Wieso die Nigerianer einen Militärschlag skeptisch sehen
Als Vorsitzender der ECOWAS hat der nigerianische Präsident Bola Tinubu die Reaktion der Gemeinschaft auf den Putsch zu verantworten. Nun gerät er deswegen im eigenen Land unter Druck.
Als Vorsitzender der ECOWAS hat der nigerianische Präsident Bola Tinubu die Reaktion der Gemeinschaft auf den Putsch zu verantworten. Nun gerät er deswegen im eigenen Land unter Druck.
Eine US-Diplomatin traf sich in Niger mit Militärs. Als „äußerst offen und manchmal ziemlich schwierig“ beschrieb Victoria Nuland die Gespräche. Es ging auch um Wagner-Söldner im Nachbarland Mali.
Die Staats- und Regierungschefs der ECOWAS wollen in den kommenden Tagen beraten, wie sie nach dem Auslaufen des Ultimatums an die Putschisten in Niger weiter vorgehen. Die Junta in Niamey sperrt vorsorglich den Luftraum.
Das Auswärtige Amt richtet eine klare Botschaft an die Putschisten in Niger: Sie müssten „mit scharfen persönlichen Konsequenzen“ rechnen, sollte dem abgesetzten Präsidenten und seiner Familie etwas zustoßen.
Zur Begründung verwies ein Sprecher auf eine drohende Militärintervention des westafrikanischen Regionalblocks ECOWAS. Zuvor hatten die Putschisten eine Frist zur Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Bazoum verstreichen lassen.
Die Lage nach dem Putsch in Niger bleibt angespannt, Slowenien kämpft mit einer schweren Naturkatastrophe und der Bundesgerichtshof beschäftigt sich mit der Altersgrenze für Notare. Der F.A.Z.-Newsletter.
Die ECOWAS hatte den Putschisten in Niger mit militärischem Eingreifen gedroht. Viel hängt nun von Nigerias neuem Präsidenten ab. Gerüchte über die angebliche Ankunft von russischen Söldnern machen die Runde.
Die neue Lage in Niger könnte gravierende Folgen für Europa haben. Jetzt droht auch noch ein Krieg. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Laut Präsident Abdelmajid Tebboune wäre ein Eingreifen im Nachbarland eine Bedrohung für Algerien. Im Falle einer Intervention würde „die gesamte Sahelzone in Flammen aufgehen“.
Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS droht den Putschisten in Niger damit, in das Land einzumarschieren. Mali und Burkina Faso würden das als „Kriegserklärung“ begreifen. Droht eine militärische Eskalation im Sahel?
In einer Fernseh-Ansprache betonte Abdourahamane Tiani, dass er sich jede Einmischung aus dem Ausland verbitte. Der westafrikanische Staatenbund Ecowas hat mit militärischer Gewalt gedroht, falls Staatschef Bazoum nicht bis zum 6. August wieder eingesetzt wird.
Die amerikanische Botschaft in Niger reduziert ihr Personal. Frankreich appelliert an die Putschisten, die Sicherheit seines diplomatischen Personals „vollständig zu garantieren“ - auch weil neue Proteste in Niamey angekündigt sind.
In Niger macht die Gruppe M62 Stimmung gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich – und hofft darauf, dass Russland den Westen besiegt. Das Auswärtige Amt fordert Deutsche zur Ausreise auf.
Die Regierungen in Mali und Burkina Faso kamen selber durch einen Staatsstreich an die Macht. Die Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hatte den Putschisten im Niger zuvor ein Ultimatum gestellt und mit „Einsatz von Gewalt“ gedroht.
Die ECOWAS droht den Putschisten mit Gewalt – es wäre nicht ihr erster militärischer Einsatz. Im Westen wächst die Sorge vor dem Einfluss Russlands.
Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft hat am Sonntag Sanktionen gegen Niger verhängt. Die Putschisten warnten vor einer Intervention. Vor der Botschaft der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich kam es zu Ausschreitungen.
Die Gemeinschaft westafrikanischer Staaten will gegen die Putschisten harte Sanktionen verhängen. Auch Frankreich droht den neuen Machthabern - während Demonstranten in Niamey die französische Botschaft attackieren.
Nach dem Staatsstreich in Niger stellt sich die Armee auf die Seite der rebellierenden Militärs. Demonstranten fordern eine Intervention Russlands. In Paris wird über eine mögliche Beteiligung der Wagner-Truppe spekuliert.
Die Festnahme ivorischer Soldaten belastet Malis Verhältnis zu seinen Nachbarn – und Moskau sticht den Westen aus.
Damit reagiert die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas auf neue Terminversprechen für Wahlen der Militärregierung. Die Sanktionen hatten zuvor nicht die erhoffte Wirkung.
Deutschland will seine Mali-Unterstützung nun auf die Mission der Vereinten Nationen fokussieren. Doch die Militärregierung in Bamako setzt längst auf Russland. Warum ist die Lage so vertrackt?
Berichten zufolge sind im Bereich des Regierungspalasts Schüsse gefallen. Die UN zeigen sich besorgt. Der Präsident des Landes sagt in einem Interview, dass er viele seiner Wachleute verloren habe.
Putschistenführer Damiba ist nun offiziell das Staatsoberhaupt für eine nicht näher festgelegte Übergangszeit. Mit Sanktionen wie gegen Mali hält sich die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS noch zurück.
Der Westen zieht sich zurück, dafür kommen nun russische Kräfte in das afrikanische Land. Die Bevölkerung stört das kaum, sagt die Politikexpertin Ornella Moderan.
Die internationalen Sanktionen wegen verschobener Wahlen führen dazu, dass die Kritik an der Militärregierung beinahe verstummt – und sich Demonstranten hinter die Junta stellen.
Die Verschiebung der Wahlen durch die Junta in Mali belastet die Beziehungen zu den westafrikanischen Nachbarn. Die Ecowas-Staatengemeinschaft reagiert mit drastischen Sanktionen, die erhebliche wirtschaftliche Folgen haben könnten.
Erst vor einem Monat hat Frankreich Truppen aus Timbuktu abgezogen. Nun gibt es Berichte über das Auftauchen der russischen Söldner-Gruppe Wagner in Mali. Das stellt die Beziehungen zum Westen auf die Probe.
Einst als Wirtschaftsgemeinschaft gegründet, versucht sich der westafrikanische Staatenbund ECOWAS jetzt auch in Demokratieförderung. Jüngstes Beispiel: Mali, dessen Mitgliedschaft suspendiert wurde.
Mali verliert einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Nach dem Militärputsch hat Frankreich die gemeinsamen Militäraktionen ausgesetzt. Präsident Macron erwägt einen Truppenabzug.
Nach dem Militärputsch in Mali hat die Afrikanische Union das westafrikanische Land suspendiert und mit Sanktionen gedroht. In Deutschland fordern Politiker von SPD und Linken Konsequenzen für den Bundeswehreinsatz in Mali.
Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft war zu einem Sondergipfel zusammengekommen.
In Mali haben Übergangspräsident Bah Ndaw und Regierungschef Moctar Ouane ihren Rücktritt bekannt gegeben. Zuvor waren sie von Offizieren festgenommen und in eine Militärbasis gebracht worden.
Malis Militärjunta macht einen früheren Verteidigungsminister zum Chef einer Übergangsregierung. Damit will sie den Konflikt mit der Westafrikanischen Staatengemeinschaft entschärfen. Einer weiteren Forderung kamen die Putschisten aber nicht nach.
Ursprünglich wollten die Militärs die Macht in Mali erst nach drei Jahren wieder an eine zivile Regierung abgeben. Jetzt soll alles etwas schneller gehen.
Die Regierungen der Nachbarländer Malis stecken in einem Dilemma: Sie drängen die Putschisten zum Rückzug, doch die Protestbewegung unterstützt sie – zumindest noch. Auch für europäische Länder wie Frankreich ist die Lage verfahren.
Nach dem Umsturz in Mali vermittelt die westafrikanische Staatengemeinschaft. Die Putschisten sind bereit, eine Zivilregierung einzusetzen – aber erst in drei Jahren.