Wissen als Bedrohung
Wenn die „nationale Sicherheit“ bedroht ist, darf die türkische Regierung Webseiten sperren - und macht davon häufig Gebrauch. Jetzt hat es Wikipedia getroffen. Ein weiterer Willkür-Akt Erdogans.
Wenn die „nationale Sicherheit“ bedroht ist, darf die türkische Regierung Webseiten sperren - und macht davon häufig Gebrauch. Jetzt hat es Wikipedia getroffen. Ein weiterer Willkür-Akt Erdogans.
Zensur, Verbote und 2000 Freiwillige, die abweichende Meinungen verstummen lassen: Die etablierten Parteien lassen sich viel einfallen, um im kritischen und unbequemen Netz verbrannte Erde zu hinterlassen.
Manches Buch reicht man erst gar nicht zur Zensur ein: In Berlin loten drei iranische Schriftsteller den Spielraum zwischen Politik, Zensur und dichterischer Freiheit in ihrem Heimatland aus.
In der Auseinandersetzung mit Donald Trump geben sich die Konzerne aus dem Silicon Valley als Hüter der Meinungsfreiheit. Was machen sie in China? Sie spielen der Zensur in die Hände.
Selbst Facebook setzt im Kampf gegen Fake News vorerst auf das menschliche Urteil. Anders das von der EU geförderte Projekt „Pheme“. Dort wird an maschineller Auslese gearbeitet.
Im Kampf gegen Fake News hat der Generalsekretär des Europarats vor zu großem Aktionismus gewarnt. Es bestehe die Gefahr, unliebsame Meinungen verbieten zu können.
Vielerorts wird staatliche Zensur zur Normalität - das beeinflusst auch die Kunst. Documenta-Chefin Annette Kulenkampff im Gespräch über die Planung einer „Weltkunstausstellung“ in Zeiten wie diesen.
Ein freier Autor verliert seinen Job bei der russischen Redaktion der Deutschen Welle und sagt, daran müsse Wladimir Putin Schuld sein. Der Sender kontert, die Kündigung habe allein professionelle Gründe.
In Teheran befindet sich eine der bedeutendsten Sammlungen iranischer wie auch westlicher zeitgenössischer Kunst. Ob sie wie geplant in Berlin gezeigt werden kann, ist ungewiss. Die Hintergründe sind kurios. Hat irgendjemand etwas anderes erwartet?
Derzeit ist Facebook in China gesperrt. Angeblich arbeitet das Unternehmen jedoch an einer Software, mit der eine dritte Partei Einträge zensieren kann. Das soll Peking überzeugen, Facebook wieder zuzulassen.
Donald Trump hat bei Facebook 11,7 Millionen Fans. Doch kriegen sie alles zu lesen, was er absetzt? Oder wird einiges gestrichen? Beim Netzwerkkonzern tobt dazu ein heftiger interner Streit.
Die Verhaftung zahlreicher Journalisten ist das auffälligste Einschüchterungsinstrument zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit in der Türkei. Noch weitaus effektiver ist aber etwas anderes.
Durch scharfe Zensur gelangen kaum Infos ins Ausland, aber es brodelt in Italien: Aufstände, Streiks, der Einsatz der Armee im Innern. Mehr zum Thema schreibt die Frankfurter Zeitung vom 20. September 1917.
Der Stadtstaat Singapur investiert kräftig in Bildung, ködert die besten Unis der Welt und sogar Nobelpreisträger. Die Insellage hat jede Menge Vorteile - aber Vorsicht, wenn die Politik ins Spiel kommt.
Der spanische Philologe Jordi Cornellà hat sich mit der Zensur des Franco-Regimes beschäftigt und ist empört: Spanische Verlage verkaufen auch heute noch die zensierten und zusammengestrichenen Texte von damals.
Facebook hat auf die massive Zensur-Kritik reagiert und die Sperrung eines berühmten Bildes aus dem Vietnam-Krieg aufgehoben. Man erkenne die historische Bedeutung des Bildes an, heißt es in einer Stellungnahme.
Apple ersetzt das Revolver-Emoji durch eine Wasserpistole und erntet harsche Kritik. Gesellschaftliche Konflikte kann man nicht einfach wegprogrammieren.
Die Randale im Stadion von Marseille und der Flitzer von Paris sind im TV nicht zu sehen. Die Uefa weigert sich, diese Bilder von der EM anzubieten. Nun reagieren ARD und ZDF.
Die Hoffnung auf einen „Persischen Frühling“ schwindet: Iran setzt weiter auf Zensur und bekämpft die Freiheit im Netz. Nun sieht sie sich auch noch Angriffen von außen ausgesetzt.
Zensur macht doch die Kunst erst komplett: In Nowosibirsk treffen Künstler, Philosophen und Psychoanalytiker auf dem „Schwarzmarkt des Wissens“ zusammen.
Gleichheitsversprechen des schiitischen Islam contra real existierende Ungleichheit: Die Teheraner Buchmesse bietet Anlass zu weitreichenden Fragen nach Zensur und Lebensstil in Iran.
Diesmal geht Google in die Offensive. Denn der Internetkonzern fürchtet Zensur. Dabei kommt das Unternehmen immer weniger Löschanträgen nach.
In einer spitz formulierten Rede hat Martin Sonneborn im EU-Parlament den türkischen Präsidenten Erdogan kritisiert. Dem unter Druck geratenen Musikprojekt „Aghet“ gab er einen Zensurratschlag.
Was die Ausweitung von Erdogans Zensurzone auf ganz Europa bewirkt, zeigt sich in den Niederlanden: Der Außenminister warnt vor den Folgen, die kritische Äußerungen zur Türkei haben könnten.
Die Anmaßungen des türkischen Präsidenten Erdogan nehmen kein Ende. Jetzt will er in Genf ein Transparent entfernen lassen, das seine repressive Politik kritisiert. Den Schweizer Behörden ist es sichtlich unangenehm.
Weil ein Transparent vor dem Sitz der Vereinten Nation in Genf Präsident Erdogan kritisiert, verlangt die Türkei, dass das Motiv entfernt wird. Auch der türkische Parlamentspräsident überrascht mit einer Forderung.
Nicht nur die Künstler und Intellektuellen haben die Nase voll von Zensur und Gängelung. Aber sie besonders. Ein Gespräch mit dem polnischen Film- und Theatermacher Przemek Wojcieszek.
Die Staatsmedien in China sind von der Zensur angewiesen worden, sämtliche Berichte über Offshore-Firmen in Steueroasen zu löschen. Auch in Sozialen Netzwerken wird die Suche nach „Panama Papers“ verhindert – und mit ernsten Konsequenzen gedroht.
Kein Visum für „Antichrist“: Eine fundamentalistische katholische Gruppe geht gegen Filme vor, Richter finden Formfehler, und das Kultusministerium gibt frei, was nicht mit dem Islam zu tun hat.
Der 1922 gegründete bolschewistische Zensurapparat Glawlit war bis in die zweite Hälfte der achtziger Jahre Hüter der leninistischen Ideologie und Stütze der Machtposition der KPdSU. Glawlit fürchtete weniger den Klassenfeind als die eigene, „durch Schlendrian und Inkonsequenz determinierte Arbeitsweise“.
Jeder darf seine Ansichten äußern. Diese Zumutung hat nicht jeder begriffen. Selbst für das Gemeinwesen gefährliche Meinungen dürfen vertreten werden. Doch Unterdrückung von Hetze ist noch keine Zensur. Ein Kommentar.
Die „International New York Times“ in Thailand hat ein Problem: Ihre Drucker streichen einen Artikel nach dem anderen. So bekommt die Zeitung lauter weiße Flecken. Für die Selbstzensur gibt es einen Grund.
Die türkische Polizei geht auch nach den Parlamentswahlen hart gegen regierungskritische Medien vor. Kurz vor dem G-20-Gipfel in Antalya gab es abermals Razzien in Zeitungsredaktionen, die Erdogan nun Zensur vorwerfen.
Zuletzt ließ Recep Tayyip Erdogan den Medienkonzern Koza Ipek stürmen. Kurz vor den Wahlen in der Türkei ist er sich für nichts zu schade. Wie ein Staatspräsident zum Diktator wird.
Ob Angela Merkel bei ihrem Staatsbesuch in Peking auch über die Meinungsfreiheit und das Internet redet? Es wäre nötig, wie eine Zensur-Studie zeigt.
Eine flammenden Rede für die Meinungsfreiheit hielt der Schriftsteller Salman Rushdie zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. Das Recht auf freie Rede dürfe nicht durch religiöse Intoleranz beschnitten werden. Und auch nicht durch Political Correctness.