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2005 machte die AKP-Regierung den mutigsten Schritt zur Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen Staat und PKK. Doch dann waren die Kurden Erdogan im Weg. Wie der Präsident den Ausgleich zunichte macht.
2005 machte die AKP-Regierung den mutigsten Schritt zur Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen Staat und PKK. Doch dann waren die Kurden Erdogan im Weg. Wie der Präsident den Ausgleich zunichte macht.
Es hat gedauert, bis Berlin die richtigen Worte zu den Entwicklungen in der Türkei gefunden hat. Die Sorgen über Presse- und Meinungsfreiheit kommen jedoch zu spät – diese gibt es nicht mehr.
Kanzlerin Angela Merkel hat in Berlin ihre Kritik an der Türkei nach den jüngsten Verhaftungen von Journalisten verschärft. Diese hätten auch Auswirkungen auf die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.
Die Entscheidung über die Unterlassungsklage des türkischen Präsidenten Erdogan gegen den ZDF-Moderator Böhmermann ist vertagt worden. An diesem Mittwoch kreuzten die Anwälte in Hamburg die Klingen.
Wegen Verhaftungen von Journalisten könnte die Visafreiheit für die Türkei erst 2018 erteilt werden, sagt der Vize-Präsident des EU-Parlaments Graf Lambsdorff. Der ehemalige „Cumhuriyet“-Chefredakteur Dündar kritisiert die Bundesregierung als zu nachgiebig.
Die Verhaftung zahlreicher Journalisten ist das auffälligste Einschüchterungsinstrument zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit in der Türkei. Noch weitaus effektiver ist aber etwas anderes.
Erdogan hatte dem Chefredakteur von „Cumhuriyet“ schon vor knapp drei Jahren gedroht. Nun hat er ernst gemacht: 13 Redakteure der Zeitung wurden verhaftet. Was bezweckt der türkische Präsident damit?
Hat noch jemand Zweifel, was der türkische Präsident Erdogan in seinem Land anrichtet? Er lässt die komplette Führung der Zeitung „Cumhuriyet“ verhaften. Der Vorwand ist absurd. Ein Autor der Zeitung äußert sich dazu im Interview.
Die türkischen Behörden gehen weiter gegen missliebige Journalisten vor: Die Polizei hat den Chefredakteur der regimekritischen Zeitung „Cumhuriyet“ festgenommen.
Der türkische Präsident Erdogan geht mit harter Hand gegen seine Kritiker vor. Nun will er gar die Todesstrafe wieder einführen. Grünen-Chef Özdemir sieht darin den letzten Beweis einer fatalen Entwicklung.
Spätestens seit dem verhinderten Putsch befindet sich die Türkei in einem Wandel – und wähnt sich laut ihres Präsidenten in einem „Unabhängigkeitskrieg“. Im Inneren ist der Umbau vollzogen. Jetzt ist die Außenpolitik an der Reihe.
Die türkische Regierung entledigt sich weiterer potentieller Widersacher - dieses Mal im Bildungs-, Justiz- und Gesundheitssektor. Auch weitere kritische Medien werden zur Schließung gezwungen.
In einer Rede zum Nationalfeiertag zeigt sich der türkische Präsident überzeugt davon, dass das Parlament die Wiedereinführung der Todesstrafe befürwortet. Auch, wie er darauf reagieren würde, gibt Erdogan bereits bekannt.
In Montenegro wird ein Journalist angeklagt, in Rauschgifthandel verwickelt zu sein. Er ist für seine investigative Arbeit bekannt. Soll er zum Schweigen gebracht werden?
Unter dem Verweis auf den Ausnahmezustand werden in der Türkei Dutzende Bürgermeister abgesetzt. Kritiker werden so mundtot gemacht.
In Istanbul ist plötzlich ein Rüstungswettlauf ausgebrochen: Warum Türken sich bewaffnen und auf die Mitarbeiter eines Epilierstudios geschossen wird.
Human Rights Watch wirft der türkischen Regierung vor, Folter und Misshandlung in Polizeigewahrsam zu dulden. Bei deutschen Politikern stößt der Bericht auf Bestürzung.
Die Dresdner Sinfoniker wollten ihr Konzertprojekt „Aghet“ zum „Völkermord an den Armeniern“ in Istanbul aufführen. Das Auswärtige Amt sagt die Aufführung im deutschen Generalkonsulat nun ab – die vermutlich zu einem neuen Konflikt mit der Türkei geführt hätte.
Die Türkei setzt im Irak auf kurdische Peschmerga-Kämpfer – auch gegen kurdische Freischärler aus Syrien. So will sie die einen Kurden gegen die anderen ausspielen.
Mehr als 35.000 Verdächtige sind drei Monate nach dem Putschversuch in der Türkei in Untersuchungshaft. Gegen mehr als doppelt so viele wird ermittelt.
In der Türkei entsteht gerade eine islamistische Diktatur. Das darf der EU nicht gleichgültig sein.
Die irakische Armee und ihre Verbündeten haben mit dem Sturm auf die IS-Hochburg Mossul begonnen. Bis zur Eroberung dürfte es aber dauern. Es wird ein blutiger Häuserkampf befürchtet.
Kurdische Peschmerga vermelden bei der Offensive auf Mossul erste Erfolge. Der Streit um eine türkische Teilnahme zeigt aber auch, dass die beteiligten Akteure außer dem gemeinsamen Feind IS nicht viel verbindet.
Nach dem Abschuss des russischen Kampfjets warfen sie sich nur noch Beleidigungen an den Kopf, doch nun sind Erdogan und Putin wieder allerbeste Freunde.
Dieses Schmähgedicht muss er aushalten: Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wies Erdogans Beschwerde als unbegründet zurück – und bestätigt damit das Mainzer Urteil.
Während der Angriff auf Mossul kurz bevorsteht, attackiert der türkische Präsident den irakischen Regierungschef scharf. Zuvor hatte dieser kritisiert, dass die Türkei Truppen im Irak stationiert.
Nach ihrer Aussöhnung besiegeln Präsident Erdogan und Kremlchef Putin den Bau der Pipeline Turkish Stream. Putin stellte der Türkei noch einen Rabatt in Aussicht.
Der türkische Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs belastete die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei schwer. Doch beim Treffen in Istanbul gehen Putin und Erdogan weiter auf Annäherungskurs – und besiegeln ein gemeinsames Großprojekt.
Auf Kosten des Westens baut der türkischen Präsident Erdogan die Zusammenarbeit mit Russland aus. Er unterläuft unsere Interessen in zwei Punkten.
Fast alle hatten darauf gesetzt, dass die Klage gegen Jan Böhmermann und sein Schmähgedicht fallen gelassen wird. Nur einer war offenbar überrascht: Erdogan hat Beschwerde eingelegt.
Kremlchef Putin reist zu Gesprächen mit Erdogan nach Istanbul. Nobelpreis für Wirtschaft wird verkündet. Euro-Gruppe berät über Griechenland-Hilfen.
Juristisch steht er im Feuer, sein Sender und er stehen zusammen: Der Moderator Jan Böhmermann hat seinen Vertrag mit dem ZDF verlängert. Gibt es künftig sogar mehr als das „Neo Magazin Royale“?
Die türkische Regierung hat den Ausnahmezustand um drei weitere Monate verlängert. Unserer Justiz fehlt es schon lange an Moral, doch nun gelten die Gesetze des Dschungels.
In der „Affäre Böhmermann“ wollen die Juristen das letzte Wort haben. Auch nachdem der Moderator die Sache geschickt eingeordnet hat, setzt sich das Trauerspiel fort. Damit war zu rechnen.
Jan Böhmermann erklärt sich in eigener Sache. Er gibt sich witzig, aber macht ernst. Er kritisiert die Türkei, die Kanzlerin und das ZDF. Und Erdogan? Der legt Beschwerde ein, damit gegen Böhmermann wieder ermittelt wird.
Seit geraumer Zeit kündigen sie an im Oktober Mossul vom „Islamischen Staat“ befreien zu wollen. Kurz vor der geplanten Aktion geraten die Verbündeten Irak und Türkei jedoch in Streit.