Im deutschen Paralleluniversum
Die Deutschen sehen sich gerne als Gralshüter außenpolitischer Vernunft. Doch wie weit kommt man damit in einem „Zeitalter brutaler Großmachtdiplomatie, gestützt auf militärische Macht“?
Die Deutschen sehen sich gerne als Gralshüter außenpolitischer Vernunft. Doch wie weit kommt man damit in einem „Zeitalter brutaler Großmachtdiplomatie, gestützt auf militärische Macht“?
Der Konflikt spitzt sich auf diplomatischer Ebene weiter zu: Iran wirft Großbritannien Einmischung und Provokation vor, London reagiert. In Richtung Kanada, Heimat vieler Absturzopfer, sendet Teheran ganz andere Signale.
2016 gewann Kimia Alisadeh als erste Iranerin eine Medaille bei Olympia. Nun verlässt die Weltklasse-Sportlerin ihr Land aus Protest – und führt die Mächtigen in Iran mit deutlichen Worten vor.
Berichte über Schüsse auf Demonstranten in Teheran seien falsch, sagt ein Polizeigeneral. Die Sicherheitskräfte hätten vor den Protesten am Sonntag den „Befehl zur Zurückhaltung“ bekommen. Auch am Montag gingen Menschen auf die Straße.
Ein Sprecher der Regierung in Teheran sagt, Iran habe nicht gelogen, um den Abschuss des ukrainischen Flugzeugs bei Teheran zu verschleiern. Auch der Präsident habe erst nach zwei Tagen die Fakten erfahren.
Die Proteste gegen die Regierung in Iran schwellen nach dem Abschuss eines Passagierflugzeugs an. Am Wochenende sollen tausende Menschen demonstriert haben. Ein eindringlicher Appell kommt vom amerikanischen Präsidenten.
Noch ist die Lage nicht eskaliert. Die Vereinigten Staaten und Iran bekriegen sich aber schon längst – und zwar im Internet.
Hunderttausende Getreue des Teheraner Regimes gingen diese Woche auf die Straße. Aber das heißt nicht viel in einem Staat, der sich meisterhaft auf Propaganda versteht – schon am Samstag hieß es wieder „Tod dem Revolutionsführer“.
Rob Macaire wurde mitgeteilt, dass seine Teilnahme an einer „illegalen Kundgebung“ gegen die diplomatischen Vorschriften verstoßen habe. Der Botschafter bestreitet die Vorwürfe – er habe nicht an Demonstrationen teilgenommen.
Die Ukraine und Kanada haben von Iran nach dessen Abschuss-Eingeständnis Entschädigungen verlangt. Wie groß sind aus rechtlicher Sicht die Erfolgschancen dieser Forderungen?
Nach dem verzögerten Bekenntnis des Irans zum versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs ist es in Teheran zu Protesten gegen die Regierung gekommen. US-Präsident Donald Trump sagte den Demonstranten seine Unterstützung zu.
London reagiert erbost auf die Festnahme des britischen Botschafters bei einer Demonstration. Trump unterstützt die Demonstranten über Twitter und warnt Teheran vor einer Niederschlagung der Proteste.
Einige bezeichneten die Regierung als „Lügner“, andere forderten, die Verantwortlichen für den Abschuss der ukrainischen Maschine sollten zurücktreten: In Irans Hauptstadt wollten Hunderte Menschen der Toten gedenken – doch aus der Trauer wurde offenbar lautstarker Protest.
Hassan Rohani sicherte dem ukrainischen Präsidenten zu, die Verantwortlichen für den Flugzeugabschuss zur Rechenschaft zu ziehen. Kanadas Premier Trudeau forderte von Iran „vollständige Klarheit“ über den Vorfall.
Nach dem Abschuss des ukrainischen Flugzeuges bei Teheran lässt sich nach und nach erkennen, wie es zu dem Vorfall kam. Eine Rekonstruktion.
„Wir sind uns einig, dass wir alles daran setzen sollten, das Abkommen zu erhalten“, sagt die Kanzlerin bei ihrem Besuch in Moskau. Irans Geständnis zum Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs nennt sie einen „wichtigen Schritt“.
Das Flugzeug war am 8. Januar 2020 nahe der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Alle 176 Insassen starben, darunter 57 Kanadier. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangte eine umfassende Untersuchung und ein vollständiges Eingeständnis der Schuld.
Überraschende Kehrtwendung in Teheran: Nach hartnäckigen Dementis hat der Iran nun doch den versehentlichen Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Menschen an Bord im Land eingeräumt.
Außenminister Heiko Maas warnt vor einer neuen Eskalation des Konflikts zwischen Iran und Amerika. Dennoch will die EU versuchen, das Atomabkommen mit Teheran zu retten – eine schwierige Mission.
Die Iraner müssen ausländische Fachleute an der Untersuchung der Flugzeugkatastrophe beteiligen. Und die Amerikaner sollten ihre Satellitenbilder veröffentlichen.
Iran löst sich Schritt für Schritt von seinen Pflichten aus dem Atomabkommen. Doch die Europäer sehen immer noch Möglichkeiten, die Vereinbarung zu retten.
Wieder ist Kanada Opfer des amerikanisch-iranischen Konfliktes. Premierminister Trudeau wollte eigentlich das Verhältnis zu Teheran normalisieren – der Flugzeugabsturz und Trumps Deeskalation machen es ihm schwer.
Teheran weist Berichte über den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs zurück und unterstellt, damit solle der Flugzeughersteller Boeing geschützt werden. An der Absturzstelle gibt es Ungereimtheiten.
Nach der jüngsten Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geht Washington weiter gegen Teherans Wirtschaft vor – nun den Stahlsektor. Auch Einzelpersonen sind Ziele neuer Sanktionen.
Bis zum 20. Januar werden keine Lufthansa-Maschinen nach Iran fliegen. Der Grund sei die unklare Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen von Teheran.
Unabhängige Untersuchungsberichte dürfte es so bald nicht geben. Doch vieles deutet darauf hin, dass das ukrainische Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen wurde. Das wissen wir über den Absturz.
Der ukrainische Präsident hat „alle internationalen Partner“ dazu aufgerufen, ihre Daten zu dem Absturz vorzulegen. Nun haben die Vereinigten Staaten ihm offenbar Informationen vorgelegt. Die Regierung in Teheran beklagt unterdessen eine „psychologische Kriegsführung“.
Amerikas Geheimdienste sind sicher, dass Iran das Passagierflugzeug nahe Teheran abgeschossen hat. Donald Trump aber hat brutalstmögliche Deeskalation angeordnet – und will sich selbst gegen den Vorwurf der Mitschuld immunisieren.
Beim Absturz und möglicherweise Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs in Iran starb auch eine junge Frau, die in Mainz als Doktorandin arbeitete.
Trumps Angebot an Iran, gemeinsam den IS zu bekämpfen, dürfte wenig Gehör finden. Im Irak profitieren die Dschihadisten von der Eskalation zwischen ihren Gegnern.
Nach dem Absturz der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran geht Kanada von einem Abschuss durch eine iranische Boden-Luft-Rakete aus. Das ergebe sich aus Geheimdienstinformationen verschiedener Herkunft, sagte Premierminister Justin Trudeau am Donnerstag vor Journalisten.
Sie fliegen 850 Meter pro Sekunde und bis zu sechs Kilometer hoch: russische Flugabwehr-Raketen des „Tor“-Systems. Teheran hatte mit Moskau 2005 einen Liefervertrag ausgehandelt.
Ein Flugzeug der Lufthansa hat auf dem Weg nach Teheran über Rumänien gedreht und flog wieder zurück nach Frankfurt. Die Fluggesellschaft nennt als Grund „eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage“.
Die Blackbox soll Klarheit schaffen: Warum ist das ukrainische Passagierflugzeug kurz nach dem Start in Teheran abgestützt? In Amerika rückt nun der Verdacht eines versehentlichen Abschusses durch eine iranische Rakete in den Vordergrund. Regierungsvertreter verweisen auf Satelliten-Daten.
Nach der Eskalation am Golf bekundet Iran, auch künftig mit der Internationalen Atomenergiebehörde zusammenarbeiten zu wollen. Auch zum Atomabkommen könne sein Land zurückkehren, sagt Präsident Rohani – unter einer Bedingung.
Bereits vor dem Absturz des ukrainischen Passagierflugzeugs soll es ein Feuer an Bord gegeben haben. Die iranische Luftfahrtbehörde berichtet, dass die Maschine noch versucht habe umzukehren.