Zwischen den Fronten
Seit mehr als zwei Monaten versucht der „Islamische Staat“, die Kurden-Enklave nahe der türkischen Grenze einzunehmen. Längst ist Kobane für Ankara zum Faustpfand im Ringen um eine veränderte Syrien-Strategie geworden.
Seit mehr als zwei Monaten versucht der „Islamische Staat“, die Kurden-Enklave nahe der türkischen Grenze einzunehmen. Längst ist Kobane für Ankara zum Faustpfand im Ringen um eine veränderte Syrien-Strategie geworden.
Einst war die Gegend um Reyhanli unberührt von den Ereignissen der Welt. Heute werden an der türkisch-syrischen Grenze Drogen und Waffen geschmuggelt - und neuerdings sogar Menschen.
Der Kampf gegen die Terrormiliz IS zieht merkwürdige Leute an. Zwei Amerikaner haben sich in Syrien einer kurdischen Einheit angeschlossen. Sie wollen kämpfen, bis der IS besiegt ist.
In Schermukh liefern sich syrisch-kurdische Kämpfer fast täglich Gefechte mit dem IS. Sie verteidigen ihre Dörfer und heiligen Stätten vor dem Furor der Dschihadisten - mit nach wie vor ungewissem Ausgang.
Mit Hilfe kurdischer Kämpfer retteten sich 150.000 Yeziden vor den Dschihadisten über den Tigris. Viele andere schafften es nicht mehr – ihre Töchter wurden versklavt.
Mehrere Tote: Vor Istanbul ist ein Flüchtlingsschiff gekentert. Das erinnert die Türken daran, dass vor ihrer Haustür Krieg herrscht. Die Auswirkungen für das Innere des Landes sind nicht mehr zu leugnen.
Die Bundeskanzlerin kann sich vorstellen, die Ausbildungsmission der Bundeswehr im Irak auszuweiten. Bagdads Armee könnte von deutschen Soldaten geschult werden. Unterdessen haben die kurdischen Peschmerga-Kämpfer nach eigenen Angaben Kobane erreicht.
In Kobane sind die ersten Peschmerga-Kämpfer angekommen, um die Kurdenstadt gegen die IS-Miliz zu verteidigen. Schon bei ihrer Anreise standen sie unter Beschuss. Ihr Gegner erhält immer weiteren Zulauf ausländischer Kämpfer-
Erst verlangten Islamisten von Frauen, dass sie sich verschleiern. Jetzt werden sie vergewaltigt, verkauft und versklavt – von jungen Burschen, die echte Männer sein wollen. Ein Gastbeitrag.
Deutsche Soldaten fliegen heute ins Krisengebiet und prüfen, wie sie den Kampf gegen den IS weiter unterstützen können. Die Terrorgruppe hat derweil entführte Schüler freigelassen. Aber nicht Kinder ihrer Gegner.
Mehrere Dutzend Rebellen der Freien Syrischen Armee haben Kobane erreicht, wo sie die Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz IS unterstützen wollen. Auch etwa 150 Peschmerga-Kämpfer sind auf dem Weg in die Stadt.
Die kurdischen Verteidiger Kobanes haben mit schweren Waffen und flankiert von internationalen Luftangriffen weiter Boden in der Stadt zurückerobert. Ein strategisch wichtiger Hügel am Rand der Stadt ist wieder in ihrer Hand.
Die kurdischen Verteidiger der belagerten Stadt Kobane können auf Hilfe hoffen. 1300 Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ sind dem türkischen Präsidenten Erdogan zufolge bereit, sie zu unterstützen.
Die Situation in Kobane verschärft sich, der „Islamische Staat“ startet eine neue Großoffensive. Die kurdische Politikerin Asya Abdullah ist vor Ort. Ein Gespräch über mutmaßlichen Giftgaseinsatz und eine Schlacht, deren Ausgang entscheidend für das Schicksal der Region sein könnte.
Die syrische Regierung in Damaskus behauptet, den Kurden in Kobane in ihrem Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ militärisch beizustehen. Die Bewohner der Enklave seien Syrer und würden mit Munition und Waffen ausgestattet.
Auf einem Video der Terrormiliz sind auch deutsche Handgranaten eines älteren Fabrikats zu sehen. Zuvor soll bei Kobane ein von den Amerikanern abgeworfenes Waffen-Bündel für die Kurden versehentlich bei IS-Kämpfern gelandet sein.
Der internationale Druck auf den neuen irakischen Ministerpräsidenten Haidar al Abadi war groß. Mit der erfolgreichen Bildung der Regierung hat er nun Vertrauen gewonnen. Und die Voraussetzungen für einen effektiveren Kampf gegen den IS geschaffen.
Was immer der „Islamische Staat“ erobert: Er vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt. Er tötet alle, die sich ihm nicht unterwerfen. Das Schicksal der irakischen Minderheit Schabak steht für diese grausamen Auslöschungen.
Die Vereinigten Staaten haben kurdische Kämpfer in Kobane mit Waffen versorgt. Die Türkei kündigt an, Peschmerga-Kämpfern aus dem Irak die Durchreise in die umkämpfte Stadt zu erlauben.
Mehr als 1500 Menschen haben am Wochenende in Frankfurt und Kassel für eine größere Unterstützung der nordsyrischen Kurden in Kobane demonstriert. Sie fordern unter anderem, das Verbot der PKK aufzuheben.
Kurdischen Politikern und Aktivisten zufolge ist es den Verteidigern der Stadt Kobane gelungen, eine Offensive der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zurückzuschlagen. Der türkische Präsident Erdogan schließt Waffenlieferungen an Kurden kategorisch aus.
Kurden und Amerikaner melden Erfolge im Kampf gegen die Terrormilizen des „Islamischen Staats“ in Kobane. Mehrere hundert IS-Kämpfer seien bei Luftangriffen getötet worden, sagte ein Pentagon-Sprecher.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei hat sich ohnehin eingetrübt. Neue Kämpfe mit Kurden im eigenen Land wären auch dafür Gift - ein ehemaliger Zentralbanker schlägt nun Alarm.
Gemischte Bilanz der Luftangriffe auf die Terrormiliz IS: Die Kurden in Syrien melden Erfolge, im Irak bringen die Dschihadisten aber weitere Gebiete unter ihre Kontrolle.
Mitten in der ohnehin aufgeheizten Lage in den Kurdengebieten hat die türkische Luftwaffe Stellungen der PKK bombardiert. Droht nun eine Rückkehr zur alltäglichen Gewalt?
Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen warnt in vertraulichen Berichten vor einer „wachsenden Bereitschaft“ bei Kurden, Yeziden und Schiiten, gegen Salafisten vorzugehen. Im Internet gebe es entsprechende Aufrufe.
Weil die Türkei sich weigert, im Kampf gegen die Terrormiliz IS einzugreifen, hat sich der Konflikt zwischen Ankara und den Kurden zuletzt zugespitzt. Nun hat die türkische Luftwaffe Medienberichten zufolge Stellungen der PKK bombardiert.
Wegen der Untätigkeit der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz IS im kurdischen Kobane spricht die PKK von einem Abbruch des Dialogs und droht damit, zum bewaffneten Kampf zurückzukehren. Doch ein Rückfall in alte Zeiten ist kaum vorstellbar.
Ihre zögerliche Haltung im Kampf gegen die Terrormiliz IS hat der türkischen Regierung zuletzt viel diplomatischen Ärger eingebracht. Nun macht Ankara Zugeständnisse: Die internationale Allianz darf künftig die Militärbasen im Land nutzen.
Radikale Muslime haben den Protestmarsch hunderter Kurden gegen die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ im österreichischen Bregenz angegriffen. Zwei Männer erlitten schwere Stichwunden.
In Sichtweite der Kämpfe in Kobane stehen türkische Panzer - und greifen nicht ein. Kritik daran will Präsident Erdogan nicht zulassen. Er vermutet internationale „Sabotage“.
Mehr als 20.000 Kurden protestieren in Düsseldorf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und die Angriffe auf die nordsyrische Stadt Kobane. Nach Polizeiangaben verlaufen die Proteste bisher friedlich.
Allein in Düsseldorf werden in den nächsten Stunden wohl 12.000 Kurden für ein härteres Vorgehen gegen die Terrormiliz IS demonstrieren. Der Verfassungsschutz warnt derweil vor einer Gewalteskalation in Deutschland.
Die Weigerung der Türkei die kurdischen Kämpfer zu unterstützen, könnte noch auf sie zurückfallen. Denn ohne Hilfe wird es keinen Frieden zwischen den beiden Seiten geben.
Mit einer kurzzeitigen Besetzung des SPD-Hauses in Kassel haben zwei Dutzend Kurden auf die Massaker der Miliz „Islamischer Staat“ in Kobane aufmerksam gemacht.
Die Terrormiliz Islamischer Staat drängt die sich verzweifelt wehrenden Kurden in der Grenzstadt Kobane immer weiter in die Enge. Trotz der amerikanischen Luftangriffe konnten die Dschihadisten weitere Viertel der Stadt erobern.