Madrid gibt Katalanen Schuld an Gewalt
Der Streit um das Referendum in Katalonien fordert Dutzende Verletzte. Und schon beginnt der Streit um die Verantwortung für die Gewalt auf den Straßen.
Der Streit um das Referendum in Katalonien fordert Dutzende Verletzte. Und schon beginnt der Streit um die Verantwortung für die Gewalt auf den Straßen.
Spanien steht vor einem turbulenten Sonntag. Was aus dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens wird, ist völlig unklar. Doch Madrid scheint die besseren Karten zu haben.
Der katalanische Regionalpräsident Puigdemont erwartet eine hohe Beteiligung an der Volksabstimmung, bei der die Bürger am Sonntag über die Loslösung ihrer Region von Spanien entscheiden sollen. Nach der Abstimmung will er sofort den Dialog mit Madrid suchen.
Wo bleibt die Vernunft? Die Katalanen wollen um jeden Preis über ihre Unabhängigkeit von Spanien abstimmen. Eine Schnapsidee.
Niemals werde die spanische Regierung eine Separation Kataloniens zulassen, heißt es aus Madrid. Nun geht die Polizei gegen die Separatisten vor.
Der Terror des „Islamischen Staats“ hat die Spanier zusammenrücken lassen, der Streit zwischen Madrid und katalanischen Separatisten ist im Moment des Schweigens vergessen. Beim Ruf „Ich habe keine Angst!“ brandet Applaus auf.
Die katalanische Regionalregierung treibt die Abstimmung über die Unabhängigkeit voran. Kritische Stimmen werden dabei ignoriert. Madrid kritisiert die Pläne derweil als „Wahnvorstellungen“.
In Spanien ist der Stimmenimitator eines katalanischen Radiosenders direkt zu Regierungschef Mariano Rajoy durchgestellt worden. Mit der Auflösung des Streichs ließ er sich Zeit.
Völlig überraschend ist Carles Puigdemont, bislang Bürgermeister von Gerona, zum Ministerpräsidenten Kataloniens gewählt worden. Den Bruch mit Spanien vertritt er noch kämpferischer als sein Vorgänger.