Das Regime sucht nach neuen Strategien
Die iranische Führung ernennt einen General zum Gouverneur Teherans – und geht mit noch größerer Härte gegen Demonstranten vor. Das Ansehen der Regierung sinkt laut Umfragen immer weiter.
Die iranische Führung ernennt einen General zum Gouverneur Teherans – und geht mit noch größerer Härte gegen Demonstranten vor. Das Ansehen der Regierung sinkt laut Umfragen immer weiter.
Als Reaktion auf eine Resolution des IAEA-Gouverneursrats erhöht Teheran die Urananreicherung auf nahezu kernwaffenfähige Höhe. An zwei Standorten sollen neue Zentrifugen in Betrieb genommen worden sein.
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Fegebank zeigt sich erleichtert über den Austritt des Islamischen Zentrums Hamburg aus dem Rat der Islamischen Gemeinschaften – das Zentrum sei ein „Außenposten des iranischen Mullah-Regimes“.
Ein Bild eines iranischen Frauenbasketballteams geistert durch die sozialen Medien, Spielerinnen und Trainerinnen tragen darauf keinen Hijab. Die Resonanz ist gewaltig.
Das Zentrum wird laut Verfassungsschutz von Iran gesteuert, als extremistisch eingestuft. Vor dem Hintergrund der brutalen Niederschlagung der Proteste in Iran wurden jüngst Rufe nach einem Verbot der Organisation laut.
Präsident Raisi ruft die religiösen Würdenträger zum Widerspruch gegen die Protestbewegung auf. Dieser schließen sich auch einzelne Mullahs und Freitagsprediger an.
Unabhängig davon, ob die aktuelle Protestwelle zu einer neuen Revolution führt: Die Islamische Republik Iran ist hohl und brüchig geworden. Sie steht so stark unter Druck wie noch nie.
In Iran nimmt die Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten zu. Die Demonstrationen gehen trotz Todesstrafen weiter. Symbole der Revolution werden zu Zielscheiben.
Videoclips zeigen, wie protestierende Menschen Straßenschilder und Häuser anzünden. Darunter soll auch das Haus des 1989 gestorbenen Republikgründers Ayatollah Khomeini sein.
In Iran fanden zum dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Proteste von 2019 die größten Kundgebungen seit Wochen statt. Drahtzieher seien ausländische „Satane“ – unter anderem Deutschland.
Auf die Niederschlagung der Proteste in Iran reagieren die EU-Staaten mit neuen Sanktionen. Sie sollen den „inneren Machtzirkel der Revolutionsgarden“ treffen.
Vor zwei Jahren wurde Nahid Taghavi in Iran verurteilt, weil sie sich für Menschenrechte und Meinungsvielfalt einsetzte. Nach einem Hafturlaub aus gesundheitlichen Gründen muss sie nun zurück ins berüchtigte Evin-Gefängnis.
Das Regime in Teheran ist entschlossen, die Proteste niederzuschlagen. Tausende Demonstranten könnten hingerichtet werden. Doch sie haben immer noch die Poesie.
Die Äußerungen seien „provokativ, einmischend und undiplomatisch“, heißt es. Die Staatsanwaltschaft in Teheran fordert derweil mehr Todesurteile – und iranische Sportler schweigen aus Protest bei der Nationalhymne.
Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft will das iranische Parlament den Sportminister einbestellen. Hintergrund ist offenbar die Angst, durch symbolträchtige Protestaktionen bloßgestellt zu werden.
Wer glaubt, in Teheran wanke das Regime, ist naiv. Das will die iranische Diaspora – auch bei uns – nicht hören und feindet nüchterne Betrachter an. Das hat bedrohliche Züge.
Putin attackiert den liberalen Westen, Klimaaktivisten stellen die Systemfrage, der Staat greift stark in die Wirtschaft ein. Die Ideologie der Freiheit steht von allen Seiten unter Beschuss. Was wird jetzt daraus?
Zu Beginn der achten Woche der landesweiten Proteste fordern prominente Vertreter des Regimes, endlich hart gegen die Demonstranten vorzugehen. Über erste Blutbäder wird bereits berichtet.
Die Außenminister der G-7-Staaten beschließen in Münster weitere Hilfe für die Ukraine und verurteilen Russland. Derweil fehlt im Rathaussaal ein Kruzifix. Baerbock bedauert das.
Wie lässt sich die iranische Protestbewegung besser unterstützen? Darüber wurde in der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank lebhaft und emotional diskutiert. Grünen-Chef Omid Nouripour: „Die Leute in Iran haben keine Angst mehr.“
In Iran sind bei Protesten mehr als 300 Personen getötet worden. Das teilt eine Organisation für Menschenrechte mit. Unter den Opfern seien 47 Minderjährige und 38 Sicherheitskräfte.
55 Prozent der Bevölkerung Irans sollen die Proteste unterstützen. 83 Prozent hätten grundsätzlich Sympathien für sie. Das sagte ein Repräsentant von Revolutionsführer Khamenei offenbar vor Studenten.
Für deutsche Staatsangehörige besteht die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden, teilt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage mit.
US-Vizepräsidentin Kamala Harris plant, Iran aus dem UN-Gremium zu entfernen. Mit dem brutalen Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung habe das Land bewiesen, dass es für eine Mitarbeit ungeeignet sei.
In Teheran beginnen vor den Revolutionsgerichten die Prozesse gegen rund 1000 Demonstranten. Derweil lehnte das Büro für Islamisches Verhalten eine Lockerung der Verschleierungspflicht ab.
Unsichtbare Geschichten unsichtbarer Menschen: Neulich war ich im Kino und habe mir „Nachbarn“ von Mano Khalil angeschaut. Ich war tief getroffen, einen Teil meiner eigenen Erinnerung auf der Leinwand zu sehen.
Die Drohung der Revolutionswächter war unmissverständlich: Die Demonstranten sollten die „Geduld des Systems“ nicht überstrapazieren. Trotzdem gingen am Wochenende wieder Tausende auf die Straße.
Bei einem Auftritt in Buenos Aires spielt die britische Band Coldplay das Lied „Baraye“, die inoffizielle Hymne der iranischen Protestbewegung – und solidarisiert sich mit den systemkritischen Demonstrationen.
Sie sind unterdrückt, aber keine Opfer: Ein Gespräch mit der Fotografin, Opernregisseurin und Filmemacherin Shirin Neshat über die Proteste und den Mut der iranischen Frauen.
Deutschland kann und muss den Iranern, die gegen ihr nicht reformierbares Regime aufbegehren, konkret helfen. In unserem Interesse ist aber auch die Rückkehr zum Atomabkommen. Ein Gastbeitrag des außenpolitischen Sprechers der SPD.
Die Proteste in Iran reißen nicht ab. Düzen Tekkal erzählt, welche Nachrichten sie von den Menschen vor Ort erreichen. Und mit Natalie Amiri sprechen wir über feministische Außenpolitik und ob die aktuellen Sanktionen ausreichen.
Die Fernsehmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben ihre Instagram-Accounts an iranische Frauen weitergegeben. Sie wollen dem Aufstand gegen das iranische Regime Reichweite im Netz verschaffen.
In Mahsa Aminis Heimatstadt Sakes sind am Mittwoch Tausende zum Gedenken an die junge Frau zusammengekommen. Sicherheitskräfte sollen auf sie geschossen haben. Auch in anderen Teilen Irans gingen Menschen auf die Straße.
Die UN dürften den Staaten beim Klimaschutz ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Die Kassenärzte protestieren. Und: Legen Scholz und Macron beim Arbeitsessen ihre Meinungsverschiedenheiten bei? Der F.A.Z. Newsletter.
Die Proteste, die Mitte September nach dem Tod von Mahsa Amini begonnen haben, flauen allmählich ab. Nun ringt Teheran damit, welche Konsequenzen es aus den vergangenen Wochen zieht.