„Viele fühlen sich heimatlos, ausgesetzt und abgehängt“
Politikwissenschaftler Hans Vorländer hat Pegida und den „sächsischen Chauvinismus“ untersucht. Im Interview sucht er nach Gründen für Clausnitz und Bautzen.
Politikwissenschaftler Hans Vorländer hat Pegida und den „sächsischen Chauvinismus“ untersucht. Im Interview sucht er nach Gründen für Clausnitz und Bautzen.
Sind die Menschen in Sachsen empfänglicher für rechtsextreme Parolen? Zumindest zeigen die Zahlen: Die rechten Milieus haben sich vermischt, fremdenfeindliche Übergriffe häufen sich rasch. Die Politik hat das lange ignoriert.
Die öffentliche Empörung war groß nach den Vorkommnissen in Clausnitz. Doch was haben die Bewohner des Erzgebirgsdorfs nach der stundenlangen Blockade des Flüchtlingsbusses zu sagen?
Bei dem Tumult vor der Asylbewerberunterkunft in Clausnitz hat die Polizei mehrere Flüchtlinge hart angegangen. Die Polizei sagt: Das war notwendig.
Er glaubt, dass Deutschland kein Staat, sondern eine GmbH ist. In Dresden wurde ein sogenannter Reichsbürger verhaftet, der am Überfall auf einen Gerichtsvollzieher beteiligt gewesen sein soll.
An vielen Orten demonstrieren fremdenfeindliche Bewegungen, in Dresden mobilisiert Pegida Tausende Anhänger. Der frühere Bundestagspräsident Thierse spricht von „Wohlstandsrassismus“.
Plötzlich Weltspitze: Anna Seidel ist erst 17 Jahre alt und gehört trotzdem schon zu den Besten im Shorttrack. Nun will sie auch beim Heim-Weltcup in Dresden auf sich aufmerksam machen – und ihrer Verpflichtung gerecht werden.
Kurz nach der Wende machte Chemnitz Schlagzeilen als alternde Stadt, der die Einwohner abwandern. Jetzt geht es langsam bergauf.
Im Osten blühen nicht die Landschaften, sondern die Großstädte. Von Rostock bis Leipzig steigen Mieten und Hauspreise. Und manch einer fürchtet, dass sich alte Fehler wiederholen.
Wie jeden Montag ziehen die Pegida Anhänger durch Dresden. Am Rande der Demonstration werden Autos angezündet – dort wo die Pegida-Teilnehmer üblicherweise parken.
Zu Pegida kommen viele Wendeverlierer, zeigt eine neue Studie. Wo vieles wegbricht, ist für sie die Herkunft das Einzige, das man ihnen nicht nehmen kann – und das ein Fremder nie erreichen kann.
Wie geht es der Binding-Brauerei? Wer trinkt noch Henninger? Das verrät die Radeberger-Gruppe, der diese Marken gehören, nicht. Wohl aber, dass sie von all ihren Dutzenden Getränken 2015 mehr abgesetzt hat als 2014.
Mit ihren ständigen Attacken gegen Asylbewerber, „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ verliert Pegida-Rednerin Tatjana Festerling jedes Maß. Das hat nicht nur ideologische Gründe. Warum ist das so?
Wie lange will sich Sachsen diesen Zirkus noch gefallen lassen? Jeden Montag Randale in Leipzig, Dresden und bald auch anderswo? Höchste Zeit, dass die „Eliten“ gegensteuern.
Warum darf ein gewählter Bürgermeister sein Amt nicht antreten? Immer mehr Sachsen beschleicht das Gefühl, abgehobene Politiker und Bürokraten nötigten ihnen politische Entscheidungen auf.
Mehr als ein dutzendmal läuft zu Weihnachten wieder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Eine Ausstellung am Drehort Schloss Moritzburg zeigt, welch ein Politikum der Dreh war. Und warum der Film läuft und läuft und läuft.
In Dresden sind tausende Gegner und Anhänger des „Pegida“-Bündnisses auf die Straße gegangen. Die befürchteten Zusammenstöße blieben aus.
In diesem Jahr wird in Dresden nicht über den Striezelmarkt gestritten, sondern über Pegida. Und mit Pegida, denn in der berühmten Kreuzkirche versuchen Gegner und Parteigänger miteinander ins Gespräch zu kommen. Einfach ist das nicht.
Deutschland hat in diesem Jahr bislang fast doppelt so viele Asylbewerber abgeschoben wie im Vorjahr, sagt das Innenministerium. Doch manche Bundesländer halten die Zahlen für zu gering. Ein regelrechter Wettstreit ist entbrannt, wer mehr Abschiebungen verzeichnen kann.
Fabriken werden umgerüstet, Zeitarbeiter müssen gehen. Und auf die Werkstätten wartet im Januar der größte Rückruf der Geschichte des Unternehmens.
„Wir treiben die Politik vor uns her!“, johlen die Pegida-Marschierer. Mit ihrem Hass verjagen sie Ausländer aus Dresden. Die Universität und das Max-Planck-Institut spüren die Folgen.
Durs Grünbein schaut in „Die Jahre im Zoo“ auf seine Kindheit zurück. Die Gegenwart seiner Heimatstadt nimmt er dabei scheinbar nicht in den Blick. Aber im Buch steckt mehr, als gesagt wird.
Ein Verlag stellt dort ein Anzeigenblatt ein, der andere Verlag macht dies woanders: Ein Geschäft zum Vorteil aller?
Pegida verliert weiter an Zulauf. Am Abend versammelten sich nur noch etwa 5000 Demonstranten auf dem Dresdner Theaterplatz. Die verbliebenen Teilnehmer werden aber immer aggressiver.
Nach den Anschlägen von Paris hat sich die Zahl der Teilnehmer an der Pegida-Kundgebung in Dresden nicht erhöht. Schätzungen zufolge versammelten sich am Abend weniger als 8000 Menschen. Der sächsische Ministerpräsident warnt vor dem politischen Missbrauch der Terrorakte.
Ein Mann will in Dresden am 9. November einen Stolperstein reinigen und damit der NS-Opfer gedenken. Neben ihm marschieren die Anhänger von Pegida. Was er über sich ergehen lassen muss, ist furchtbar.
Auf der Bühne und bei Facebook wettert die Aktivistin gegen Flüchtlinge – nennt sie „Invasoren“ oder „angreifende Horden“. Jetzt interessiert sich die Staatsanwaltschaft für Tatjana Festerling.
In Dresden versammelten sich am Montagabend wieder Tausende Menschen bei Pegida. Die Bewegung forderte am 77. Jahrestag der Reichspogromnacht „Schluss mit dem Schuldkult“. Auf einer Gegendemonstration forderten ebenfalls tausende Teilnehmer „Herz statt Hetze“.
Mehrere Tausend Menschen haben am Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 in Dresden und München gegen die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. In beiden Städten waren Pegida-Aufmärsche trotz Kritik zugelassen worden.
Anfang des Jahres starb Khaled B. in Dresden durch ein Gewaltverbrechen. Sein Tod löste Spekulationen über einen möglicherweise fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Nun wurde ein Landsmann aus Eritrea wegen Totschlags verurteilt.
In Freital bei Dresden geht seit Monaten die sogenannte „Bürgerwehr Freital“ gegen Asylbewerber und Andersdenkende vor. Die Polizei hat bei einer Razzia nun den mutmaßlichen Kopf der Rechtsextremisten verhaftet.
Die jüngste Entgleisung von Pegida-Veranstalter Bachmann schlägt hohe Wellen. Sein Vergleich von Justizminister Maas mit Nazi-Propagandaleiter Goebbels sorgt für Empörung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
„Widerstand“ heißt die Stimmung bei den Dresdnern, die ihre Stadt nicht kampflos Pegida überlassen wollen. Manchmal heißt sie aber eher „Resignation“: Gespräche mit Passanten und Professoren nach den jüngsten Entgleisungen.
Eine Woche nach Auseinandersetzungen blieb die Pegida-Demonstration in Dresden ruhig. In Leipzig dagegen kam es zu Gewalt, als Anhänger der Islamfeinde angegriffen wurden.
Nur wenn Menschen ihre Meinung frei äußern und darüber streiten dürfen, können sie einen politischen Willen bilden. Das ist die Grundlage der Demokratie. Aber wer beleidigt oder zu einer Straftat aufruft, bekommt Grenzen aufgezeigt.
So etwas lesen Politiker derzeit dauernd. Und noch Schlimmeres. Was macht das mit, zum Beispiel, einem hessischen Landrat?