Das südostanatolische Menetekel
Mitten in der ohnehin aufgeheizten Lage in den Kurdengebieten hat die türkische Luftwaffe Stellungen der PKK bombardiert. Droht nun eine Rückkehr zur alltäglichen Gewalt?
Mitten in der ohnehin aufgeheizten Lage in den Kurdengebieten hat die türkische Luftwaffe Stellungen der PKK bombardiert. Droht nun eine Rückkehr zur alltäglichen Gewalt?
Die Türkei verhält sich gegen den „Islamischen Staat“ weiter passiv und stößt damit ihre Verbündeten vor den Kopf. Das hat Folgen für die innere Stabilität.
Einem mutmaßlichen Salafisten aus Offenbach soll es gelungen sein, trotz einer elektronischen Fußfessel über die Türkei nach Syrien zu reisen. Dort soll der per Haftbefehl gesuchte Hassan M. sich einer islamistischen Terrorgruppe angeschlossen haben.
Weil die Türkei sich weigert, im Kampf gegen die Terrormiliz IS einzugreifen, hat sich der Konflikt zwischen Ankara und den Kurden zuletzt zugespitzt. Nun hat die türkische Luftwaffe Medienberichten zufolge Stellungen der PKK bombardiert.
Wegen der Untätigkeit der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz IS im kurdischen Kobane spricht die PKK von einem Abbruch des Dialogs und droht damit, zum bewaffneten Kampf zurückzukehren. Doch ein Rückfall in alte Zeiten ist kaum vorstellbar.
Seit Wochen stehen türkische Panzer an der Grenze zu Syrien - ohne im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ einzugreifen. Dabei wird auch eines offensichtlich: Die Türkei hat zwar die zweitgrößte Streitmacht der Nato. Doch nicht nur die Ausrüstung ist völlig veraltet.
Im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ dürften ihre Streitkräfte nun Militärstützpunkte in der Türkei nutzen, hatten die Vereinigten Staaten mitgeteilt. Eine entsprechende Einigung gebe es gar nicht, widerspricht die türkische Regierung.
Drei deutsche Fotojournalisten, die am Wochenende im Südosten der Türkei verhaftet worden waren, sind aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Der Staatsanwalt soll nun offenbar über ihre Ausweisung entscheiden.
Ihre zögerliche Haltung im Kampf gegen die Terrormiliz IS hat der türkischen Regierung zuletzt viel diplomatischen Ärger eingebracht. Nun macht Ankara Zugeständnisse: Die internationale Allianz darf künftig die Militärbasen im Land nutzen.
Der französischer Philosoph Bernard-Henri Lévy hat die Türkei für ihre Untätigkeit im Kampf um die syrische Stadt Kobane scharf kritisiert. „Wenn Kobane fällt, wird die türkische Regierung dafür direkt verantwortlich gemacht werden müssen“, schreibt Lévy in einem Gastbeitrag für mehrere Zeitungen.
In der Türkei sind drei deutsche Journalisten verhaftet worden. Was ihnen vorgeworfen wird, blieb zunächst unklar. Der Vorfall ereignete sich im südostanatolischen Diyarbakir, einem der Zentren der Kurdenproteste.
Barack Obama will nicht die selben Fehler wie sein Vorgänger George W. Bush machen. Um Amerika aus dem Konflikt in Syrien und im Irak zu halten, geht er merkwürdige Koalitionen ein. Im Weißen Haus rechnet niemand mit einer schnellen Lösung.
Während sich der Belagerungsring des IS um Kobane schließt, fordern deutsche Politiker ein Eingreifen des türkischen Militärs. Amerikas Verteidigungsminister bezeichnet den Kampf gegen die Dschihadisten als schwierig und kompliziert.
In Sichtweite der Kämpfe in Kobane stehen türkische Panzer - und greifen nicht ein. Kritik daran will Präsident Erdogan nicht zulassen. Er vermutet internationale „Sabotage“.
Mehr als 20.000 Kurden protestieren in Düsseldorf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und die Angriffe auf die nordsyrische Stadt Kobane. Nach Polizeiangaben verlaufen die Proteste bisher friedlich.
In Bosnien funktioniert 19 Jahre nach dem Bürgerkrieg noch immer vieles nicht. Doch eines zeigen die anstehenden Wahlen deutlich: Islam und Demokratie passen zweifellos zusammen.
Trotz des Verlustes ihres Hauptquartiers ist es kurdischen Kämpfern offenbar gelungen, weitere Vorstöße der IS-Miliz in der umkämpften nordsyrischen Stadt zunächst abzuwehren. Die UN warnt derweil vor einem Massaker an der Zivilbevölkerung.
Die Weigerung der Türkei die kurdischen Kämpfer zu unterstützen, könnte noch auf sie zurückfallen. Denn ohne Hilfe wird es keinen Frieden zwischen den beiden Seiten geben.
Bis zu 40 Prozent von Kobane sollen in der Hand des „Islamischen Staates“ sein. Gefallen ist die Stadt damit aber noch nicht. Seit Tagen toben erbitterte Straßenkämpfe.
Die Debatte über eine mögliche Pufferzone in Nordsyrien hilft den in Kobane eingeschlossenen Zivilisten nicht weiter. Hilfsorganisationen dringen darauf, den Flüchtlingen freies Geleit über türkisches Territorium zu gewähren. Die IS-Miliz bringt weitere Stadtteile unter ihre Kontrolle.
Amerika und die Türkei streiten über die richtige Strategie im Kampf gegen den „Islamischen Staat“. Als Bedingung für ein militärisches Eingreifen fordert die Regierung in Ankara offenbar eine Flugverbotszone an der Grenze zum Nachbarland.
Die Terrormiliz Islamischer Staat drängt die sich verzweifelt wehrenden Kurden in der Grenzstadt Kobane immer weiter in die Enge. Trotz der amerikanischen Luftangriffe konnten die Dschihadisten weitere Viertel der Stadt erobern.
Militärisch wäre der Fall von Kobane kein schwerer Schlag. Mit einem Sieg würden die Extremisten zwar an Prestige gewinnen. Aber es passt trotzdem nicht in die Strategie der Anti-IS-Koalition, die Stadt zu retten.
Auch beim Besuch des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg macht die türkische Führung klar, dass sie nicht allein am Boden in Syrien einrücken wird. Und erst recht werde man nicht mit der PKK zusammenarbeiten.
Der Einmarsch der Dschihadisten des IS in die syrische Grenzstadt Kobane scheint nicht aufzuhalten zu sein - weder durch kurdische Kämpfer noch durch amerikanische Luftangriffe. Wie erklärt sich der militärische Erfolg der Terrormiliz?
Kobane ist mehr als eine weitere Etappe auf dem brutalen Eroberungszug des „Islamischen Staats“. Es ist zum Symbol für die Unfähigkeit der Staatengemeinschaft geworden, die Dschihadisten zu stoppen. Die Interessen der westlichen und prowestlichen Staaten sind zu verschieden.
Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ haben in der Nacht zum Donnerstag mehr als ein Drittel von Kobane an der Grenze zur Türkei besetzt. Ankara ist weiter nicht bereit mit Bodentruppen in der syrischen Grenzstadt vorzurücken.
Philipp Mißfelder hat Kritik am Verhalten der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ zurückgewiesen. Schuldzuweisungen gegenüber einem Nato-Partner seien kontraproduktiv, sagte der CDU-Politiker.
Die Nato und Amerika wollen Türkeis Tatenlosigkeit im Kampf gegen die IS-Terrormilizen nicht länger hinnehmen. Entsandte Vertreter machen jetzt persönlich Druck in Ankara. Mit Luftangriffen allein sei die belagerte Stadt Kobane nicht zu retten.
Bundeskanzlerin Merkel wirft der Türkei vor, ihre Prioritäten falsch zu setzen. Die Lage in Deutschland sieht das Bundeskriminalamt angesichts von Straßenschlachten in Hamburg und Celle mit Sorge.
Die Gefechte in Kobane gehen unverändert heftig weiter. Die kurdischen Kämpfer rufen nach internationaler Hilfe. In Istanbul prangern Demonstranten die Tatenlosigkeit der türkischen Regierung an.
Das Drama in Kobane droht auch die Türkei zu zerreißen. Bei Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und kurdischen Demonstranten sind mindestens 14 Personen getötet worden. Auch die Armee kommt zum Einsatz.
Die syrische Stadt Kobane ist seit Tagen heftig umkämpft - trotzdem schreitet die Türkei bislang nicht gegen die IS-Terrormilizen ein. In Washington sorgt die abwartende Haltung des Nato-Mitgliedsstaats offenbar für große Besorgnis.
Die Luftangriffe auf die Terrormiliz IS stellen sich im Kampf um das syrische Kobane als weitgehend wirkungslos heraus. Auch der türkische Präsident Erdogan kritisierte die amerikanische Strategie: „Nur durch Luftangriffe können sie dem Terror kein Ende setzen.“ Die Türkei selbst greift allerdings nicht in den Krieg ein.
In türkischen Städten demonstrieren Kurden gegen die angebliche Unterstützung der IS-Terrormiliz durch die Türkei. Stehen nun auch die Friedensgespräche mit der PKK vor dem Ende?
Erdogan spielt gegenüber den kurdischen Enklaven in Syrien ein gefährliches Spiel und ist dabei, es sich mit allen zu verderben. Es ist eine Illusion zu glauben, der IS-Terror mache an der Grenze zur Türkei halt.