Als Begriffe für das Grauen noch fehlten
David P. Boder befragte 1946 Überlebende der deutschen Vernichtungspolitik: Nun liegt eine Auswahl seiner Interviews zum ersten Mal auf Deutsch vor.
David P. Boder befragte 1946 Überlebende der deutschen Vernichtungspolitik: Nun liegt eine Auswahl seiner Interviews zum ersten Mal auf Deutsch vor.
In Kambodscha hat der Prozess gegen drei ihrer wichtigsten noch überlebenden Führer begonnen. Sie wollen von Greueln nichts gewusst haben. Ein jahrelanges Verfahren wird erwartet.
In der Paulskirche, in der Synagoge, in Höchst wurde am Mittwoch an die Pogromnacht von 1938 erinnert. Besonders ergreifend war das Gedenken im Budge-Heim, wo Opfer um ermordete Mitbewohner trauerten.
In der Türkei werden Intellektuelle inhaftiert, die sich öffentlich mit dem Völkermord an den Armeniern befassen. Derweil heben Wissenschaftler kaum erforschte Kapitel des Genozids.
Warum lässt ein Mann zweimal ein Kind allein? Der Frankfurter Fotograf Rafael Herlich hat sich diese Frage stellen müssen.
KIEW, 28. September. Ein Park in der Sonne, welliges Land. Omas mit Enkelkindern auf den Knien, junge Paare auf Bänken, im Gebüsch geleerte Wodkaflaschen, im Hintergrund die Blocks der Vorstädte - das ist Babij Jar in Kiew.
Arno Lustiger hat sich auf die Suche gemacht. Der Historiker fahndete in 30 Ländern nach "unbesungenen Helden". Er wollte Menschen finden, die in den Zeiten der nationalsozialistischen Judenvernichtung die Verfolgten unterstützten.
Wohldosiert gibt der BND zu, früheren Kriegsverbrechern Schutz geboten zu haben. Nun hat der Nachrichtendienst Aktenstücke zu Walther Rauff, einem tatkräftigen Mitorganisator des Holocaust, freigegeben. Stolz muss er darauf nicht sein.
Irans Präsident Ahmadineschad hat wieder einen Eklat in der UN-Vollversammlung provoziert. Den Westen machte er für Kriege, Massenmord und Armut verantwortlich. Amerika warf er vor, die Anschläge vom 11. September selbst angezettelt zu haben.
F.A.Z. NEW YORK/RAMALLAH, 22. September. Der iranische Präsident Ahmadineschad hat wieder für einen Eklat in der UN-Vollversammlung gesorgt. "Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen", sagte er.
Dominique Strauss-Kahn gab dem französischen Fernsehsender Tf1 ein bizarres Interview. Hier bestimmte er die Dramaturgie der medialen Inszenierung. Beim Zuschauer bleibt ein ungutes Gefühl.
Der Schriftsteller Steve Sem-Sandberg hat einen Roman über das Leben im Getto und die Schoa geschrieben, in dem er historische Quellen mit Ausgedachtem mischt.
Es ist", sagt Steve Sem-Sandberg irgendwann im Laufe unseres Gesprächs, "als sähe man den Holocaust in Zeitlupe." Dann stockt er kurz und ergänzt seinen filmischen Vergleich: "Jeder Schrecken wird aus allen Richtungen ausgeleuchtet." ...
Für die falsche Zahl in Russland umgekommener deutscher Kriegsgefangener, die Günter Grass in einem Gespräch mit dem israelischen Historiker Tom Segev unverbessert nannte, hat sich sich letzterer entschuldigt. Nicht ohne Kritik an seinen deutschen Kritikern zu üben.
Der israelische Historiker und "Haaretz"-Autor Tom Segev war kürzlich nach Deutschland gereist, um mit Günter Grass über seinen gerade in Israel erschienenen Roman "Beim Häuten der Zwiebel" zu sprechen.
Eric Friedlers Dokumentation "Aghet - Ein Völkermord" über den Genozid an den Armeniern ist mit dem Robert- Geisendörfer-Preis ausgezeichnet worden. Der Film, befand die Jury, mache "die Historie auf eine beklemmende Weise lebendig ...
Auf gut Jiddisch war er "a Mensch", eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, Humor und Verstand. Noach Flug, Ökonom und israelischer Diplomat, hatte den Holocaust überlebt: 1925 im polnischen Lodz geboren, 1939 mit seiner Familie ...
Die Rückkehr zum politischen Alltag nach den Attentaten fällt Norwegens Parteien einen Monat vor der Kommunalwahl schwer. Vor einer besonderen Herausforderung steht die rechtspopulistische Fortschrittspartei.
FRAGE: ANTWORT: FRAGE: Herr Aly, seit Jahrzehnten ist es für deutsche Historiker die Frage aller Fragen, wie es zum Holocaust kam. Sie haben sie jetzt endgültig beantwortet?ANTWORT: Nichts an der Vorgeschichte bis 1933 führt zwingend nach Auschwitz.
Massenmord ist harte Arbeit, wir wissen es seit Heinrich Himmlers Posener Rede. Anders Breivik hat sich auf diese Arbeit vorbereitet. Er misstraute dem in der Idylle des heutigen Norwegen groß gewordenen Mittelstandskind, sich selbst.
Es ist die Pflicht der Sicherheitsbehörden, ihre Strukturen und Fähigkeiten auch nach scheinbar singulären Katastrophen immer wieder zu überprüfen. Was wir brauchen, ist mehr Wachsamkeit im Netz. Wer Aufrufe zu Hass und Gewalt unterbindet, schränkt die Freiheit nicht ein.
Nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 geriet die mit etwa zwei Millionen Menschen größte jüdische Bevölkerungsgruppe in Europa unter deutsche Herrschaft. Hier setzt der vierte Band der Edition "Verfolgung und Ermordung ...
Während des Wahlkampfes verwendete Obama das „G-Wort“. In der Türkei verwendete er es nicht. Die armenische Diaspora in den Vereinigten Staaten reagierte enttäuscht.
Erst der Krieg gegen Gaza und nun eine rechte Regierung mit Benjamin Netanjahu an der Spitze – Israel erscheint derzeit nicht gerade friedenswillig. Es hagelt internationale Kritik, einige Israelis vermuten darin schnell Antisemitismus. Aber auch Palästinenser nutzen das Holocaust-Argument.