Erst drohen, dann relativieren
Es ist nicht das erste Mal, dass in Teheran verkündet wird, die Straße von Hormus werde blockiert. Doch bisher hat das Regime dem nie Taten folgen lassen. Es würde sich damit auch selbst schaden.
Es ist nicht das erste Mal, dass in Teheran verkündet wird, die Straße von Hormus werde blockiert. Doch bisher hat das Regime dem nie Taten folgen lassen. Es würde sich damit auch selbst schaden.
Nach einem Jahr Arabellion findet sich Israel in einer unwirtlichen Umgebung wieder. Der arabische Frühling ist zum Winter geworden. Israel hat mehrfachen Grund zur Sorge.
Wenige Wochen vor der Parlamentswahl im Iran könnten die Kriegspläne der Vereinigten Staaten und Israels die Reformer und die grüne Bewegung des Landes fatal schwächen.
Hinter den schrillen Tönen aus Iran und Israel steckt Kalkül. Mit dem Säbelrasseln verfolgen beide Länder auch innenpolitische Strategien.
Irans Außenminister Salehi stemmt sich weiter gegen den Wunsch der Internationalen Atomenergiebehörde, verdächtige Anlagen zu überprüfen. „Wir sind ein IAEA-Musterschüler“, sagte Salehi der F.A.Z.
Angeblich stürmten „Studenten“ die britische Botschaft. Einige waren jedoch Spezialkräfte der Regierung. Denn Teile des Regimes haben ein Interesse am Konflikt.
Die EU-Außenminister verschärfen im Atomstreit die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Iran. Nach den Angriffen auf die britische Botschaft in Teheran hat sich die EU solidarisch mit London erklärt.
Die iranische Regierung scheint den entstandenen Schaden begrenzen zu wollen. Derweil ist auch am Tag nach der Erstürmung nicht erkennbar, wer von der Aktion profitieren könnte.
Die britischen Reaktionen auf die Erstürmung ihrer Botschaft in Teheran zeigen, dass der Konflikt mit Iran eine neue Phase erreicht. Gut übrigens, dass London Solidarität erfährt.
Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran hat Außenminister Westerwelle den deutschen Botschafter aus Iran nach Berlin zurückgerufen. Großbritannien weist derweil alle iranischen Diplomaten aus.
In Teheran haben mehrere hundert Iraner das Gelände der britischen Botschaft gestürmt. Sie rissen die britische Flagge herunter, warfen Steine und verwüsteten Büros. Auch die deutsche Schule war betroffen.
Als Kind kommt Amir Roughani ohne Eltern nach Deutschland. Von der Hauptschule arbeitet sich der Iraner hoch - bis zum eigenen Unternehmen.
Im Atomstreit mit Iran erhöht der Westen den Druck. Großbritannien verhängte scharfe Sanktionen gegen Irans Banken. Russland nannte die Verschärfung amerikanischer Sanktionen unterdessen inakzeptabel.
In einer Resolution fordert die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) von Iran die unverzügliche und vollständige Aufklärung aller offener Punkte zu seinem Atomprogramm. Ein angestrebtes Ultimatum wurde nicht verabschiedet.
In einer Militäranlage in Teheran hat sich eine schwere Explosion ereignet. Mindestens 17 Menschen wurden getötet, die Ursache der Explosion ist noch unklar.
Der amerikanische Verteidigungsminister Panetta hat vor den Folgen eines Militärschlags gegen Iran gewarnt. Ein solcher Schritt könne „unbeabsichtigte Konsequenzen“ auf die ganze Region haben.
Die IAEA trägt in ihrem Bericht viele Hinweise zusammen, die vermuten lassen, dass Iran zielstrebig an Atomwaffen gearbeitet hat. Neue Erkenntnisse sind rar. Doch die Gesamtschau ergibt ein deutliches Bild.
Während Iran ungeachtet des jüngsten IAEA-Berichts sein Atomprogramm fortsetzen will, fordert Frankreichs Außenminister Juppé ein härteres Vorgehen gegen Teheran im UN-Sicherheitsrat. Russland lehnt neue Strafmaßnahmen aber ab.
Iran muss sich nach dem Willen der Internationalen Atomenergiebehörde unverzüglich zu Indizien äußern, die auf fortgesetzte Aktivitäten zum Bau einer Nuklearwaffe hindeuten. Die UN-Behörde verbreitete am Dienstag ihren Bericht über das iranische Atomprogramm.
Iran hat in einem umfassenden Programm die Entwicklung von Atomwaffen betrieben. Nach F.A.Z.-Informationen listet ein IAEA-Bericht Belege dafür auf, dass Teheran in sämtlichen für den Bau von Kernwaffen wesentlichen Bereichen tätig ist oder war.
Vor der Veröffentlichung des Berichts über das iranische Atomprogramm hat Irans Außenminister Salehi das Papier scharf kritisiert: Es beruhe auf gefälschten Dokumenten und könne als Vorwand für einen Angriffskrieg Israels verwendet werden.
Nachdem in Israel seit Tagen über einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen diskutiert wird, hat Iran Israel nun mit „apokalyptischen“ Konsequenzen gedroht. Die Zeitung „Guardian“ berichtet unterdessen, auch Großbritannien bereite sich auf einen Angriff gegen iranische Ziele vor.
In der arabischen Welt verliert Iran an Einfluss. das liegt nicht nur an der Arabellion, sondern auch an Skandalen, die auch den Präsidenten Ahmadineschad nicht gut aussehen lassen.
Der saudisch-iranische Gegensatz wurzelt tief in der Geschichte und alten Animositäten zwischen Schiiten und Sunniten. Die jüngste Eskalation zwischen Riad und Teheran ist auch Ausdruck der saudischen Sorgen über Irans Nuklearprogramm.
Nach dem Mordkomplott wollen beide Seiten die Welt von ihrer Version überzeugen. So oder so keine guten Aussichten für eine diplomatische Lösung im Atomstreit - und schon gar nicht für ein Ende der Eiszeit zwischen Amerika und Iran.
Adel al Dschubeirs sollte mutmaßlich das Ziel eines von Iran in Auftrag gegebenen Mordanschlags sein. Sein Aufstieg zum Botschafter in Washington im Februar 2007 galt als Sensation. Anders als seine Vorgänger ist er kein Mitglied des Königshauses.
Washington hat direkte Kontakte zu Teheran aufgenommen. Viel spricht dafür, dass Amerika die Eskalationsspirale nicht überdrehen will.
Die Beschuldigungen, die Washington gegen Teheran erhebt, werfen eine Frage auf: Wer ist der Dumme?
Der amerikanische Präsident will Iran wegen eines angeblichen Mordkomplotts zur Verantwortung ziehen. Zugleich wies Obama Zweifel an einem geplanten Anschlag gegen den saudischen Botschafter zurück.
Der iranische Attentatsplan klingt zu phantastisch, als dass er erfunden sein könnte. Die Amerikaner wollen mit seiner Veröffentlichung auch Russland und China unter Druck setzen, ihre Hilfestellung für ein Terrorregime aufzugeben.
Die iranischen Verschwörer waren wild entschlossen, ein Attentat gegen den saudischen Botschafter in Washington zu verüben. Dabei stimmten sie sich eng mit einem Offizier der Revolutionsgarden in Teheran ab.
Mit der „islamischen Revolution“ des Ajatollah Chomeini 1979 begann die Feindschaft zwischen Iran und Saudi-Arabien: Teheran erklärte Amerika zum „Großen Satan“, während Riad schon damals der wichtigste Verbündete Washingtons in der arabischen Welt war.
Nach dem mutmaßlichen Anschlagsplan Irans gegen den saudischen Botschafter in Washington hat das amerikanische Außenministerium eine weltweite Terrorwarnung veröffentlicht.
Nach Überzeugung Amerikas hat Iran einen Mordanschlag in Auftrag gegeben. Ziel sei der saudische Botschafter in Washington gewesen. Teheran wies die Anschuldigung als „Erfindung“ zurück.
Sie war die Verführerin in „Chocolat“ und die Pflegerin des „Englischen Patienten“: Schauspielerin Juliette Binoche spricht über das Leben, die Liebe und das Spiel.
Und wenn Michelangelo der Einladung des Sultans damals gefolgt wäre? Mathias Énard schickt den Bildhauer auf die verpasste Reise nach Konstantinopel und schreibt ein kleines, feines Buch über die manipulative Kraft der Geschichten.