Kiew hat hier gar nichts unter Kontrolle
In der Ostukraine ist kaum noch zu durchschauen, wer eigentlich wen angreift und warum. Die Wirklichkeit jedenfalls sieht anders aus, als es die Nachrichten aus Kiew und Moskau behaupten.
In der Ostukraine ist kaum noch zu durchschauen, wer eigentlich wen angreift und warum. Die Wirklichkeit jedenfalls sieht anders aus, als es die Nachrichten aus Kiew und Moskau behaupten.
Washington fühlt sich von Moskau belogen und getäuscht. Das Verhältnis zu Russland wird gerade komplett neu bewertet. Weitere Sanktionen sollen Putin zur Vernunft bringen - doch deren Hauptlast tragen die Europäer.
Auf der Krim feierte Anfang der neunziger Jahre eine starke Bewegung für den Anschluss an Russland bei Wahlen Triumphe - und war trotzdem zu schwach, um sich zu behaupten. Aber ihre Geschichte spielt in diesem Frühjahr eine große Rolle.
Der Kreml verdreht im Ukrainekonflikt nicht zum ersten Mal Kausalketten. Auch Al Qaida entstand als Folge russischer Aggression und saudischer Ideologie. Den Preis zahlt die Welt bis heute: im Kampf gegen den Terror.
Der Westen beschließt neue Strafmaßnahmen gegen Russland: Die Sanktionen sollen „zügig“ erlassen werden, kündigen die G7-Staatschefs an. Amerika hatte Russland zuvor vorgeworfen, mehrfach den ukrainischen Luftraum verletzt zu haben.
Der ukrainische Ministerpräsident malt schon den dritten Weltkrieg an die Wand. Doch alles spricht gegen dieses Horrorszenario.
Russische Militärflugzeuge sind nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums in den vergangenen 24 Stunden mehrfach in den ukrainischen Luftraum eingedrungen. Der Kreml müsse „sofortige Schritte“ zur Deeskalation unternehmen.
Der harte Kurs des Kremls in der Ukraine-Krise verschreckt ausländische Investoren - und drückt die Bewertung von Russlands Kreditwürdigkeit. Die Regierung in Moskau gibt sich gelassen. Doch die Notenbank erhöht bereits das Zinsniveau.
Die Sanktionen des Westen treffen Russlands Wirtschaft. Doch der Kreml kann sich seinen Kurs noch lange leisten. Denn Russlands Staatsfinanzen sind solide - für den Moment.
Zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. erwartet der Vatikan zwei Millionen Pilger. Aber wie wird eigentlich entschieden, wer ein Heiliger wird? Bei Karol Wojtyla war die Sache schneller klar als bei allen anderen.
Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs bereisen zusammen Moldau und Georgien. In Russlands „nahem Ausland“ wollen sie für die EU Flagge zeigen – zumindest ein wenig. Denn Steinmeier und Fabius achten peinlich genau darauf, den Kreml nicht herauszufordern.
Russland und Amerika verschärfen im Ukraine-Konflikt die rhetorische Gangart. Eine Lösung der Krise scheint immer schwieriger. Bundesaußenminister Steinmeier warnt, während ukrainische Truppen Boden gutmachen.
Die Krise in der Ukraine spitzt sich zu, Russland ist international zunehmend isoliert. Die deutsche Regierung hat darum den Export von Rüstungsgütern gestoppt. Der amerikanische Präsident Obama wirft Russland vor, die Genfer Abmachungen nicht einzuhalten.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow droht mit einer „Antwort“, sollten russische Interessen in der Ukraine verletzt werden - so wie in Georgien 2008, wo das Land einmarschierte. Das westliche Militärbündnis reagiert besorgt.
Die Stadt Slawjansk im Osten der Ukraine ist fest in der Hand der prorussischen Separatisten. Jetzt wurde ein Mitglied der Vaterlandspartei tot aufgefunden. Kiew gibt Moskau die Schuld.
Die „Wiederherstellung“ der Größe Russlands hat für den Kreml Priorität. Andere Grundbedürfnisse der Bevölkerung müssen hintanstehen. Die Führung in Moskau propagiert ein Land genügsamer Selbstversorger.
Die Akteure auf den Finanzmärkten in Moskau sind stark verunsichert. Unternehmensanleihen werden nicht mehr emittiert. Und die Regierung will keinen Präzedenzfall schaffen.
Washington schickt 600 Soldaten nach Polen und in die drei baltischen Staaten. Russland hat unterdessen ein Manöver im Kaspischen Meer begonnen. Die ostukrainische Stadt Slawjansk wird noch immer von prorussischen Aktivisten kontrolliert.
Der Kreml wird sich seine Eroberungen schon bald nicht mehr leisten können, denken viele im Westen. Doch Putins finanzielle Reserven sind groß.
Trotz Friedensabkommen fallen abermals Schüsse in der Ostukraine. Dabei wollen die Vereinigten Staaten nicht weiter zusehen: Moskau müsse die Separatisten nun schnell zur Räson bringen, fordert Außenminister Kerry.
Zwanzigtausend Seelen hat die Ortschaft Schilowo südöstlich von Moskau. Bei den Osterfeierlichkeiten schwingt wie überall im Land auch hier die Sorge um die weitere Entwicklung des Ukraine-Konflikts mit.
Die deportierten Deutschen und Tataren von der Krim werden rehabilitiert. Einen entsprechenden Erlass hat der russische Präsident Putin unterzeichnet. Auch sollen Einwanderer leichter Russen werden können. Und die Krim selbst wird ein Paradies für Spieler.
Von Deeskalation keine Spur: Russlands Außenminister Lawrow wirft der Ukraine vor, das Genfer Friedensabkommen zu missachten, weil der Majdan in Kiew noch immer nicht geräumt sei. Damit komme Russland „in eine schwierige Lage“.
Nach dem Schusswechsel in der ostukrainischen Stadt Slawjansk spitzt sich die Lage weiter zu: Ein Anführer der Separatisten ruft Präsident Putin dazu auf, Waffen und „Friedenstruppen“ in das Land zu schicken.
Nach einer mysteriösen Schießerei im ostukrainischen Slawjansk machen sich Moskau und Kiew gegenseitig Vorwürfe. Russland beschuldigt die Ultranationalisten des „Rechten Sektors“. Und auch in Kiew wächst der Druck auf die Kämpfer.
Außenminister Steinmeier widerspricht Washington und Verteidigungsministerin von der Leyen. Die Genfer Ergebnisse seien eine Chance, von denen es nicht mehr viele geben werde, sagte er.
Im Februar 1990 sprach der damalige Außenminister mit der Führung in Moskau über die Ausdehnung der Nato nach Osten. Putin beruft sich noch heute darauf.
Der EU-Kommissar für Energie fordert, Kiew bei der Zahlung seiner Gasrechnungen an Russland zu unterstützen. Sollte Moskau den Hahn zu drehen, würde das auch Deutschland treffen.
Kurz nach dem Genfer Gipfel herrscht Uneinigkeit über die Vereinbarungen: Amerika fordert, die prorussischen Kräfte im Osten abzurüsten. Moskau verlangt, zunächst jene zu entwaffnen, die sich an der prowestlichen Revolution in Kiew beteiligt haben sollen.
Nach Putins Fernsehauftritt und der Einigung von Genf zeigen sich Russlands Medien milde wie selten. Doch nicht nur in der Ukraine gibt es Zweifel am wahren Willen des russischen Präsidenten zur Deeskalation.
Am Tag nach der Einigung auf einen Friedensplan für die Ostukraine schwindet die Hoffnung auf dessen Umsetzung. Russland verteidigt den Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze und stellt für die Entwaffnung der prorussischen Separatisten neue Forderungen.
Russlands Präsident beschwört die Opferbereitschaft seines Volkes, das er dem Westen moralisch für überlegen hält. Dann darf auch der Whistleblower Edward Snowden zum Präsidenten sprechen - und das Volk lauscht beeindruckt. Die Analyse einer Inszenierung.
In Genf läuft der Krisengipfel zur Lage in der Ukraine. Präsident Putin gesteht in einem Fernsehauftritt erstmals den Einsatz russischer Soldaten auf der Krim ein und beharrt auf das Recht eines Militäreinsatzes im Osten. Auch Edward Snowden lässt er sich zuschalten.
Wer anders denkt, gilt als „Nationalverräter“ oder gleich als West-Agent. Der Umgang mit den Kritikern des Putin-Kurses in Russland weckt alte Erinnerungen. Auch das Ende der UdSSR wird neu diskutiert.
Im Osten der Ukraine ziehen sich die Regierungstruppen aus dem Gebiet Donezk zurück. Zuvor hatten Bewaffnete einen Stützpunkt der Nationalgarde angegriffen. Drei Separatisten sollen dabei getötet worden sein.
Für Sanktionen gegen Russland ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Der Westen muss seinen Worte Taten folgen lassen. Und auch die deutsche Wirtschaft muss einsehen, dass Putin die friedenspolitische Rendite verspielt.