meat Loaf +++ Bob Dylan +++ Missbrauch
Nach den kritischen Äußerungen von Außenministerin Baerbock bringen Verteidigungspolitiker der Koalition ihre Zweifel am Einsatz in Mali vor.
Außenministerin Baerbock denkt laut über ein Ende des Bundeswehreinsatzes in Mali nach – und erhält viel Unterstützung aus dem Parlament. Der Ärger über die Provokationen der Machthaber ist groß.
Noch vor kurzem hatte die Bundesregierung deutlich gemacht: Trotz Frankreichs Abzug halte man am Mali-Einsatz fest. Jetzt schlägt Außenministerin Annalena Baerbock andere Töne an.
Nach der Ausweisung des französischen Botschafters aus Mali wächst die Kritik an Präsident Macron. Das sei eine „Demütigung“, so das rechtsextreme Lager.
Erst die eigenen Bürger, dann die anderen: Beim Impfen denken die einkommensstarken Länder egoistisch. Dass das eine gefährliche und kurzsichtige Einstellung sein könnte, legt eine Modellstudie nahe.
Nach der Ausweisung des französischen Botschafters aus Mali erhebt die Opposition schwere Vorwürfe gegen Präsident Emmanuel Macron. Die EU verhängt derweil Sanktionen gegen das Militärregime.
In Burkina Faso, Mali und Guinea stoßen die Staatsstreiche auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Viele Bürger dort sehen in den Putschisten Reformer und Hoffnungsträger.
Die Militärjunta in Mali provoziert Paris und verweigert Überflugrechte. Außenminister Le Drian spricht von doppeltem Vertragsbruch. Auch für die Bundeswehr könnte der Einsatz zu Ende gehen.
Im Dreiländereck zwischen Niger, Mali und Burkina Faso geraten die Dinge für die Europäer außer Kontrolle. Sie drohen ein Vakuum zu hinterlassen, das von Russland gefüllt wird.
Die Bundesregierung ist überzeugt von der Anwesenheit russischer Söldner in Mali. Deswegen werden deutsche Soldaten nicht weichen, sagt die Verteidigungsministerin. So einfach werde man es Russland nicht machen.
Das Militärregime in Bamako geht gegen diejenigen vor, die Mali helfen wollen. Afrikanische und westliche Partner werden boykottiert. Auch russische Söldner werden zur Belastungsprobe. Berlin prüft den Abzug.
Der Westen zieht sich zurück, dafür kommen nun russische Kräfte in das afrikanische Land. Die Bevölkerung stört das kaum, sagt die Politikexpertin Ornella Moderan.
Das Verhältnis zwischen der internationalen Gemeinschaft und der Militärregierung ist wegen der abgesagten Wahlen und russischen Söldnern im Land angespannt. Nun wird die Arbeit der Operation Minusma behindert.
Die internationalen Sanktionen wegen verschobener Wahlen führen dazu, dass die Kritik an der Militärregierung beinahe verstummt – und sich Demonstranten hinter die Junta stellen.
Die Verschiebung der Wahlen durch die Junta in Mali belastet die Beziehungen zu den westafrikanischen Nachbarn. Die Ecowas-Staatengemeinschaft reagiert mit drastischen Sanktionen, die erhebliche wirtschaftliche Folgen haben könnten.
Die Lage in Mali wird immer schlechter. Trotzdem lässt sich Verteidigungsministerin Lambrecht Zeit mit einem Besuch der Bundeswehr-Truppen. Das ist symptomatisch für die deutschen Auslandseinsätze generell.
Erst vor einem Monat hat Frankreich Truppen aus Timbuktu abgezogen. Nun gibt es Berichte über das Auftauchen der russischen Söldner-Gruppe Wagner in Mali. Das stellt die Beziehungen zum Westen auf die Probe.
Die Wehrbeauftragte fordert zum Jahresauftakt eine schonungslose Analyse von Minusma und EUTM. Zudem warnt sie vor einer Situation, in der die Amerikaner nicht mehr mit der Bundeswehr üben.
Die USA reagieren schockiert auf den Anschlag auf einen Bus in Zentral-Mali. Bewaffnete hatten das Feuer auf den Bus eröffnet, als dieser vom Dorf Songho zu einem Markt im zehn Kilometer entfernten Bandiagara fuhr. 31 Menschen wurden getötet und 17 verletzt.
In Mali und Niger sind bei Angriffen mutmaßlich islamistischer Rebellen rund 140 Personen getötet worden. Noch hat sich niemand zu den Angriffen bekannt.