In Libanon kippt die Stimmung
Eine Woche nach der riesigen Explosion im Hafenviertel von Beirut scheint die Stimmung in Libanon zu kippen. Aus der Trauer erwächst bei vielen Menschen nun Wut. Ihr Unmut richtet sich gegen die Regierung.
Eine Woche nach der riesigen Explosion im Hafenviertel von Beirut scheint die Stimmung in Libanon zu kippen. Aus der Trauer erwächst bei vielen Menschen nun Wut. Ihr Unmut richtet sich gegen die Regierung.
Im Libanon glaubt kaum jemand, dass es bald eine neue Regierung geben wird. Doch die wird dringend gebraucht: Nach der Zerstörung des Beiruter Hafens droht ein Versorgungsengpass und die Corona-Neuinfektionen nehmen zu.
Der Israeli Ittai Joseph Tamari war 16 Jahre alt, als er mit seinem Vater Olympia 1972 in München besuchte. Dort erlebte er den Schrecken des Geiseldramas mit. Die Folgen beschäftigten ihn jahrelang.
Die SPD schwelgt in ungewohnter Harmonie, während im Libanon und Belarus die Menschen abermals zum Protest auf die Straßen gehen. Auch der Konflikt zwischen China und Amerika zieht weiter an. Alles Wichtige im Newsletter für Deutschland.
Libanons Regierung ist Geschichte. Doch in Beirut brodelt es nach der gewaltigen Explosion weiter: Demonstranten versuchten, eine Absperrung zum Parlament zu überwinden. Die Polizei setzte Tränengas ein.
Seit vielen Jahren plündert eine korrupte politische Klasse ungestört den Libanon aus. Auch der Rücktritt der derzeitigen Regierung wird daran nichts ändern. Selbst Todfeinde verbünden sich für den Machterhalt.
Die Wut der Libanesen auf ihre Politiker ist groß. Einige verlangen jetzt gar, dass ihr Land wieder französisches Mandatsgebiet wird. Eine Forderung, die wenig realistisch ist.
Die Gier nach Geld, Macht und politischem Posieren, dazu das notorische Doping haben den Wert der Olympischen Spiele verschwimmen lassen. Abschaffen, verlangen deshalb die Überdrüssigen. Doch das darf nicht sein.
Deutschland beteiligt sich nach Angaben von Außenminister Maas mit 20 Millionen Euro. Der französische Präsident Macron ruft die libanesische Führung auf, das Land durch Reformen vor dem Untergang zu bewahren.
Das revolutionäre Moment eines Neubeginns liegt in der Luft. Denn die politische Führung hat das allerletzte Vertrauen verspielt. Doch es lauern Gefahren, und Hindernisse versperren den Weg.
In Israel haben erneut tausende Menschen gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu protestiert. Er ist wegen Korruption angeklagt. Außerdem steht er wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie in der Kritik.
In Beirut treibt die Wut auf die Politik Abertausende Menschen auf die Straßen. Die Lage in der Stadt ist unübersichtlich. Dieses Mal wollen die Demonstranten die korrupte Elite des Landes nicht davonkommen lassen.
Seit fünf Jahren lebt unser Korrespondent Christoph Ehrhardt in Beirut. Zerstörung hat er in vielen arabischen Ländern gesehen. Diesmal hat es ihn getroffen: sein Zuhause, seine Familie.
Bei einer internationalen Geberkonferenz soll beraten werden, wie dem krisengeschüttelten Land geholfen werden kann. Der Bundesaußenminister sagte schon vorab zehn Millionen Euro Soforthilfe zu.
Tausende treibt die Wut auf die politische Führung des Libanon auf die Straßen. Demonstranten sollen das Außenministerium gestürmt haben. Vermutlich fielen in der Stadt auch Schüsse. Ministerpräsident Diab schlägt vorgezogene Neuwahlen vor.
Früher galt die Unterkunft in Frankfurt-Bonames als vorbildlich. Seit einer Debatte um Kochplatten wird jedoch Kritik an den Lebensumständen der Geflüchteten laut. Ein Besuch.
Im Libanon kreuzen sich die Interessen von Staaten und Potentaten, die der EU nichts Gutes wollen. Europa muss dem Land darum nicht nur aus Mitgefühl, sondern auch aus Eigeninteresse helfen.
Die deutschen Einsatzkräfte sind schockiert vom Ausmaß der Zerstörung. Am Samstag werden Opfer der Katastrophe zu Grabe getragen – Aktivisten rufen derweil zum Protest auf.
Die Bewohner Beiruts müssen nach der Explosionskatastrophe einen Wiederaufbau unter extremen Bedingungen bewerkstelligen. Manche hoffen, der innere und äußere Druck werden die korrupte politische Klasse zu Reformen bewegen.
Virologen plädieren dafür, dass Schüler auch im Unterricht Masken tragen. Und sie fordern, dass die Schulen schon heute Vorkehrungen treffen für die kalte Jahreszeit.
Am Freitag waren die Aufräumarbeiten auf dem Hafengelände der libanesischen Hauptstadt noch in vollem Gange.
Zahlreiche Künstler der arabischen Welt stammen aus Beirut oder haben dort ihre Bleibe. In den sozialen Medien zeigt sich ihre Not.
Nach der verheerenden Explosion in Beirut gibt es in aller Welt Solidaritäts-Kundgebungen für die Menschen im Libanon.
In Beirut einfach nur humanitär zu helfen, würde jene Kräfte stärken, die das Land in den Abgrund geführt haben. Die EU muss im Libanon politisch agieren.
Man hatte sich darauf eingestellt, dass der alte Libanon früher oder später einfach implodieren würde. Nun ist er explodiert. Beirut wird nicht mehr sein, was es einmal war – und es war so viel.
Nach der unfassbaren Katastrophe von Beirut wird nun die Schuldfrage immer lauter. Wie gefährlich die QAnon-Bewegung ist und was am Freitag sonst noch wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.
In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.
Noch ist in Beirut die Suche nach den Opfern nicht abgeschlossen. Doch der Streit um die Verantwortung für die verheerenden Explosionen ist bereits voll entbrannt. Eine unabhängige Untersuchung fürchten offenbar viele.
Die EU-Kommission hat dem Libanon für die erste Notversorgung 33 Millionen Euro zugesagt. Das ist aber nur der Anfang. Die Kommissionspräsidentin macht sich schon Gedanken über den Wiederaufbau.
Bei der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft getötet worden. Außenminister Maas zeigte sich bestürzt: „Unsere schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt.“
In Beirut wird nach Ursachen der Katastrophe gesucht. Japan erinnert an den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren. Alles Wichtige steht im F.A.Z.-Newsletter.
Mehr als 24 Stunden nach der Detonation einer Lagerhalle im Hafen von Beirut geht die Suche nach Verschütteten weiter. Auch das Technische Hilfswerk ist in den Libanon gereist.
Die Explosion im Hafen von Beirut geht wohl auf einen nachlässigen Umgang mit gefährlichen Substanzen zurück. Schon früher machten Milizen Geld damit, dass sie Giftmüll dort lagerten. Auch deutsche Unternehmen mischten mit.
Wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland ist eine Frau in Frankfurt festgenommen worden. Sie hatte sich in Syrien offenbar dem Islamischen Staat angeschlossen und ihre Kinder gemäß der IS-Ideologie erzogen.
Für die Bewohner und ihre Stadt ist die Explosion im Hafen von Beirut eine Katastrophe. Für den Libanon bedeutet sie einen Neuanfang – hoffentlich.
Mit Michel Aoun haben die Libanesen einst große Hoffnungen verbunden. Dann wurde er selbst Teil des korrupten Systems, das das Land in die Katastrophe geführt hat.