Versöhnung in Bosnien per Dekret?
Es ist ein ehrenwerter Vorstoß, in Bosnien die Leugnung von Völkermorden wie in Srebrenica künftig unter Strafe zu stellen. Offen bleibt, ob dieses Dekret zur Aussöhnung beiträgt.
Es ist ein ehrenwerter Vorstoß, in Bosnien die Leugnung von Völkermorden wie in Srebrenica künftig unter Strafe zu stellen. Offen bleibt, ob dieses Dekret zur Aussöhnung beiträgt.
In Bosnien ist Genozid-Leugnung künftig strafbar. Im Kern geht es dabei um den Völkermord von Srebrenica. Die Implementierung des Verbots ist freilich ungewiss.
Versuche, Strafen gegen die Leugnung des Völkermordes von Srebrenica einzuführen, scheiterten immer wieder am Widerstand ethnisch serbischer Politiker in Bosnien-Hercegovina. Nun tritt aber eine Regelung in Kraft, die bei einer Leugnung teils mehrjährige Haftstrafen vorsieht.
Ein gemeinsames Foto mit zwei mutmaßlichen Holocaust-Leugnern hat Philipp Amthor in Erklärungsnot gebracht. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich nun von dem Bild distanziert und sagt, er kenne die beiden Männer nicht.
Wie sollte nach dem Verhältnis zwischen nationalsozialistischer und kolonialer Herrschaft gefragt werden? Wissenschaftlich ist es völlig abwegig, den historischen Vergleich als Methode zu tabuisieren.
Leugnung oder Glorifizierung des Völkermords von Srebrenica sollen strafbar werden. Doch alle Versuche für ein solches Gesetz sind bisher gescheitert. Jetzt könnte ein deutscher Politiker intervenieren.
Esther Bejarano war keine 20 Jahre alt, als sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Sie überlebte, weil sie im Mädchenorchester des Lagers spielte. „Ihre Stimme wird uns fehlen“, sagte Außenminister Maas zu ihrem Gedenken.
Nutzern, die auf Facebook nach Begriffen mit Bezug zum Holocaust suchen, werden künftig auch hierzulande auf ein Aufklärungsportal verwiesen. Der Präsident des jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, begrüßt die Initiative.
Der Mord an den europäischen Juden wird immer wieder kolonialen Genoziden gegenübergestellt. Dabei muss man genau auf die Geltung und die Grenzen solcher Vergleiche achten. Ein Gastbeitrag.
Pius XII. ist wegen seines Verhaltens angesichts des Holocausts der umstrittenste Papst des 20. Jahrhunderts. Im März 2020 hat Papst Franziskus die Akten des Pontifikats freigegeben. Jetzt zogen Historiker eine erste Zwischenbilanz.
Wegen einer Gesetzesnovelle in Warschau ist zwischen Polen und Israel ein heftiger Streit über Entschädigungen für zumeist erbenloses jüdisches Eigentum entfacht, das nach 1945 enteignet wurde.
Zu Beginn seines Staatsbesuches in Israel hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur entschlossenen Bekämpfung von Antisemitismus aufgerufen. Dieser sei nach wie vor in der Welt.
Elf Abiturienten der jüdischen Lichtigfeldschule in Frankfurt feiern ihren Abschluss. Sie sind der erste Jahrgang seit dem Holocaust. Die Absolventen jubeln und gedenken derer, die keinen Abschluss machen konnten.
Der Holocaust-Überlebende Samuel Pisar prägte seinen Stiefsohn Antony Blinken und wurde zu seiner entscheidenden Bezugsperson. Nun kehrt der amerikanische Außenminister an die Schauplätze seiner Kindheit zurück.
Der amerikanische Außenminister Antony Blinken erinnert in Berlin an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion – und an das Schicksal seines Stiefvaters in einem Ghetto und in Konzentrationslagern.
Zum ersten Mal seit dem Holocaust hat ein Jahrgang an einer jüdischen Schule in Frankfurt das Abitur ablegen können. Elf Schülerinnen und Schüler der Lichtigfeldschule feierten ihren Abschluss.
Am sechsten Verhandlungstag befragt das Gericht den Angeklagten zu angeblichen Todeslisten. Auf den Zetteln sind vor allem linksgerichtete Politiker erwähnt, aber es geht auch um Juden und eine Holocaustleugnerin.
Seit kurzem wird die Singularität des Holocausts auch von links in Frage gestellt: Sie verdränge koloniale Genozide und sei eine deutsche Zivilreligion. Die Argumente dieser Kritik sind voller historischer Lücken.
Antisemitismus ist auch 76 Jahre nach der Shoah ein ernst zu nehmendes Problem in Deutschland. Schulen und Universitäten sind in der Aufarbeitung gefragt. Doch wo genau ansetzten? Ein Gastbeitrag.
Ein internationales Gericht hat die Verurteilung des früheren bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladic zu lebenslanger Haft wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestätigt. Das Nachfolgegericht des Internationalen Strafgerichtshofs für Ex-Jugoslawien in Den Haag hielt das 2017 gegen Mladic gefällte Urteil in seiner Berufungsentscheidung aufrecht.
Der oberste Herero kündigt Massenproteste gegen den Besuch von Frank-Walter Steinmeier in Namibia an, falls der Bundespräsident im Parlament in Windhoek für den Völkermord an den Herero und Nama um Vergebung bitten sollte.
Anerkennung des Völkermords in Namibia +++ Rassismus in der Oper +++ evangelischer und katholischer Religionsunterricht +++ Brief aus Istanbul +++ Gender-Umfrage
Wenn die Schuld der Väter allzu glühend beschworen wird, so ist das moralische Selbstüberhöhung: Man wäscht sich von fernen Sünden rein und fühlt sich besser.
Deutschland erkennt den Völkermord in Namibia an und stellt 1,1 Milliarden Euro für Projekte in dem afrikanischen Land in Aussicht. Doch den Opferverbänden reicht das nicht aus. Sie fordern direkte finanzielle Entschädigungen.
Deutschland erkennt die Gräueltaten an den Nama und den Herero als Völkermord an. Rechtliche Folgen hat die Einigung mit Namibia aber nicht. Der Außenminister spricht von einem „gemeinsamen Weg zu echter Versöhnung“.
Viele Jahre kamen aus Paris nur halbherzige Eingeständnisse zur französischen Rolle beim Völkermord. In Ruanda bittet Präsident Macron nun um Verzeihung.
Der französische Präsident sucht die Aussöhnung mit Ruanda und will mehr Einfluss in Afrika. Auch Deutschland sollte auf dem Kontinent mehr tun.
Du sollst nicht gleichgültig sein: Er überlebte den Holocaust, war Präsident des Auschwitz-Komitees und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nun ist Roman Kent im Alter von zweiundneunzig Jahren gestorben.
Die Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene bringt die Maskenpflicht im US-Repräsentantenhaus in Verbindung mit der Judenverfolgung der Nazis. Kritik an der Äußerung weist die Trump-Anhängerin zurück.
Schulfernsehen im positiven Sinn: Die zehnteilige Dokumentation „Krieg und Holocaust“ erzählt vom Weg in die „dunkelste Stunde der Menschheit“.
Der Panturkist Talât Pascha gilt als Organisator des Genozids gegen christliche Armenier. Hans-Lukas Kiesers politische Biographie zeichnet die Kontinuität von Talât bis Erdogan nach.
Die BDS-Bewegung hat die Auslöschung des Staates Israel zum Ziel, auch wenn viele ihrer Anhänger das Gegenteil behaupten. Das zeigen Alex Feuerherdt und Florian Markl in ihrem Buch.
Der amerikanische Präsident Joe Biden spricht in einer Erklärung zu den Massakern an den Armeniern im Ersten Weltkrieg von „Völkermord“. Die Türkei hatte vor diesem Schritt gewarnt.
Wenn ein Land das Massaker des Osmanischen Reichs an den Armeniern als Völkermord einstuft, ist eine diplomatische Krise mit der Türkei programmiert. Gerade spielt offenbar der amerikanische Präsident mit dem Gedanken.
Präsident Emmanuel Macron lässt die Archive über die Rolle Frankreichs während des Völkermords in Ruanda öffnen. Sein Schritt steht für einen grundlegenden Kurswechsel in der französischen Afrikapolitik.
Am jährlichen Gedenktag für die sechs Millionen jüdischen Opfer der NS-Zeit steht in Israel das öffentliche Leben zwei Minuten lang still. Viele Veranstaltungen finden in diesem Jahr virtuell statt.