Hilferuf in der Fußgängerzone
Aus der Ferne will Masoom Gharibyar für die Sicherheit seiner Familie kämpfen. Mit anderen Afghanen geht er dafür auch ungewöhnliche Wege.
Aus der Ferne will Masoom Gharibyar für die Sicherheit seiner Familie kämpfen. Mit anderen Afghanen geht er dafür auch ungewöhnliche Wege.
Schon seit zwei Jahren schlittert Afghanistan dem Abgrund entgegen, doch im Westen nahm man das kaum zur Kenntnis. Wenn überhaupt noch über das Land gesprochen wurde, dann oft verharmlosend und beschönigend. Ein Kommentar.
Mit großem Gefolge ist Kanzlerin Merkel in Indien eingetroffen. Auf dem Programm stehen Afghanistan und der UN-Sicherheitsrat, vor allem aber Wirtschaftskontakte. Das kommt den Indern sehr entgegen.
Neunzehn Menschen sterben in einem Krankenhaus in Kundus. Versehentlich getroffen von amerikanischen Bomben im Kampf gegen die Taliban. Der amerikanische Verteidigungsminister spricht von einem „tragischen Vorfall“
Nach den neuen Angriffen der Taliban will die Bundesregierung offenbar länger als geplant Präsenz in Afghanistan zeigen. Kommende Woche sollen davon die Nato-Partner überzeugt werden.
Die radikalislamische Gruppierung hat sich zu dem Angriff auf eine Militärmaschine bekannt. Bei dem Absturz in der Nähe eines Flughafens wurden alle Passagiere getötet.
Als die Bundeswehr in Afghanistan eingriff, waren die Ziele hoch gesteckt. Jetzt ist das einst von deutschen Soldaten gesicherte Kundus eine Kampfzone. Afghanische Regierungstruppen müssen nun beweisen, dass sie auch alleine den Taliban standhalten können.
Auch Spezialeinheiten der Nato sind nahe des Flughafen von Kundus in Kämpfe mit den Taliban verstrickt. Den afghanischen Regierungstruppen ist es vorerst misslungen, die Stadt zurückzuerobern.
Wie groß die Verzweiflung ist, sich auch als hoch betagter Flüchtling tausende Kilometer weit nach Deutschland durchzuschlagen, zeigt jetzt eine Meldung aus Passau.
Die Einnahme von Kundus durch die Taliban wird die Lage in Afghanistan weiter destabilisieren – und noch mehr Menschen bewegen, ihr kaputtes Land zu verlassen.
Und täglich grüßt das Murmeltier: Wird Ursula von der Leyen doch noch nicht die Verteidigungsministerin sein, die in Afghanistan die Fahne der Bundeswehr einholt?
Test Afghanistan
Einen Tag nach dem Fall von Kundus haben sich Bundeswehr-Soldaten über das Vorgehen der afghanischen Truppen gegen die Taliban informiert. Verteidigungsministerin von der Leyen warnt vor überstürzten Entscheidungen.
Die Plätze für Flüchtlinge in den Integrationskursen an der Volkshochschule sind knapp. Verschiedene Projekte sollen weitere Kapazitäten schaffen.
Sie sind aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet - überwiegend zu Fuß. Nach der Ankunft in Kassel machen Mutter und Tochter dort ihren ersten Einkaufsbummel.
Polio ist noch immer nicht besiegt – trotz Jahrzehnte langer Impfkampagnen. Viren aus Impfungen, die von Immungeschwächten ausgeschieden werden, wurden als Risiko offenbar unterschätzt.
Die große Koalition in Berlin hat den Ländern und Kommunen drei Milliarden Euro zusätzlicher Hilfe für Flüchtlinge in Aussicht gestellt. Doch nicht nur der nordrhein-westfälische Finanzminister hält das Angebot für völlig unzureichend.
Gut beraten? Trotz Forschungswert nimmt die British Library ein Archiv zum Taliban-Regime nicht in seinen Bestand auf: Es verstößt gegen das Anti-Terror-Gesetz.
Trotz der prekären Sicherheitslage besucht Außenminister Steinmeier Kabul, um klarzumachen, dass Afghanistan auch nach dem Truppenabzug nicht vergessen werde. Ein Empfang im Präsidentenpalast erinnert an ein ambivalentes Jubiläum.
Außenminister Steinmeier ist am Sonntag nach Afghanistan gereist.Trotz der jüngsten Anschläge appelliert er an Präsident Ghani, die Friedensgespräche mit den Taliban wieder aufzunehmen.
Familie Rahimi wollte ihr Land nicht verlassen, im Gegenteil: Sie tat viel dafür, um es aufzubauen. Doch als der Vater auf mysteriöse Weise ums Leben kam, floh die Mutter mit vier Kindern. In Hamburg verbringen sie nun die meiste Zeit mit Warten.
In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine deutsche Entwicklungshelferin aus dem Auto gezerrt und verschleppt worden. Niemand bekannte sich bisher zu der Tat.
Syrer, Afghanen, Iraker, Pakistaner und Somalier durchqueren auf ihrem Weg nach Westeuropa Mazedonien. Aber was wird aus ihnen, wenn Ungarn und andere Länder ihre Grenzen schließen?
Europa braucht endlich gemeinsame Regeln für Asyl und Abschiebung. Nirgends wird das klarer als in Calais. Dort ist der tägliche Ansturm von Flüchtlingen unerträglich geworden.
Der frühere Isaf-Kommandeur in Kundus, Rainer Buske, war Anfang 2008 angesichts infrastruktureller Aufbauerfolge optimistisch, dass mit dem Bau von Schulen, Gesundheitseinrichtungen oder neuen Straßen eine Modernisierung des Landes möglich sei.
In Afghanistan ist eine junge Frau wegen einer angeblichen außerehelichen Beziehung von Taliban öffentlich hingerichtet worden.
Extremisten überziehen Afghanistan mit einer Welle der Gewalt. Nach Attacken in der Hauptstadt Kabul wurde nun das frühere Einsatzgebiet der Bundeswehr Ziel ihrer Bomben.
Binnen 24 Stunden erschüttern zwei heftige Explosionen Kabul. Danach sind ganze Straßenzüge der afghanischen Hauptstadt verwüstet. Ziel der Anschläge: die Sicherheitskräfte des Landes und amerikanische Soldaten.
Wegen eines Streits mit dem Verteidigungsministerium hat die Funke-Mediengruppe umstrittene Dokumente zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan aus dem Netz genommen. Das Ministerium hatte mit Zwangsvollstreckung gedroht.
Der Konflikt in Afghanistan fordert immer mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung. Das meldet die dortige UN-Mission. Nur ein kleiner Teil davon gehe jedoch auf Anschläge der Taliban zurück.
Unter dem Deckmantel des Heiligen Krieges sind nach Mullah Omars Tod die blanken Machtinteressen verschiedener Fraktionen der Taliban zum Vorschein gekommen. Eine Spaltung erscheint möglich.
Nach seiner Ernennung zum neuen Führer der Taliban hat sich Achtar Mohammad Mansur mit einer Audiobotschaft gemeldet: Er fordert seine Organisation zur Geschlossenheit auf. Ein Grund dafür dürfte der IS sein.
Die Nachricht vom Tode des Talibananführers Mullah Omar kam nicht überraschend, zu oft schon wurde er für tot erklärt. Unklar ist, wie er gestorben ist. Nutznießer der Nachricht könnten verschiedene Gruppen sein.
Rasch vorstoßen und wieder zurückziehen: Impfhelfer in Nigeria gehen fast wie Guerillakämpfer vor – aus Angst vor uneinsichtigen Islamisten. Doch es hat sich gelohnt: Seit einem Jahr gibt es keinen Fall von Kinderlähmung mehr.
Mehr als 450 afghanische Ortskräfte sind in Deutschland aufgenommen worden, weil Taliban sie bedrohten. Hier kämpfen sie mit dem Bürokratie-Dschungel. Nun sollen Soldaten ihnen helfen – und verzweifeln daran.