Wie die Deutschen den roten Gott verehrten
Er gilt als einer der schlimmsten Diktatoren der Weltgeschichte. Doch in der frühen DDR wurde er verehrt. Eine Ausstellung in Berlin beleuchtet den bizarren Stalin-Kult.
Er gilt als einer der schlimmsten Diktatoren der Weltgeschichte. Doch in der frühen DDR wurde er verehrt. Eine Ausstellung in Berlin beleuchtet den bizarren Stalin-Kult.
Auf so einen hatte sie gewartet, die SED, einst „die“ Partei der DDR. Gregor Gysi erzählt, an was er sich erinnern will.
Die Papiere des SED-Spitzelapparates verblassen: Um geeignete Aufbewahrungsstandorte wird deshalb viel diskutiert. Warum der Streit über die Zukunft der Stasi-Akten anhält.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Deutschland als stark christlich geprägt empfunden wird. Welche Rolle Katholiken hier spielen, hat Andreas Püttmann untersucht. Das geht auch Protestanten, Muslime, Juden und Konfessionslose etwas an.
Nach dem V. Parteitag der SED im Juli 1958, auf dem Walter Ulbricht den Ausbau der Macht der Partei und die Vollendung des sozialistischen Aufbaus verkündete, erfolgte auch eine Erhöhung der Durchsetzungsfähigkeit und Effizienz des ZK-Apparates. Die Parteizentrale, in der die Zahl der Altkommunisten bis 1970 auf neun Prozent sank, warb den Ministerien qualifizierte Mitarbeiter ab.
Mitarbeiter im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi halten aus eigenem schrecklichen Erleben die Erinnerung an die SED-Diktatur wach.
Über die Einführung und den Abbau der tödlichen Splitterminen an der innerdeutschen Grenze entschied DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker souverän. Franz Josef Strauß profitierte davon.
Je mehr Zeit vergangen ist, umso schöner werden die Erinnerungen an die am 18. März 1990 gewählte Volkskammer, die im permanenten Ausnahmezustand operierte. Dieses gilt mit dem zeitlichen Abstand von einem Vierteljahrhundert als „Höhepunkt europäischen Parlamentarismus“
Den Frauen widmete sich die DDR weniger in emanzipatorischer Absicht als aus der Notwendigkeit heraus, benötigte Arbeitskräfte für den Staat zu gewinnen. Wer als Frau in den 1950er und 1960er Jahren einen anderen Weg gehen wollte, sah sich als „Heimchen am Herd“ an den Pranger gestellt.
Martin Schulz heizt dem Bierzelt ein: Die SPD zeigt am Aschermittwoch neues Selbstbewusstsein. Horst Seehofer droht dem SPD-Kandidaten mit einem Spitznamen: „Martin, der Schummler“. Beide werden sehr persönlich.
Er war einer der meistgelesenen Autoren der DDR, Präsident des Schriftstellerverbands, Mitglied des Zentralkomitees der SED – und informeller Mitarbeiter der Stasi. Im Alter von neunzig Jahren ist der Schriftsteller Hermann Kant gestorben.
In der DDR war er ein überzeugter Kommunist und SED-Funktionär. Aber auch ein Schriftsteller mit klarer Sprache, den Reich-Ranicki einen „harten und intelligenten Gegner unserer westlichen Welt“ nannte. Zum Geburtstag von Hermann Kant.
Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung sind in Ostdeutschland immer noch 80 Prozent aller Führungspositionen mit Westdeutschen besetzt. Das schürt das Misstrauen gegen Parteien und Eliten.
Die frühere DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker ist tot. Sie starb im Alter von 89 Jahren in der chilenischen Hauptstadt Santiago.
Das „Pfeffermühle“-Programm zum 30. Jahrestag der DDR-Gründung wurde wegen eines lobenden F.A.Z.-Artikels im März 1979 abgesetzt. Erich Honecker griff ein und verlangte, dass sein Name künftig nicht mehr in Kabarettprogrammen genannt werden solle.
Wenn sich die Ost-Ministerpräsidenten am Mittwoch mit der Kanzlerin treffen, soll es auch um die Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde gehen: Hat diese mehr als 26 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR ausgedient?
Zu wichtigen Themen hat die Linkspartei keine Meinung. Sie gruselt sich vor den dunklen Mächten in der Volksseele und hat aufgehört, Politik zu machen. Lange kann das nicht gut gehen.
Die an der Grenze stationierten Soldaten sollten nach Ansicht der SED durch das Hervorkehren eines „unverrückbaren Klassenstandpunkts“ den Charakter einer Elitetruppe haben. In der Realität war davon so gut wie nichts zu spüren.
Für die Berliner Mauer prägte der SED-Funktionär Horst Sindermann 1961 das absurde Schlagwort vom „antifaschistischen Schutzwall“. Selbst in seinen unvollendeten Memoiren aus dem Jahr 1990 hielt er den Begriff noch „für richtig“.
Den von der KSZE angestoßenen Debatten um Europa und dessen Rolle in der prekären Sicherheitsarchitektur des Kalten Krieges geht Christian Domnitz am Beispiel Polens, der ČSSR und der DDR zwischen 1975 und 1989/90 vergleichend nach.
In Bismarcks Geburtsort Schönhausen an der Elbe entstand vor 125 Jahren ein Museum zu seinen Ehren.
Warum die DDR 1985/86 einen Asylantenstrom in die Bundesrepublik organisierte und wie die SPD darauf einging.
Während des Untergangs der DDR waren die Stasi-Leute vor allem mit der Vernichtung und Verwischung ihrer Spuren befasst, was nur in Teilen gelang.
Erstmals seit 21 Jahren gab es bei der LSB-Präsidentenwahl in Thüringen einen Gegenkandidaten – gewählt wurde aber doch Altkader Peter Gösel. Dass Kritik im Freistaat nur leise anklingt, liegt auch an der Einschüchterung der ehemaligen SED-Genossen.
Der frühere SED-Funktionär Günter Schabowski ist tot. Er starb am frühen Sonntagmorgen in Berlin. Schabowski war am Abend der innerdeutschen Grenzöffnung am 9. November 1989 weltbekannt geworden – mit einem einzigen Satz.
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken nimmt bei Sandra Maischberger Abschied von der Spitzenpolitik. Gysis Bilanz: gescheiterte Ehen, zu wenig Zeit für die Kinder – aber auch ein Treffen mit Nelson Mandela.
25 Jahre nach dem Ende der deutschen Teilung haben Hessen und Thüringen wirtschaftlich noch nicht ganz gleichgezogen. Eine Erfolgsgeschichte ist die Zusammenarbeit der beiden Länder trotzdem.
Erich Honecker gab sich überzeugt: „Der Fremdenhass liegt sehr stark in der deutschen Mentalität. Bei uns in der DDR ist das überwunden.“ Eigentlich wusste er es besser.
Manche interessante Details aus der Geschichte von KPD und SED finden sich in Frank Schumanns Stadtführer über den Ostteil Berlins, geschönt durch ideologische Erinnerungslücken.
Der Linken-Politiker hat seinen wohl letzten Auftritt im ZDF-Sommerinterview gewohnt humorvoll und eloquent absolviert. Das Gespräch hob dennoch die Makel von Gysis Karriere hervor.
Im Staatssozialismus war für den ehrgeizigen Ibrahim Böhme die SED karrierebestimmend. Sie hielt den psychisch labilen Genossen am Gängelband.
Roland Jahn, der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, spricht über die mangelnde Aufarbeitung der DDR-Sportgeschichte und seine zerbrochene Freundschaft mit dem Stasi-Spitzel Rolf Beilschmidt.
Der frühere SED-Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski und ehemalige Honecker-Vertraute, der sich aber auch gut mit Franz Josef Strauß verstanden hatte, ist im Alter von 82 Jahren in Rottach-Egern verstorben. Ein Nachruf.
Mit allen reden können, das wollen außer Gregor Gysi nur wenige Funktionäre der Linkspartei – und der zieht sich bald aus der Fraktionsführung zurück. Die Partei wird es verschmerzen. Bitter ist es nur für die SPD.
Die rot-rot-grüne Koalition will in Thüringen die Parlamentsunwürdigkeit für ehemalige Stasi-Spitzel abschaffen – die geplante Reform sorgt für heftige Debatten. Opfer des SED-Unrechts sind irritiert.
Enthusiastisch zogen viele DDR-Bürger zu Beginn des Jahres 1990 in den ersten freien Wahlkampf. Die politischen Bewegungen, die den Sturz des SED-Regimes im Wendeherbst 1989 einleiteten, gingen dabei leer aus.