Hilflose Blutsbrüder
Rund 280.000 Tataren leben auf der nun russisch besetzten Halbinsel Krim. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Krimtataren. Doch die Krise in der Ukraine zeigt, dass sie nicht in derselben Gewichtsklasse boxt wie Russland.
Rund 280.000 Tataren leben auf der nun russisch besetzten Halbinsel Krim. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Krimtataren. Doch die Krise in der Ukraine zeigt, dass sie nicht in derselben Gewichtsklasse boxt wie Russland.
Das Nachbarland wird von Russland erst dann nicht mehr bedrängt werden, wenn in Kiew eine Moskau genehme Regierung an der Macht ist. In seinem Fernsehauftritt hat Präsident Putin klar signalisiert, dass er sich alle Optionen offen hält. Wenn er nun Zurückhaltung übt, hat das taktische Gründe.
Wladimir Putin könnte in der Ukraine die Gelegenheit nutzen, seine Pläne einer postsowjetischen Neuordnung voranzutreiben, fürchtet der Russland-Koordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD). Trotzdem plädiert der Osteuropa-Experte im Interview mit FAZ.NET für Verhandlungen.
Die Republik Moldau erinnert angesichts der Krise in der Ukraine an Transnistrien: Nach dem Bürgerkrieg unterstützte Moskau die Sezession der Provinz. Der international nicht anerkannte, totalitäre Ministaat Transnistrien wäre ohne russische Hilfe nicht lebensfähig.
Auf den militärischen Druck folgt der wirtschaftliche: Russlands Rohstoffriese Gasprom hat die Gaspreise für die Ukraine erhöht, obwohl dem Land ohnehin das Geld ausgeht. Hilfe kommt aus Amerika und Europa - und vielleicht auch von einem deutschen Energieversorger.
Das Säbelrasseln am Schwarzen Meer erschreckt. Auch in Deutschland rauschten die Aktienkurse in den Keller. Wie nachhaltig sind politische Börsen?
In einem Punkt sind sich Amerika und Europa einig: Nach dem russischen Vormarsch auf der Krim wollen die westlichen Staaten Präsident Putin international isolieren. Doch wie hart die Strafmaßnahmen gegen Moskau ausfallen sollen, ist unter den Regierungen höchst strittig.
Die dramatischen Ereignisse auf der Halbinsel Krim sorgen auch an den amerikanischen Börsen für Unruhe. Vor allem Finanzaktien stehen unter Druck. Doch manche Börsianer hoffen.
Für Außenminister Steinmeier ist die Gefahr einer neuen Spaltung des Kontinents real. Sollte Russland die Lage in der Ukraine nicht deeskalieren, droht die EU Sanktionen an.
Immer einen Schritt weiter, immer eng verbunden mit Moskau: Wie die prorussischen Kräfte auf der Krim die Spannung anheizen.
Die Krise auf der Krim hat weltweit die Börsen auf Talfahrt geschickt. Russlands Aktienmarkt brach um 10 Prozent ein, der Dax schließt 3,5 Prozent tiefer.
Auch wenn der Konflikt in der Ukraine weiter eskaliert, wird Russland Gas an Deutschland liefern. Das hat Tradition bis in den Kalten Krieg. Umgekehrt gibt es für Deutschland keine echte Alternative.
Die G8-Staaten gehen auf Distanz zu einem Partner, der Europa in eine geopolitische Krise gestürzt hat. Aber vielleicht fühlt sich der russische Präsident Putin in der isolierten Lage ja besonders wohl. Eine Analyse.
Berlin versucht, Gesprächskanäle zwischen Kiew, Moskau und Washington (wieder) zu öffnen. Das Signal geht an Putin: Er hat die Wahl zwischen Kaltem Krieg und Kooperation. Nun könnte ein politischer Dialog beginnen – wenn es die Konfliktparteien wollen.
Die Zentralbank in Moskau erhöht überraschend den Leitzins auf 7 Prozent. Der Rohstoffriese Rosneft will derweil mitten in der Krim-Krise eine wichtige ukrainische Raffinerie kaufen.
Über die Ukraine weiß Deutschland wenig. Günther Jauch wollte in seiner Talkshow helfen und machte den Krimi auf der Krim zum Thema. Er selbst lernte einiges.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in die Krim-Krise eingeschaltet. In einem Telefonat mit Russlands Präsident Putin hat sie schwere Vorwürfe erhoben. Amerikas Außenminister droht Russland mit dem Ausschluss aus der G8-Gruppe. Die Ukraine bereitet sich auf den Ernstfall vor.
Der Moskauer Machthaber zeigt sich unnachgiebig. Der amerikanische Präsident Obama steht vor einem Dilemma: Er muss Härte zeigen, braucht Putin aber in der Syrien-Krise und im Atomstreit mit Iran.
Wirtschaftlich ist Russland kaum noch von der Ukraine abhängig. Nicht mal für den Gastransport ist sie noch entscheidend. Inzwischen sind auch andere Republiken durch Russland gefährdet.
Nato-Generalsekretär Rasmussen hat Russland aufgefordert, seine Aktionen gegen die Ukraine sofort zu beenden. Die Nato unterstütze die Souveränität des Landes. Eine Beistandspflicht besteht nicht – auch wegen deutscher Bedenken.
Die neue „Regierung“ auf der Halbinsel Krim will eilig ihre Macht zementieren und mit Moskaus Hilfe unabhängig werden. Doch viele Bewohner blicken mit Angst in die Zukunft.
Der russische Präsident zieht seine roten Linien mit dem Bajonett. Noch hat der Westen keine wirksame Gegenstrategie. Doch die Krim-Krise ist nicht das Schlimmste, was im Osten Europas geschehen kann.
Russlands Zugriff auf die Krim ist ein Angriff aus Angst. Dahinter steht der verzweifelte Kampf eines Mannes, der seine Macht schwinden sieht. Manche geben Putin nur noch ein Jahr.
Putin und seine Leute sind sich offenbar sicher, dass westliche Politiker den Umsturz in Kiew bewusst herbeigeführt haben. Russland sieht sich vom Westen bedroht, das Land wird auf Krieg eingestimmt.
Jahrhundertelang gehörte der Westen der Ukraine nicht zu Russland. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg begann die Herrschaft Moskaus – mit Hunger, Terror und Massenmord. Im Osten sah die Lage anders aus: Analyse einer historischen Spaltung.
Putin ließ sich nicht lange bitten: Wie ein Uhrwerk funktionierte das Spiel von Parlamentsforderungen und Einsatzbitten. Jetzt sind seine Absichten wenigstens klar. Für den Westen wird es nun sehr schwierig.
Für Putin ist der Zerfall der Sowjetunion die größte Tragödie des 20. Jahrhunderts. Er wird die Ukraine nicht einfach aus seinem Einflussbereich entschwinden lassen. Doch es gibt auch bittere Wahrheiten, denen er sich nicht entziehen kann.
Der Schutz eigener Staatsangehöriger im Ausland ist ein beliebter Interventionsgrund. Nicht nur Putin sieht es als seine höchste Pflicht an, seine Bürger überall zu schützen.
Mit einem Trick sorgten die westlichen Mächte im UN-Sicherheitsrat dafür, dass sie sich öffentlich mit Russland streiten konnten. Moskau soll isoliert werden. Amerika fordert die Entsendung einer Beobachtermission in die Ukraine.
Der Kreml hat die Situation auf der Krim immer mehr eskaliert. Diensteifrige Duma-Fraktionen flankierten das Vorgehen mit Gesetzesvorhaben. Doch wenn Putin die Halbinsel tatsächlich „heim“ holen wollte, könnte er sich verrechnen.
Der russische Föderationsrat hat einer Bitte von Kremlchef Wladimir Putin um einen Militäreinsatz auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zugestimmt. Putin begründet dies mit der „außergewöhnlichen Situation“.
In Moskau läuft das internationale Sport- und Kulturfestival „Open Games“. Doch die Veranstaltungen werden immer wieder sabotiert: Bombendrohungen verhindern die Eröffnungsfeier, die Kühlmaschine der Eisbahn fällt aus.
In Washington hat Präsident Obama Moskau vor einer offenen militärischen Intervention gewarnt. Ein Eingreifen würde einen hohen Preis nach sich ziehen. Putin weiß, dass Amerika andere Konflikte ohne russische Mitwirkung schwerlich regeln kann.
Das umstrittene Sprachengesetz in der Ukraine soll doch nicht verabschiedet werden. Das sagte EU-Kommissionspräsident Barroso nach Gesprächen mit dem ukrainischen Übergangs-Ministerpräsidenten Jazenjuk.
Viktor Janukowitsch sieht sich noch immer als rechtmäßiger Präsident seines Landes. Seine Rede zeigt die Hilflosigkeit eines Mannes, der sowohl in Kiew als auch in Moskau kaum noch Verbündete hat.
Der russische Oppositionspolitiker Nawalnyj wurde unter Hausarrest gestellt. Er darf seine Wohnung nicht verlassen. Auch Internetverbindungen darf er nicht aufnehmen. Liegt es daran, dass er für die Majdan-Bewegung Partei ergriff?