„Wir haben keinen Grund für Hochmut“
2017 steht der evangelischen Kirche das Reformationsgedenken ins Haus. Im Gespräch: der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm über den Papst, Pegida und Politik.
2017 steht der evangelischen Kirche das Reformationsgedenken ins Haus. Im Gespräch: der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm über den Papst, Pegida und Politik.
In seiner ersten Ansprache als Ministerpräsident wendet sich Bodo Ramelow (Linke) direkt an die Opfer des SED-Regimes: „Ich kann nur die Bitte um Entschuldigung überbringen.“
Der Liedermacher Wolf Biermann legt noch einmal nach: In einem fulminanten Brief wendet er sich vehement gegen die Wahl von Bodo Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei. Auch SPD und Grüne bekommen ihr Fett weg.
Am Freitag wählt der Thüringer Landtag den Ministerpräsidenten. Mutmaßlich wird dies mit Bodo Ramelow erstmals ein Mann der Linkspartei sein. Das tatsächliche Wissen über die DDR-Vergangenheit wird bei „Anne Will“ zur eigentlichen Trennlinie unter den Talkgästen.
Vor der Entscheidung der Thüringer SPD, ob sie Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten wählen wird, wurde alles für ein positives Abstimmungsergebnis getan. Eventuell sperrige Minister wurden entmachtet, Delegierte mit Neuwahl-Szenarien unter Druck gesetzt.
Er ist der erste Politiker der Linkspartei, der das Amt des Ministerpräsidenten bekleiden könnte: Bodo Ramelow im F.A.Z.Gespräch über die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen, die er als „Meilenstein für meine Partei“ bezeichnet.
Die ostdeutschen Sozialdemokraten traten 1989/90 für eine ökologisch orientierte soziale Marktwirtschaft ein und wollten sich nicht von den westdeutschen Genossen bevormunden lassen.
Für das Überwachungssystem in der DDR unterhielt das Ministerium für Staatssicherheit eine eigene Abteilung, die 1989 gleichzeitig 4000 Telefonanschlüsse abhören konnte, allein in Ost-Berlin 1400; in der Bundesrepublik waren 100 000 Fernmeldeanschlüsse unter der Zielkontrolle des MfS.
Die Vorsitzende der Thüringer Linken, Susanne Hennig-Wellsow, und Bodo Ramelow haben sich in ihrer Unterschiedlichkeit gefunden. Er steht im Rampenlicht, sie nimmt sich zurück. An die Regierungsübernahme ging sie mit Plan und Ausdauer.
Droht mit der rot-rot-grünen Regierung in Thüringen der Weltuntergang? Kommunismus? Stasi? Nein. Aber jeder sollte sich klarmachen: Hier kommt eine Partei an die Macht, die den Marsch in den Sozialismus und die Planwirtschaft durchsetzen will.
Eine mögliche Koalition mit der Linkspartei sorgt für Unruhe in der Thüringer SPD. Ältere Mitglieder kamen in die Partei im Widerstand gegen die SED. Nun sind sie aufgebracht.
25 Jahre nach dem Ende des SED-Regimes soll mit Bodo Ramelow erstmals ein Vertreter der Linkspartei Ministerpräsident werden. Das wird nicht Kommunismus 2.0. Aber der Auftritt Wolf Biermanns im Reichstag hatte seine Berechtigung.
Die SED belegte den Liedermacher Reinhold Andert mit Berufsverbot. Nach dem Mauerfall wurde ausgerechnet er zum Vertrauten des Staatsratsvorsitzenden. Aus Mitleid.
Wolf Biermanns Auftritt vor dem Bundestag und die Regierungsbildung in Thüringen haben gezeigt: Wir haben die DDR aus der Geschichte gelöscht, deshalb werden wir ihre Schatten und Gespenster nicht los.
Günter Schabowski war nicht der Maueröffner. Kurz nach seiner berühmten Pressekonferenz wurde „erhöhte Gefechtsbereitschaft“ ausgerufen. Wenige Tage zuvor hatte er noch friedliche Demonstranten verprügeln lassen. Eine Erinnerung.
Während die Öffentlichkeit über den „Unrechtsstaat“ DDR diskutiert, vertritt die Linkspartei Wirtschaftsideen, die mit dem Markt unvereinbar sind. Und die SPD hilft ihnen auf dem Weg zurück zur Planwirtschaft.
Einen Tag nach der Attacke Wolf Biermanns auf die Linkspartei bezieht auch die Kanzlerin klar Stellung. Pünktlich zum Mauerfall-Jubiläum rechnet sie mit dem SED-Regime in der DDR ab.
Günter Schabowski glaubte im Herbst 1989 noch, die DDR durch Reformen und Dialog retten zu können – und leitete schließlich selbst deren Ende ein. Nach der Wende wurde er für viele alte Genossen endgültig zum Verräter.
„Nach meiner Kenntnis... ist das sofort, unverzüglich“: Der frühere SED-Funktionär Günter Schabowski wusste nach Angaben seiner Ehefrau genau um die Wirkung seiner Worte, als er am 9. November 1989 in einer Pressekonferenz die neue Reiseverordnung der DDR verkündete.
Das eBook befasst sich mit der Vorgeschichte des Mauerfalls, analysiert die Vorgänge, die zum Machtverlust der SED führten, und illustriert die historischen Vorgänge durch Zeitzeugenberichte.
Das SED-Organ „Neues Deutschland“ muss sich bei seinen Lesern entschuldigen. Die Geschichte, dass DDR-Bürger erst betäubt und dann in den Westen entführt worden sind, war erlogen.
Bundespräsident Gauck hat sein Unbehagen über eine Thüringer Regierung unter Führung der Linkspartei im 25. Jubiläumsjahr des Mauerfalls öffentlich gemacht. Doch wie einheitssozialistisch ist die Truppe von Bodo Ramelow?
Nach der Kritik von Bundespräsident Gauck an einem rot-rot-grünen Bündnis in Thüringen attackiert ihn der frühere DDR-Bürgerrechtler Schorlemmer scharf. Die Union teilt dagegen Gaucks Unbehagen an der neuen Machtoption.
Am Ende wandte sich die Bevölkerung misstrauisch ab: nach 18 Jahren an der Spitze der DDR muss Erich Honecker abtreten. Sein Nachfolger als Staats- und Parteichef der SED wird Egon Krenz.
Die Koalitionsverhandlungen in Thüringen neigen sich dem Ende zu – möglich, dass Rot-Rot-Grün Realität und Bodo Ramelow der erste Ministerpräsident der Linkspartei wird.
Seit sich die SED zu einem sachlichen Dialog bereit erklärt hat, häufen sich in den staatlichen Medien der DDR die kritischen Leserbriefe. Die Ost-CDU ist bereits einen Schritt weiter: sie fordert mehr Marktwirtschaft.
Rolf Beilschmidt ist ein Mann mit Vergangenheit: Neue Stasi-Akten-Funde belasten den Geschäftsführer des LSB Thüringen. Seine „Doppelkarriere als Lump“ gilt es aufzuarbeiten.
1952 wird die Grenze der DDR zur Bundesrepublik geschlossen, um Flüchtlingen den Weg zu versperren. Die Berliner Sektorengrenzen bleiben offen. Ulbricht will auch diese schließen, er will die Mauer. Moskau weigert sich - 1952.
Mit wilder Polemik reagierte die SED auf die Äußerung von Bundeskanzler Kohl, die Bundesrepublik werde die DDR mit finanziellen und anderen Mittel unterstützen, wenn sie sich zu grundlegenden Reformen bereit fände.
Nach brutalen Polizeieinsätzen und Schnellgerichtsverfahren gegen Demonstranten vollzieht die DDR-Führung offenbar eine Kehrtwende. Vor allem in Leipzig und Dresden setzt die SED auf Dialog.
„Der Milliardendeal - Strauß und die DDR“ handelt von der DDR-Misere, Franz Josef Strauß und einem Vorläufer der Staatspleiten-Rettungsschirme. Der Dokumentarfilm an diesem Mittwoch (23.30 Uhr) zeigt, wie die Bundesrepublik einmal das Ost-Berliner Regime rettete.
Die Erinnerung an den Herbst 1989 ist im Westen meist mit dem Datum des 9. November verbunden: Mauerfall. Im Osten markiert der 9. Oktober die Wende: In Leipzig brachten die Montagsdemonstranten die SED-Diktatur zu Fall. Wir dokumentieren eine gekürzte Fassung der Laudatio auf die Montagsdemonstrationen aus Anlass der Verleihung des Nationalpreises 2014 der „Deutschen Nationalstiftung“.
Nach dem Mauerfall suchten nicht wenige SED-Mitglieder eine neue politische Heimat. Die gerade neu gegründete Ost-SPD verweigerte sich ihnen aus guten Gründen - aber auch mit bitteren Konsequenzen, die bis heute zu spüren sind.
Die starke Wahlenthaltung kann ein Zeichen dafür sein, dass es den Bürgern gut geht - oder ein Zeichen für die Verachtung der herrschenden Verhältnisse.
Die SPD steckt vor der Wahl in Thüringen in einer Sackgasse, in die sie selbst hineingesteuert ist: Sie ist nicht stolz auf ihre rot-schwarzen Erfolge, fürchtet aber auch ein rot-rotes Bündnis mit dem dominanten Bodo Ramelow.
Die AfD-Vorsitzende im sächsischen Landtag, Frauke Petry, hält es für bedenklich, wenn auf Kindergeburtstagen vor allem das englische Lied „Happy Birthday“ gesungen wird: „Wir treten dafür ein, dass die deutsche Sprache gepflegt wird.“