Ende eines Machtvakuums
16 Monate nach dem Sturz Mubaraks hat Ägypten einen neuen Präsidenten. Er wird mit dem Militärrat wie mit liberalen Kräften um Einfluss ringen. Ob die Muslimbrüder ihm die Hand führen, wird aufmerksam registriert.
16 Monate nach dem Sturz Mubaraks hat Ägypten einen neuen Präsidenten. Er wird mit dem Militärrat wie mit liberalen Kräften um Einfluss ringen. Ob die Muslimbrüder ihm die Hand führen, wird aufmerksam registriert.
An diesem Samstag hat Muhammad Mursi seinen Amtseid als Präsident Ägyptens geleistet. Von Anwar Esmat al Sadat, dem Neffen des früheren Präsidenten, trennt ihn vieles - gemeinsam ist ihnen aber die Furcht, dass die Errungenschaften der Revolution verspielt werden.
Es ist der Beginn von Ägyptens Zweiter Republik: Zwei Wochen nach seiner Wahl ist Muhammad Mursi nun auch offiziell Präsident. Damit steht zum ersten Mal ein Zivilist an der Spitze des Staates – und ein Islamist.
Ägyptens neuer Präsident Mohammed Mursi ist am Samstag vor dem Verfassungsgericht vereidigt worden. Zuvor hatte er auf dem Tahrir-Platz in Kairo den Hohen Militärrat herausgefordert: „Keine Institution steht über dem Willen des Volkes.“
Aus Sicht Jerusalems ging es in Ägypten nur um die Wahl zwischen zwei Übeln. Es gibt Grund, im Wahlsieger und neuen Präsidenten Mohammed Mursi das größere zu sehen.
Zehntausende feiern auf Kairos Tahrir-Platz: Mohammed Mursi ist neuer ägyptischer Präsident. Achtzig Jahre nach ihrer Gründung stellen die Muslimbrüder zum ersten Mal das Staatsoberhaupt im bevölkerungsreichsten arabischen Land. Mursi setzte sich in der Stichwahl gegen Ahmed Schafik durch.
Der Tahrir-Platz in Kairo ist seit der Präsidentenwahl wieder der wichtigste Versammlungsort: Tausende Anhänger des Kandidaten der Muslimbrüder, Mursi, haben sich dort versammelt. Sollte am Wochenende aber Schafik zum Sieger ausgerufen werden, könnte wieder Gewalt ausbrechen.
Sollte der frühere Ministerpräsident Schafik zum Wahlsieger der Präsidentenwahl erklärt werden, droht die Muslimbruderschaft mit „einer Konfrontation zwischen dem Volk und der Armee“. Der gestürzte Präsident Mubarak befindet sich derzeit weiter im Koma.
Die Nachricht, dass der ehemalige Präsident Mubarak im Koma liegt, erreichte in der Nacht zum Mittwoch auch zehntausende Demonstranten auf dem Tahrir-Platz. Viele von ihnen glauben, dass das Militär dem früheren Machthaber auf diese Weise einen Gefängnisaufenthalt ersparen will.
Der ehemalige ägyptische Präsident Mubarak liegt laut ägyptischen Sicherheitskreisen im Koma. Lebenserhaltende Maschinen seien aber nicht mehr nötig. Zuvor war Mubarak schon für „klinisch tot“ erklärt worden.
In Ägypten sichert der Hohe Militärrat seine Macht. Eine Herrschaft per Dekret, wie sie bereits die erste postrevolutionäre Phase nach dem Sturz Mubaraks im Februar 2011 prägte, scheint wahrscheinlich.
Die Muslimbrüder in Ägypten haben noch vor Auszählung aller Stimmen ihren Kandidaten Mursi zum Sieger der Präsidentenwahl ausgerufen. Der Oberste Militärrat veröffentlichte derweil eine Verfassungserklärung, die die Befugnisse des Präsidenten deutlich beschränkt.
Ägypten ist vor der Präsidentenwahl am Wochenende ein verunsichertes und polarisiertes Land. Viele Menschen fürchten Kriminalität und Verarmung, das politische Leben ist von Intrigen und Verschwörungstheorien geprägt.
Der Militärrat und die politischen Parteien in Ägypten haben sich auf die Bildung einer Verfassunggebenden Versammlung verständigt. Vorausgegangen waren dreimonatige Beratungen.
In Ägypten sind am Wochenende wieder zehntausende Ägypter auf die Straßen gegangen: sie protestierten dagegen, dass ein Gericht am Samstag mehrere Mitarbeiter des ehemaligen Präsidenten Mubarak freigesprochen hat. Auch der Tahrir-Platz in Kairo ist wieder besetzt.
Ein ägyptisches Gericht hat den früheren Präsidenten Husni Mubarak wegen der Anordnung tödlicher Gewalt gegen Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt. Bei Protesten in mehreren Städten kritisierten Demonstranten das Urteil - sie hatten wie die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe gefordert.
Diejenigen Ägypter, die Mubarak stürzten, haben eine schwere Wahl: Soll ein Mann des alten Regimes oder ein Islamist das Land regieren? Der Ärger entlädt sich in Gewalt.
Beim Kampf um das Präsidentenamt in Ägypten sollen bei einer Stichwahl Muhammed Mursi und Ahmed Schafik gegeneinander antreten. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten Runde kommt es in Kairo zu Protesten und Angriffen.
In Ägypten kämpfen ein Islamist und ein Mann des ehemaligen Mubarak-Regimes um das höchste Staatsamt. In der ersten Runde lag Mursi, der Kandidat der Muslimbruderschaft, vorn. Mubaraks letzter Ministerpräsident Schafik kam auf den zweiten Platz.
Ein Jahr nach dem Ende der ägyptischen Revolution kämpft besonders der Kreuzfahrttourismus auf dem Nil immer noch mit dem schlechten Image des Landes.
Fünfzig Millionen Wahlberechtigte, 13 Kandidaten: In Ägypten wird heute der Nachfolger des gestürzten Staatspräsidenten Husni Mubaraks gewählt. 150.000 Soldaten sollen für Sicherheit sorgen.
Am Sturz des Regimes Mubarak hat er maßgeblich mitgewirkt. Im F.A.S.-Interview spricht der Schriftsteller Baha Taher über Zensur, Literatur und die Präsidentschaftswahl in Ägypten.
An diesem Mittwoch beginnt in Ägypten die Präsidentenwahl. Gute Chancen hat der islamistische Kandidat Abd al Monem Abul Futuh. In eine Stichwahl schaffen dürfte es aber auch der säkulare Gegenkandidat und frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Musa.
Einst brachte sie Guttenberg zu Fall, als sie sich öffentlich schämte. Jetzt sieht sich Bildungsministerin Annette Schavan selbst Plagiatsvorwürfen ausgesetzt.
In Bagdad explodierten einst keine Bomben, sondern das Wissen der Welt: John Freely zeigt in einem glänzenden Buch, wie die Gelehrsamkeit der Antike über den Orient nach Europa wanderte.
Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Schlägerbanden sind in Kairo mindestens elf Personen getötet worden. Die ägyptische Armee griff hart ein.
Der Stopp der Gaslieferungen aus Ägypten nach Israel hat wirtschaftliche Gründe - aber eigentlich geht es doch um Politik. Die Beziehungen verschlechtern sich stetig.
Mehrere Hunderttausend Ägypter haben nach den Freitagsgebeten auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen den Hohen Militärrat protestiert. Sowohl islamische als auch säkulare Gruppen hatten zu der Demonstration aufgerufen.
In Kairo hat der Prozess gegen Fußballfans begonnen, die im Februar nach einem Spiel in Port Said 74 Menschen getötet haben sollen. Ultras der beiden großen Fußballvereine Kairos, Ahly und Zamalek, protestierten gegen den Hohen Militärrat.
Zum Schutz vor Flüchtlingen, Schmugglern und Terroristen errichtet Israel eine 240 Kilometer lange Barriere an der Grenze zu Ägypten. Jeden Tag wächst das Ungetüm aus Stahl um bis zu 800 Meter.
Tausende Islamisten haben in Kairo gegen die Präsidentschaftskandidatur ehemaliger Mitglieder des Mubarak-Regimes demonstriert. An dem Protest auf dem Tahrir-Platz beteiligten sich Anhänger der Muslimbruderschaft und andere Islamisten.
Tonkunst: Ein Prager Großstadtroman von Jaroslav Rudis lässt die Stadt der Romantiktouristen ganz anders klingen - lauter, ehrlicher und schöner.
Die amerikanische Außenministerin Clinton will Ägypten weitere Militärhilfe unabhängig von Fortschritten bei der Demokratisierung gewähren. Vor allem die Durchsuchungen von Büros amerikanischer Nichtregierungsorganisationen hatte zu Zerwürfnissen geführt.
Die Ultras des Kairoer Fußballvereins Al Ahli verstehen sich auch als Vorkämpfer der Revolution. Deshalb verdächtigen sie die Mächtigen, für das Massaker im Stadion von Port Said verantwortlich zu sein.
Russland hat einen amerikanischen Vorschlag für eine neue Syrien-Resolution als „unausgewogen“ abgelehnt. Syriens Opposition lehnte unterdessen einen Dialog mit dem Assad-Regime ab.
Vor einem Jahr begann die Metamorphose der Arabischen Liga. Autoritäre Herrscher führen das revolutionäre Wort gegen Syrien. Sie eint das Ziel, Iran zu schwächen.