Chile will einstige Sektensiedlung enteignen
Dort, wo der Deutsche Paul Schäfer Kinder missbraucht hat, soll eine Gedenkstätte entstehen. Die Entscheidung wird kurz vor Steinmeiers Besuch bekannt.
In der sektenartigen Siedlung wurden in den Jahren 1973 bis 1990 zahlreiche Menschen gefoltert und getötet. Die frühere Regierung hatte die Enteignung des Siedlungsgeländes angeordnet. Das soll nun wieder geändert werden.
Dort, wo der Deutsche Paul Schäfer Kinder missbraucht hat, soll eine Gedenkstätte entstehen. Die Entscheidung wird kurz vor Steinmeiers Besuch bekannt.
Schon als junger Sozialist interessierte sich Bundeskanzler Scholz für Chile. Jetzt hat er das Land als Bundeskanzler wieder besucht. Dabei ging es auch um eine deutsche Sektensiedlung.
Bei seinem Besuch in Chile kündigt Kanzler Olaf Scholz eine Rohstoffpartnerschaft mit dem südamerikanischen Land an. Die frühere Sektensiedlung Colonia Dignidad soll ein Erinnerungsort werden.
Der deutsche Sektenanführer Paul Schäfer hat in den Sechziger Jahren in Chile Kinder missbraucht und ließ Arbeiter ohne Lohn für sich arbeiten. Jahrzehnte später kommen nun erste Entschädigungszahlungen an die Opfer an.
Eine deutsche Geschichte: Arte strahlt eine erschütternde Dokumentation über die Sekte Colonia Dignidad aus. Selten wurde der Fall mit soviel Tiefe und Inneneinsicht geschildert.
Die deutsch-chilenische Serie „Dignity“ erzählt von der Suche nach Paul Schäfer, dem 1997 abgetauchten Führer der Sekte „Colonia Dignidad“. Für seine Missbrauchstaten wurde er erst spät belangt, sein Handlanger gar nicht.
Wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch wurde der in Deutschland lebende Sektenarzt der Colonia Dignidad in Chile zu fünf Jahren Haft verurteilt. Laut einem Düsseldorfer Gericht liege aber keine Strafbarkeit nach deutschem Recht vor.
In letzter Instanz hat der Oberste Gerichtshof in Chile drei Deutsche verurteilt – und ihre Haftstrafen noch verlängert. Sie hatten in der berüchtigten Siedlung Colonia Dignidad Führungsrollen inne.
Jahrzehntelang kam es in der von Deutschen gegründeten Siedlung zu Folterszenen. Zuletzt sorgte die Anwesenheit eines damaligen Mittäters bei einem Empfang des Bundespräsidenten für einen Eklat.
Die Verbrechen der Sekte Colonia Dignidad standen im Fokus des Chile-Besuchs von Bundespräsident Gauck. Dass ein verurteilter Mittäter nun bei einem Empfang Gaucks zugegen war, sorgt nicht nur bei Opferverbänden für Fassungslosigkeit.
Bei Gaucks Besuch in Chile geht es auch um die „Colonia Dignidad“. Freigegebene Akten zeigen, wie deutsche Diplomaten jahrelang ihre schützende Hand über die Sekte hielten.
In „Colonia Dignidad“ sollen Daniel Brühl und Emma Watson die Abgründe der gleichnamigen deutschen Sektenkolonie ausleuchten. Mehr als Schock und Horror kommt dabei nicht heraus.
In einer deutschen Siedlung in Chile wurden Menschen über Jahre missbraucht, gefoltert und als Zwangsarbeiter eingesetzt. Die deutsche Justiz tut sich mit der Aufarbeitung seit vielen Jahren schwer. Doch nun scheint in Krefeld Bewegung in die Sache zu kommen.
Stacheldraht, Stolperdrähte, Selbstschussanlagen: Niemand sollte fliehen. Mehr als 40 Jahre verbrachten Gudrun und Wolfgang Müller in der Colonia Dignidad in Chile. Das Leben in Gefangenschaft hat sie gezeichnet.