Zombies in Ruinen
In Tunesien fing der Volksaufstand gegen Gewaltherrscher, Korruption und Elend an. Doch zehn Jahre nach dem Beginn der Arabellion ist die arabische Welt in einem trostlosen Zustand. Trotzdem war das Aufbegehren nicht vergebens.
In Tunesien fing der Volksaufstand gegen Gewaltherrscher, Korruption und Elend an. Doch zehn Jahre nach dem Beginn der Arabellion ist die arabische Welt in einem trostlosen Zustand. Trotzdem war das Aufbegehren nicht vergebens.
Zehn Jahre, nachdem sie die Ben-Ali-Diktatur zu Fall gebracht haben, sind viele Tunesier ernüchtert und sehnen sich nach etwas Neuem. Die Verzweiflung im Land wächst – und Populisten erhalten immer mehr Zuspruch.
Donald Trump machte Marokko ein Angebot, das es nicht ablehnen konnte: Washington erkennt seine Ansprüche auf die Westsahara an – wenn die Regierung in Rabat diplomatische Beziehungen zu Israel aufnimmt.
Marokko ist der vierte Staat, den Amerika bewegen konnte, Beziehungen zu Israel aufzunehmen. Alle haben Gegenleistungen erhalten. Das hilft – ersetzt aber keine Verständigung mit den Palästinensern.
Dies sei ein „weiterer historischer Durchbruch“, twitterte der scheidende amerikanische Präsident Donald Trump. Im Gegenzug erkennen die Vereinigten Staaten den marokkanischen Anspruch auf die Westsahara an.
Unzählige Migranten brechen von der Küste der Westsahara zu den Kanaren auf. Dort hindern Polizei und Armee sie bislang nicht daran. Am Mittwoch kenterte ein Boot vor Lanzarote, acht Marokkaner ertranken.
Die Pandemie hat die Krisen in Afrika verschärft. Deshalb versuchen jetzt viele Menschen, die dort keine Zukunft mehr sehen, auf die Kanaren zu fliehen.
Bislang darf jeder in französischen Moscheen predigen. Präsident Emmanuel Macron will das ändern und einen nationalen „Imamrat“ schaffen. Der soll auch republikanische Werte vermitteln. Das Modell wirft viele Fragen auf.
Die neue Moschee in Algier ist die drittgrößte der Welt. Ihr Minarett ist 265 Meter hoch. Entworfen wurde sie in Deutschland. Der monumentale Bau hat im Land nicht nur Bewunderer.
Die Befreiungsfront Polisario beendet nach fast 30 Jahren die Waffenruhe mit Marokko – und mobilisiert ihre Kämpfer. Der Westen der Sahara steht kurz vor einer militärischen Eskalation.
Zum Auftakt der Libyen-Gespräche in Tunis geben die Vereinten Nationen sich hoffnungsvoll, dass der blutige Konflikt beigelegt werden kann. Aber Diplomaten erwarten, dass es Störfeuer geben wird.
Ein baskischer Lehrer reist mit Schülern in Flüchtlingslager der Westsahara, um zu helfen. Er findet, obwohl diese Menschen nichts haben, zeigen sie uns alles.
Die Zahl der Abschiebungen von Migranten aus Algerien hat in den vergangenen Wochen drastisch zugenommen. Viele der Menschen werden in Lastwagen bis an die Grenze mit Niger gebracht – und dann einfach in der Sahara ausgesetzt.
In Tunesien ist ein Mann festgenommen worden, der sich im Namen einer bisher unbekannten Gruppe zu dem Messerangriff in Nizza bekannt hatte. Die Behörden bezweifeln, ob es diese Gruppe wirklich gibt.
Brahim Aouissaoui soll bei dem Angriff in der Basilika Notre-Dame in Nizza drei Menschen brutal getötet haben. In Tunesien war er Motorrad-Mechaniker, erzählt seine Familie. Er sei ein Einzelgänger gewesen. Seit einiger Zeit habe er sich stärker dem Islam zugewandt.
Der Attentäter von Nizza kam in einem Flüchtlingsboot nach Europa. Er schien ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Von Italien aus schlug er sich bis Frankreich durch.
Die Protestbewegung in Algerien hat lange für eine Verfassungsreform demonstriert. Doch die überarbeitete Version, über die Präsident Tebboune jetzt ein Referendum abhalten lässt, kritisiert sie scharf.
Die tunesische Regierung hat zum Messerangriff in Nizza klar Stellung bezogen. Man stelle sich solidarisch an die Seite Frankreichs, heißt es. Die Justiz in Tunis leitet Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Attentäter ein.
100 Kilometer ist die Hamburgerin Judith Havers durch die Wüste Tunesiens gelaufen. Sie kam als Erste ins Ziel und erzählte, dass ihr etwas viel mehr zusetzte als die 38 Grad ohne Schatten.
Immer mehr Menschen verlassen Tunesien über das Mittelmeer. Inzwischen sind auch viele besser Gebildete so frustriert über die Wirtschaftskrise, dass sie die gefährliche Überfahrt wagen. Der neue Regierungschef verspricht „innovative Lösungen“.
Epos, zerschossen: Anne Weber widmet sich der modernen Heldin Annette Beaumanoir und geht ein Risiko ein. Nicht jede Wendung gelingt. Dennoch hat es der Titel auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft.
Der algerische Schriftsteller Kamel Daoud befasst sich mit Tabuthemen. In seinem neuen Buch „Meine Nacht im Picasso-Museum“ geht es um die Kunst, religiöse Intoleranz und Männer, die in Frauen nur Objekte sehen.
Marokkos König Mohamed VI. sammelte in der Bevölkerung Sympathiepunkte für die rigorose Durchsetzung seiner Corona-Politik. Doch immer häufiger geraten nicht nur Regelbrecher ins Visier.
Für kriminelle Gruppen ist die irreguläre Migration ein Riesengeschäft. Die EU-Kommission setzt auf eine engere Partnerschaft mit Nordafrika – und investiert viel Geld in den Grenzschutz.
Frankreich hat Algerien bei einer feierlichen Zeremonie am Flughafen von Algier die Überreste von 24 algerischen Widerstandskämpfern zurückgegeben, die jahrelang im Archiv eines Pariser Museums lagen.
Die EU wird sich von Mittwoch an wieder für Drittstaaten öffnen. Auf der ersten Liste stehen Australien, Kanada und Tunesien – nicht aber die Türkei oder die Vereinigten Staaten.
Seit kurzem wagen wieder mehr Migranten den gefährlichen Weg über das Mittelmeer. In Spanien wächst die Sorge, sie könnten das eben erst unter Kontrolle gebrachte Virus aufs Neue einschleppen.
Das leidenschaftliche, abgründige Märchenwerk: Die Orientalistin Claudia Ott spricht im Interview über die Fortsetzung ihres Übersetzungsprojekts zu „Tausendundeine Nacht“.
Frankreich verkündet den Tod des berüchtigten Kommandeurs von Al Qaida im Maghreb und hofft, die Verbündeten für seinen Kampf in der Sahelzone zu gewinnen. Dort zieht der Terror weiter von Land zu Land.
In Marseille, Tunis oder Athen: Rund ums Mittelmeer ist man es gewohnt Menschen zur Begrüßung zu küssen, zu umarmen oder ihnen die Hand zu schütteln. Da bringt das Social Distancing wegen Covid-19 einiges durcheinander.
Einen Monat lang konnte Franziska Fischbach nicht aus Marokko ausreisen. Jetzt hat sie es geschafft, aber ihre Freundin sitzt immer noch fest.
In Marokko übernimmt Mohamed VI. die Führung im Kampf gegen die Pandemie. Der Monarch geht dabei repressiv gegen Kritiker vor. Seinem Ansehen im Volk schadet das nicht.
Machtkämpfe zwischen den Vereinigten Staaten und China in der Corona-Krise bringen den UN-Sicherheitsrat an den Rand eines diplomatischen Debakels.
Von der Hirtenflöte bis zum Hip-Hop: Er gilt als Botschafter der kabylischen Kunst und ebnete Algerien den Weg in die Weltmusik. Nun ist der Sänger Idir in Paris gestorben.
Migranten aus Marokko und Algerien versuchen auf einmal, in ihre Heimatländer zurückzukehren. Die Corona-Pandemie treibt sie aufs Mittelmeer – und in die Hände von Schleusern.
Das Regime in Algerien nutzt die Corona-Pandemie zur Unterdrückung der Protestbewegung, kritische Journalisten werden verfolgt. Doch die Unzufriedenheit im Land wächst.