Hundert Meter vor der Grenze
Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei. Wenn Erdogans Krieg vorbei ist, sollen sie in ihre Heimat zurück. Aber wollen sie das auch?
Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei. Wenn Erdogans Krieg vorbei ist, sollen sie in ihre Heimat zurück. Aber wollen sie das auch?
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sieht im Bundesland deutliche Erfolge bei der Integration. Die AfD hingegen warnt vor einer Zuwanderung in die Sozialsysteme.
Auf der türkischen Seite der Grenze zu Nordsyrien ist der Jubel über den Einmarsch der Armee Erdogans groß. Auf der syrischen Seite weiß niemand, was ihn erwartet.
Die Übereinkunft zwischen Erdogan und Pence hat die Türkei ihren Zielen in Nordsyrien nähergebracht. Dass die Kurden das Abkommen mittragen, ist jedoch zweifelhaft.
Trump zieht aus Syrien ab und überlässt das Krisenland den Russen. Ob Erdogan seine Ziele erreicht, ist noch nicht klar. Aber zwei Sieger dürften schon feststehen. Von unseren F.A.Z.-Woche-Korrespondenten und -Autoren.
Ünal Ceviköz, der Vize-Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP, erklärt im Interview die innenpolitischen Motive des Nordsyrien-Feldzugs – und warum er die Ansiedlung von zwei Millionen Flüchtlingen in der „Sicherheitszone“ für utopisch hält.
Der türkische Krieg hat in nur drei Tagen Zehntausende zur Flucht getrieben. Möglich gemacht hat ihn Trump, der seine kurdischen Bündnispartner fallen ließ. Das kann sich noch rächen.
Trotz Amtsenthebungs-Ermittlungen und Ukraine-Affäre: Amerikas Präsident lässt sich abermals für Beschimpfungen bejubeln. Sein Wahlkampf bleibt so aggressiv wie zuvor.
Der türkische Präsident reagiert auf die Kritik an seinem militärischen Eingreifen in Nordsyrien – und schickt eine Drohung Richtung Brüssel. „Dann öffnen wir eben die Türen“, sagt er mit Blick auf den Flüchtlingspakt mit der EU.
Dem türkischen Präsidenten Erdogan geht es um territoriale Ansprüche und den Kampf gegen die Kurden. Der Politikwissenschaftler Roy Karadag erklärt im Interview, wie der türkische Präsident die syrischen Flüchtlinge dabei zur Waffe macht.
Menschen, die aus Krisengebieten fliehen, leiden oftmals unter psychischen Erkrankungen. Zwar gibt es Beratungsangebote für solche Fälle. Doch das reicht nicht.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden: Journalisten darf der Zutritt zu Flüchtlingslagern nicht verwehrt werden. Ein Urteil zugunsten der Pressefreiheit.
Sollte die Zahl der ankommenden Migranten stark steigen, sei Bundesinnenminister Seehofer bereit, die eingegangen Verpflichtung zu widerrufen, sagt er. Die deutsche Diskussion über die Flüchtlingsaufnahme kritisiert er.
In einem Telefonat überzeugt Erdogan Trump, sich aus dem Nordosten Syriens zurückzuziehen. Den Kurden dort droht eine Massenvertreibung – und danach will Ankara Flüchtlinge ansiedeln.
In einer 30 Kilometer breiten Zone sollen im Kurdengebiet syrische Flüchtlinge angesiedelt werden. Dazu will die Türkei die syrisch-kurdische YPG-Miliz aus dem Gebiet vertreiben. Die Regierung in Ankara stuft die Miliz als terroristisch ein, die Vereinigten Staaten dagegen unterstützen die YPG im Kampf gegen den IS.
Zuwanderer mit gleichem Sprachniveau und gleichem Bildungsstand erzielen laut einer Studie gleich hohe Löhne wie Einheimische. Sprachförderung benötigen den Autoren zufolge aber durchaus auch Deutsche.
Verkehrte Welt: Während die Grünen die von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) vorgeschlagene Flüchtlingsquote von 25 Prozent für Deutschland unterstützen, hagelt es aus den Reihen der Union Kritik. Vor allem ein Argument wird dabei immer wieder angeführt.
Der Unionsfraktionsvorsitzende Brinkhaus sagt, Seehofers Plan zur Aufnahme von Migranten aus dem Mittelmeer, sei nicht aus der Fraktion gekommen. Man müsse prüfen, ob das die Schleusertätigkeit intensivieren würde.
Beide Länder wollen die Asylverfahren in ihrem Land beschleunigen – Rom will die Dauer der Verfahren von bis zu zwei Jahren auf vier Monate verkürzen. Griechenland will außerdem nicht kooperationsbereite Migranten ausweisen.
Der „Flüchtlingspakt“ zwischen der EU und Ankara stand von Anfang an in der Kritik. Doch in der Migrationskrise sind die Europäer auf die Türkei angewiesen, ob sie es wollen oder nicht.
Die Mitglieder des Innenausschusses des EU-Parlaments haben der deutschen Seenotretterin Carola Rackete viel Zuspruch gegeben. Doch einige Abgeordnete fordern eine Gefängnisstrafe.
Bundesinnenminister Seehofer macht sich auf die Reise in die Türkei und nach Griechenland. Er meint es ernst mit seinem Satz: „Die Entwicklung der Migration in der Ägäis verdient unsere erhöhte Aufmerksamkeit.“
Um den wackeligen EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei zu retten, fliegt Bundesinnenminister Seehofer nach Ankara und Athen. Dabei geht es um Drohungen Erdogans, steigende Flüchtlingszahlen, überfüllte griechische Flüchtlingslager und sehr viel Geld.
Die griechische Regierung will in Kürze eine „umfassende Liste“ sicherer Drittstaaten vorlegen, in die Flüchtlinge zurückgeschoben werden können. Hilfe erhofft man sich auch aus Deutschland.
Mehr als 1000 Menschen sind in diesem Jahr bei dem Fluchtversuch über das Mittelmeer gestorben. Das geht aus Zahlen der UN hervor. Derweil nimmt ein Gremium zur Minderung von Fluchtursachen die Arbeit auf
Nachdem der Außenminister den freien Weg in die BRD angekündigt hatte, flüchteten noch mehr DDR-Bürger in die deutsche Botschaft in Prag. Zwei ehemalige Flüchtlinge und ein früherer Botschaftsnachbar berichten.
Das Bild seines ertrunkenen Sohnes wurde zum Symbolfoto der Flüchtlingskrise. Nun möchte sich der Vater des Jungen einer Seenotrettungsmission anschließen – auf dem Boot, das nach seinem Sohn benannt ist.
Gemeinsam mit seiner Frau packte Rolf Mahlke damals das Nötigste und fuhr in die damalige Tschechoslowakei. In Prag wurden vor 30 Jahren DDR-Flüchtlingen freies Geleit in den Westen versichert. Dort wird zum Jubiläum den der Ausreise der Flüchtlinge ein „Fest der Freiheit“ veranstaltet.
In der Ägäis ertrinken mindestens sieben Migranten – darunter zwei Kinder – als ihr Schlauchboot kentert. Zwölf weitere Bootsflüchtlinge konnten gerettet werden.
Erkennt die evangelische Kirche einen Härtefall an, erhalten Flüchtlinge durch Kirchenasyl Schutz und Unterstützung. Das zuständige Bundesamt teilt diese Sicht allerdings nur selten.
Die Regierung von Donald Trump senkt die Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen deutlich ab. Das Außenministerium bezeichnet die Vereinigten Staaten dennoch als „erbarmungsvollste und großzügigste Nation in der Geschichte“.
Die EU arbeitet weiterhin mit der libyschen Küstenwache zusammen, um Schleuserbanden zu zerschlagen. Flüchtlinge retten werden sie jedoch weiterhin nicht. Grund dafür ist ein Veto Italiens.
Während CSU-Politiker Nachbesserungen bei der Flüchtlingsverteilung fordern, begrüßen die Grünen den vereinbarten Notfallmechanismus. Die Oppositionspartei stellt aber noch weitergehende Forderungen an Innenminister Seehofer.
Auf dem Minigipfel auf Malta wird sich zeigen, ob es in der Flüchtlingsfrage eine Lastenteilung in der EU gibt oder ob es beim Widerstreit nationaler Interessen bleibt. Selbst eine Einigung könnte noch viele Probleme offen lassen.
Die „Ocean Viking“ darf mit 182 Geretteten an Bord in Sizilien anlegen. Damit unterstreicht Italiens Regierung abermals ihren Kurswechsel nach dem Abgang von Matteo Salvini. Zu dem Thema trifft heute auch Bundesinnenminister Seehofer europäische Kollegen.
Wer Programmieren lernen will, braucht dafür keine formelle Qualifikation, keinen Uni-Abschluss, im Zweifel noch nicht mal Abitur. Eine Riesenchance für Flüchtlinge? Eine Organisation in Israel macht’s vor.