Weichspüler-Rhetorik und gefällige Inszenierungen
Wird überhaupt noch ernsthaft diskutiert, oder vor allem inszeniert? Günther Jauch bezweifelte, dass die Politik noch Probleme lösen kann. Aber das betrifft auch seine eigene Sendung.
Wird überhaupt noch ernsthaft diskutiert, oder vor allem inszeniert? Günther Jauch bezweifelte, dass die Politik noch Probleme lösen kann. Aber das betrifft auch seine eigene Sendung.
Der Rückzug des Fifa-Präsidenten wurde allgemein begrüßt. Nur sollte man seine Rücktrittserklärung genau lesen. Blatter erweist sich als Taktiker, auf den sogar Napoleon neidisch wäre.
Ähnelt der Weltfußball mit seinen Strukturen eher den UN oder der Mafia? Unser Autor hat eine Antwort gefunden, die er in Frank Plasbergs Gesprächsrunde vermisst hat.
Der Sprecher der Fifa hat keine Zeit. Stattdessen schickt er einen Mann aus der zweiten Reihe zur Korruptionsdebatte bei Günther Jauch. In der ARD-Sendung fehlt aber nicht nur Fifa-Prominenz, sondern auch ein Hinweis auf die fragwürdige Rolle der Öffentlich-Rechtlichen.
Webcams, Theater und Julian Assange: Mit einem Experiment leuchtete der WDR einige Abgründe der schönen neuen vernetzten Welt aus. Dass nicht alles klappte, ist egal. Denn der Sender riskierte etwas - inhaltlich und formal.
Bei Frau Maischberger begannen die Feierlichkeiten zum Amtsjubiläum der Bundeskanzlerin. Die anwesende politische Konkurrenz gab dabei Antworten auf eine Frage: Warum ist Frau Merkel immer noch im Amt?
Maybrit Illner sprach mit ihren Gästen mal wieder über Wutbürger, wobei Politiker nicht antworteten und sich eine ehemalige Pegida-Frau höchst auffällig verhielt.
In der Debatte über TTIP wird erbittert über jedes Detail gestritten. Bei Anne Will wird aber deutlich, warum man besser über die Ziele des Freihandelsabkommens nachdenken sollte.
„Das ist alles nur Stress“, sagt der Arzt und schickt den Patienten zum Psychotherapeuten. Am Ende ist es aber doch ein Hirntumor. Sandra Maischberger versammelte spektakuläre Behandlungsfehler auf dem Podium. Das sorgte für schockiertes Staunen - nicht aber für Aufklärung.
Mit „heute +“ will das ZDF das herkömmliche Nachrichtenformat beerdigen und das Internet mit dem Fernsehen verbinden. Das führt bei der Premiere zu einigen Kurzschlüssen. Da ist noch viel Luft nach oben.
Mit vier Folgen hat das ZDF seine humoristische Serie „Mordshunger“ bei den Zuschauern angetestet. Mit „Wilder Westen“ folgt nun der Sprung ins klassische Spielfilmformat. Ob das gutgeht?
Was passiert, wenn wenige fast alles erben? Bei Günther Jauch befürchteten Experten die Zementierung der Gesellschaft. Und damit wachsende soziale Spannungen.
In der Debatte um den BND und die NSA geht es nicht mehr nur um Aufklärung, sondern um politisches Handeln. Bisher konnte man das bekanntlich vermeiden.
Frank Plasberg findet in seiner Sendung tatsächlich noch neue Argumente zur Griechenland-Krise. Vielleicht begann alles vor mehr als 500 Jahren.
Sind unsere Lebensmittel zu billig? Diese Klage gehört mittlerweile zum guten Ton in der deutschen Debatte. In der Sendung von Günther Jauch wird klar: Es entstammt einem Weltbild aus Kinderbüchern.
Die Wahl in Großbritannien ist eine spannende Sache. Und eine Geduldsprobe. Erst nach Stunden steht der Sieger fest. Die BBC vertreibt den Zuschauern die Zeit mit allerhand Scharaden. Und mit der Frage: Stimmt unsere Vorhersage oder stimmt sie nicht?
Vor 70 Jahren kapitulierte Nazi-Deutschland, der Krieg war zu Ende. Müssen wir Russland immer noch dafür dankbar sein?
Was ist wichtiger: Goethe oder Google? Lernen unsere Kinder etwa das Falsche? Diese Fragen erhitzen die Gemüter. Auch Frank Plasberg verliert dabei das Wesentliche aus dem Auge.
In der Sendung von Günther Jauch wird über „gerechten Lohn“ gestritten. Leider verwechselte Jauch den Arbeitsmarkt mit Statusfragen. Diesen Fehler machen aber nicht nur gut bezahlte Fernseh-Moderatoren.
Anne Wills Sendung über die BND-Affäre beschäftigte sich viel mit Lug und Trug, kam aber Wahrheit und Wirklichkeit dann doch noch erstaunlich nahe. Das will beim Thema Spionage in Deutschland einiges heißen.
Helmut Schmidt, Monument der Nachkriegsgeschichte, kann man vor allem zuhören. Aber man sollte der Neigung widerstehen, ihn zum Gegenstand der Denkmalpflege zu machen.
Einbrüche nehmen in Deutschland rasant zu. Die Diskussion bei Plasberg zeigt: Über die Herkunft der Täter wird politisch unzureichend diskutiert. Zur Freude von Rechtspopulisten.
In Lüneburg steht der 93 Jahre alte NS-Verbrecher Oskar Gröning vor Gericht. Jauch fragte seine Gäste: Ist der Angeklagte ein Greis, den man besser in Ruhe ließe, oder ein vermeintlicher Aufklärer, der über seine wahre Rolle täuscht?
Die EU will mehr Geld ausgeben, um Flüchtlinge zu retten. Bei Maybrit Illner ging es um die Frage, was im Anschluss an die Nothilfe geschehen soll. Eine Antwort gab es nicht. Allein der Verdacht auf eine moderne Völkerwanderung reicht bekanntlich für Alarmstimmung.
Können sich Reiche vor Gericht wirklich freikaufen? Die Diskussion bei Frank Plasberg zeigt: Richter sind offenbar nicht in der Lage, über ihre eigene Rolle nachzudenken.
Selbstgewissheit auf allen Seiten prägt die Debatte über die Lehren, die aus dem Flüchtlingsunglück im Mittelmeer zu ziehen sind. Das zeigte auch die Diskussion bei Günther Jauch. Ein Gast aus Brandenburg sorgte jedoch für eine Überraschung in der Sendung.
Conchita Wurst diskutiert mit Sandra Maischberger über „sexuelle Vielfalt“. Tatsächlich geht es in der Sendung um das Rollenverständnis in modernen Gesellschaften – und die Familienidylle der 1950er Jahre.
„Wer spaltet Europa?“, fragt Maybrit Illner in ihrer Sendung. Recht schnell wird klar: Das schaffen die Europäer schon ganz allein.
Wenn im Ersten Fußball läuft und in die Verlängerung geht, muss man sich auf alles gefasst machen. Auf verschossene Elfmeter und vor allem auf – behämmerte Fragen.
Dürfen sich die Deutschen siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch als Opfer betrachten? In der Sendung von Sandra Maischberger entwickelt diese Frage einige Sprengkraft.
Frank Plasbergs Gäste liefern Erhellendes zum Germanwings-Absturz: Piloten vertrauen sich Flugmedizinern nicht an. Auch mit mehr Kontrollen wäre die Tat nicht vorherzusehen gewesen.
In der Debatte über den Absturz des Germanwings-Flugzeugs kamen bei Günther Jauch Widersprüche zum Ausdruck. Das lag aber weder an dem Moderator noch an seinen Gästen.
Fassungslosigkeit ist das Wort der Stunde angesichts des Absturzes in den französischen Alpen. Journalisten können die nur zum Ausdruck bringen. Ihnen geht es damit nicht anders als allen anderen.
Frau Maischberger änderte nach dem Flugzeugabsturz in den Alpen ihr Thema. Nur wie spricht man über etwas, wenn man noch gar nichts weiß? Man weckt die voyeuristischen Phantasien der Zuschauer.
Frank Plasberg rührte in seiner Sendung so einiges zusammen: Masernimpfung, Homöopathie und dubiose Heiler. Über die Impfung zu debattieren, hätte aber eigentlich schon den Abend gefüllt. Nur: Gibt man so nicht den Impfgegnern ein Forum?
Wenn Frauen weniger als Männer verdienen, erhitzt das die Gemüter. Führt Frauenministerin Schwesig ideologische Grabenkämpfe oder befindet sich Deutschlands Wirtschaft noch im Mittelalter?