Zwei Engel unter Teufeln
Die Erinnerung an Auschwitz und Dachau ist immer da gewesen. Aber es dauerte 67 Jahre, bis Leslie Schwartz darüber sprechen konnte. Jetzt war der Holocaust-Zeitzeuge in Frankfurt.
Die Erinnerung an Auschwitz und Dachau ist immer da gewesen. Aber es dauerte 67 Jahre, bis Leslie Schwartz darüber sprechen konnte. Jetzt war der Holocaust-Zeitzeuge in Frankfurt.
Der Vater von Judith Kalman hatte vor dem Holocaust schon eine Familie, die jedoch im Holocaust umgekommen ist. Im Prozess gegen Oskar Gröning erzählt Judith von dieser Familie, die sie nie kennenlernte. FAZ.NET dokumentiert die gekürzte Aussage.
Den deutschen Frauen, die im europäischen Osten nach 1939 agierten, wird in einem großen Ausmaß Komplizen- und Täterschaft am Massenmord unterstellt, die sich aber aufgrund der Quellenlage nur für einzelne - gleichwohl äußerst brutale Beispiele - nachweisen lassen.
Im Prozess in Lüneburg sagen Nachfahren von Überlebenden des Holocausts aus. Derweil helfen Historiker dem Gericht, die Rolle des Angeklagten in Auschwitz zu ermessen.
Wer den Vorwurf des Genozids erhebt, muss ihn begründen können– insbesondere die Zerstörungsabsicht.
Weil die Türkei im Ersten Weltkrieg an der Seite der Deutschen kämpfte, waren die Zeugen des „Todes in der Wüste“ hauptsächlich Deutsche. Sie haben versucht, ihre Vorgesetzten in Deutschland und die Öffentlichkeit zu alarmieren.
Der Streit um die deutlichen Worte des Bundespräsidenten spitzt sich zu: Seine Rede vom Völkermord an den Armeniern werde die Türkei Joachim Gauck „nicht vergessen und nicht verzeihen“, hieß es aus dem türkischen Außenministerium.
Der Völkermord an den Armeniern war eine Voraussetzung für die Gründung der Republik. Ihn einzugestehen würde für die Türken bedeuten, diese zu beflecken.
Als im Osmanischen Reich vor hundert Jahren die Armenier ermordet wurden, gab es den Begriff Völkermord noch nicht. Doch war das Massaker ein wichtiger Anstoß, eine strafrechtliche Norm zu schaffen.
Der Bundestag hat am Freitag des Völkermords an den Armeniern gedacht. Dass es tatsächlich ein Genozid war, darüber gab es einen überparteilichen Konsens. Auch die deutlichsten Worte zu der Causa kamen aus dem Parlament.
Die Geste der Holocaust-Überlebenden Eva Kor, die den Angeklagten Oskar Gröning im Lüneburger Auschwitz-Prozess demonstrativ umarmte, um ihm zu vergeben, bewegt auch Großbritannien. Kritikern antwortet sie im BBC-Interview mit eindrucksvollen Worten.
Noch hundert Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern kann zu viel Aufmerksamkeit tödlich sein: Wie die Nachfahren der Opfer in der heutigen Türkei leben.
Vor hundert Jahren begann im Osmanischen Reich der Völkermord an den Armeniern. Historische Fotos zeugen vom Leid der Bevölkerung.
Vor hundert Jahren begann im Osmanischen Reich der Völkermord an der armenischen Minderheit. Viele Türken sahen in den Christen nur Mikroben, die es zu töten galt. Die Grundlagen des Genozids wurden schon lange vorher gelegt.
Dass Bundespräsident Joachim Gauck das Massaker an den Armeniern als Völkermord bezeichnet hat, finden türkische Medien „schockierend“. Die Rede ist von „hässlichen Worten“. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert sprach am Freitag von einem Völkermord.
Die Türkei will mit einer Gegenveranstaltung vom Gedenktag zum Völkermord an den Armeniern ablenken. Ein Lehrstück über Chauvinismus, Geschichtsklitterung und Verdrängung.
Der Direktor des FBI schickt seine Mitarbeiter per Dienstanweisung ins Holocaust-Museum. Eine Rede, die James Comey dort gehalten hat, führte jetzt zum internationalen Eklat.
Der Bundespräsident bezieht klar Stellung: Das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich sieht er als „Völkermord“. Auch weist er auf die deutsche Beteiligung daran hin. FAZ.NET dokumentiert die Rede Gaucks
Bundespräsident Gauck findet klare Worte: Gleich mehrfach spricht er nach einem Gedenkgottesdienst im Berliner Dom von einem „Völkermord“ an den Armeniern im Osmanischen Reich.
Die Mitglieder der Metal-Band System of a Down haben armenische Wurzeln und kämpfen gegen das Vergessen des Völkermords. Ihr Protest ist politisch und persönlich motiviert.
Der Historiker Norman Naimark über den Genozid an den Armeniern, die Haltung der Türkei und diplomatische Rücksichtnahme und wieso Deutschland nichts gegen den Völkermord unternommen hat.
Die Diskussion über die Bewertung des Massakers an den Armeniern vor 100 Jahren sorgt für diplomatische Verstimmungen zwischen Österreich und der Türkei. Die Freundschaft sei nun „dauerhaft befleckt“, teilt die Regierung in Ankara mit.
Am 24. April 1915 begannen die türkischen Massenverhaftungen von Armeniern und die Morde an ihnen. Das deutsche Fernsehen ziert sich zwar nicht wie die Bundesregierung. Doch wieso zeigt es den Völkermord eher am Rande?
In Lüneburg ist ein Mann angeklagt, der das Geld der Menschen verwaltete, die in die Gaskammern von Auschwitz geschickt wurden. Warum erst jetzt?
Man muss einen Völkermord auch Völkermord nennen: Gauck hat die große Koalition vor einem großen Fehler und einer großen Blamage bewahrt.
Das Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg soll als Völkermord anerkannt werden. Auf eine entsprechende Formulierung haben sich nun die Koalitionsfraktionen und die Bundesregierung geeinigt.
Mitten in Berlin gibt es zwei Ehrengräber, über die seit Jahren gestritten wird. Für die einen liegen hier „Drahtzieher des Völkermordes“ an den Armeniern, für die anderen Märtyrer. Der Streit zieht sich bis in die deutsche Politik.
Für viele der aus Deutschland stammenden Israelis und Diasporajuden blieb Deutschland trotz Holocaust eben nicht nur das Land Hitlers, sondern mindestens ebenso sehr die Heimat Goethes und Schillers, also ihre eigene seelische und kulturelle Heimat.
Die Bundesregierung will das Massaker an Armeniern nicht „Völkermord“ nennen – auch wenn die meisten Bundestagsabgeordneten das längst anders handhaben.
In türkischen Schulbüchern wird der Völkermord an den Armeniern geleugnet. Stattdessen lernen Zehntklässler, es habe ein „Armenierproblem“ gegeben, das gelöst worden sei.
Viele Armenier erhoffen sich hundert Jahre nach dem Völkermord mehr Aufmerksamkeit für das Schicksal ihres Volkes. Doch manche fürchten, dass die Erinnerung an die Vergangenheit zum Gefängnis wird.
Außenminister Steinmeier warnt davor, den Streit im Bundestag über das Massaker an den Armeniern auf den Begriff „Völkermord“ zu reduzieren. Bisher hatte die Regierung zu den Auseinandersetzungen im Parlament geschwiegen.
Am Holocaust-Gedenktag stand in Jerusalem des Leben still. Die Regierung versammelte sich in der Gedenkstätte Yad Vashem. Dort wird in einer Ausstellung an das Schicksal von Kindern während des Genozids erinnert.
Am Holocaust-Gedenktag greift Israels Ministerpräsident zu drastischen Worten: Vor dem Zweiten Weltkrieg habe der Westen vergeblich versucht, Nazideutschland zu beschwichtigen. Dieser Fehler wiederhole sich nun in der Iran-Politik.
Die Bewertung des Mordes an mehr als einer Million Armeniern beschäftigt auch den Bundestag. Die Abgeordneten streiten darum, ob das Wort „Völkermord“ verwendet werden darf.
Franziskus’ Rede vom „Völkermord“ an den Armeniern hat nun auch den türkischen Präsidenten auf den Plan gerufen. Erdogan „warnt und rügt“ den Papst für seine Aussage. Und auch mit Deutschland droht ein Konflikt.