Die Verlockung einer Insel
An diesem Sonntag findet die erste Runde der französischen Präsidentenwahl statt. Und alle zehn Kandidaten haben denselben Feind: die Globalisierung.
An diesem Sonntag findet die erste Runde der französischen Präsidentenwahl statt. Und alle zehn Kandidaten haben denselben Feind: die Globalisierung.
Vor der ersten Runde der französischen Präsidentenwahlen am Sonntag liegt der sozialistische Kandidat Hollande in mehreren Umfragen deutlich vor Präsident Sarkozy. Doch auch die Zahl der Unentschlossenen ist groß.
Einen Bonus als Staatsmann hat Nicolas Sarkozy im Wahlkampf nie gehabt. Ihm schadet, dass die Franzosen seine Sprunghaftigkeit im Amt schon kennen. Vor seiner Angriffslust ist dabei nicht einmal die eigene Europapolitik sicher.
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon buhlen um dieselben Wähler. Ihre größten Zuwüchse erzielen die Präsidentschaftskandidaten der Extremen bei den Jungwählern zwischen 18 und 24 Jahren.
Jean-Luc Mélenchon hat Marine Le Pen überholt, François Hollande ist überrascht, Eva Joly ist gestürzt und Sarkozy will kurz vor Ostern alle überrumpeln: Frankreich im Wahlkampfendspurt.
Frankreich tut sich schwer mit dem Erbe des Serienmörders Merah. Die Behörden wollen ihn in Algerien beisetzen lassen. Im Internet häufen sich die Solidaritätsbekundungen. Und auch in den Vorstädten wird dem Täter gehuldigt.
Millionen Franzosen haben mit einer Schweigeminute der Opfer der tödlichen Schüsse vor einer jüdischen Schule in Toulouse gedacht. Dort herrscht höchste Terroralarmstufe. Die Fahnder gehen von einem Einzeltäter aus, im Fokus bleibt ein früherer Soldat.
Marine Le Pen kann zur französischen Präsidentenwahl antreten. Sie habe die nötigen 500 Unterschriften gewählter Volksvertreter beisammen, sagte die Vorsitzende des rechtsextremen Front National.
Die französischen Sozialisten bezeichnen Vorschläge des Staatspräsidenten zu europäischen Grenzkontrollen und der EU-Handelspolitik als Wahlkampfmanöver: „Nicolas Sarkozy fängt jetzt an, Europa wie einen Sündenbock zu behandeln.“
In der Halal-Debatte, die Marine Le Pen in Frankreich angezettelt hat, sieht sich nun Präsident Sarkozy zum Handeln gezwungen. Er will sanitäre Regeln und eine Kennzeichnungspflicht für „rituell geschlachtetes Fleisch“ einführen.
Aus der Tiefe des französischen Raums: Wenn Marine Le Pen ihre Anhänger versammelt, ist viel vom Essen die Rede und davon, wie Brüssel alles verdirbt. Vor allem den Geschmack.
Spitzenverdiener in Frankreich müssen im Fall eines Machtwechsels drastische Steuererhöhungen befürchten. Der sozialistische Kandidat für die Präsidentenwahl will für Einkommen von jährlich mehr als einer Million Euro einen Steuersatz von 75 Prozent einführen.
Die Vorsitzende des Front National könnte die für eine Präsidentschaftskandidatur nötigen 500 Unterschriften von Mandatsträgern verfehlen. Schon schimpft sie auf das „System“ – aber ihre rechtsextreme Partei hat auch strukturelle Schwächen.
Im Rechtsstreit um das französische Wahlgesetz hat die Vorsitzende der Front National, Marine Le Pen, eine Niederlage erlitten. Der Verfassungsrat verpflichtete sie, die Namen ihrer Unterstützer öffentlich zu machen.
In dieser Woche will Sarkozy offiziell den Wahlkampf einläuten. Weil die enge Bindung an die Bundeskanzlerin bei den Franzosen nicht gut ankam, wildert er nun beim rechtsextremen Front National.
Umfragen sehen Le Pen fast gleichauf mit Sarkozy - doch vielleicht darf sie nicht kandidieren. Denn die Namen der Unterstützer ihrer Kandidatur werden nun veröffentlicht.
Die Regierung in Paris versucht die Bedeutung der Herabstufung herunterzuspielen: Der Finanzminister sagt, die Nachricht sei „besser als erwartet“. Doch politisch ist die Herabstufung eine schwere Hypothek für Nicolas Sarkozy.
Sechshundert Jahre Jeanne d’Arc: Sarkozy beginnt seinen Wahlkampf. Auf die nationalistische Symbolik der Jungfrau von Orléans will der Präsident nicht verzichten.
In Frankreich flammt gerade eine bekannte Debatte wieder auf. Verfällt die Religiosität der Nation? Alte Ideologien taugen immer noch zu neuem Streit.
PARIS, 5. September. Die Entwicklung der griechischen Staatsschulden mag außer Kontrolle geraten, Frankreich schickt sich dennoch an, als erstes Euroland das im Juli vereinbarte zweite Rettungspaket für Griechenland im Parlament zu beschließen.
PARIS, 1. August. In der Residenz für hohe französische Staatsgäste, im Hôtel de Marigny in Paris, hat Nicolas Sarkozy am Montag seine Regierung auf die Sommerpause und vor allem auf den Vorwahlkampf zur "rentrée" eingestimmt - der baufällige Elysée-Palast wird derzeit saniert.
Nicolas Sarkozy hat schon schlechtere Tage erlebt. Sein Auftritt auf dem Eurokrisengipfel ist gelungen. Nun arbeitet er auch in den Ferien eifrig an seinem nächsten Projekt: Er will sich als finanzpolitischer Sanierer in Stellung bringen.
PARIS, 26. Juli. Die Garden Party zum Nationalfeiertag am 14. Juli hat Nicolas Sarkozy schon gestrichen, jetzt rät ihm der Rechnungshof zu ähnlicher Sparsamkeit bei der Weihnachtsfeier im Elysée-Palast.