An ihrem Husten sollt ihr sie erkennen
Die graphische Werbung im Internet hat den klassischen Medien bisher nicht die erhofften Umsätze gebracht. Jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Modell für den Online-Journalismus und das Geschäft im Netz.
2008 war das Jahr, in dem Google und die Netzwerke den Ton im Internet angaben. Aber auch das Jahr, in dem Online-Werbung und elektronischer Handel zum ersten Mal seit dem Platzen der New-Economy-Blase geschrumpft sind.
Der Internetkonzern Google verbreitet in Davos Optimismus. Jede Krise biete Chancen, und Google ist entschlossen sie zu nutzen. Jedenfalls habe man einen Haufen Geld auf der Bank - und entwickle weiter an der Software, mit der man nichts weniger als die Zukunft baue. Nur die Beziehungen zu Buch- und Zeitungsverlagen bleiben angespannt.
Marissa Mayer von Google über das Verhältnis der Suchmaschine zu den Verlagen, die Chancen des Cloud Computings und ihre persönlichen Zukunftspläne.
Verlage wollen Geld von Google für ihre Inhalte, die in Google News erscheinen. In Großbritannien sprechen die Verleger inzwischen mit der Regierung. "Google ist zu mächtig geworden", sagt Carolyn McCall, die Vorstandsvorsitzende des Guardian.
Marissa Mayer, Vice President of Search Products & User Experience at Google, won´t leave Google. "It is important for me to say: I´ve no plans to leave Google. I´am very happy at Google. And I will be at Google for the next years", said Mayer in an interview with FAZ.
T-Mobile bringt am 2. Februar das Google-Handy G1 auf den deutschen Markt. Das Gerät ist eine Konkurrenz zum iPhone, doch es ist viel zu viel Google darin.
Cloud Computing heißt das neue Schlachtfeld der Internetkonzerne. Programme und Daten werden dabei in riesigen Rechenzentren und nicht mehr auf heimischen Computern verwaltet. Google-Manager Matt Glotzbach erwartet die Umschichtung der Informationstechnik in die Wolke innerhalb der kommenden fünf Jahre.
"Die neuen Realitäten" stehen im Mittelpunkt der DLD-Conference 2009. Mit dabei sind Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Bestseller-Autor Nassim Taleb. Als Web-Themen setzen die Organsatoren auf Cloud-Computing, die Monetarisierung der Medien und Bewegtbilder.
Yahoo vermarktet künftig die graphische Werbung auf den Internet-Seiten der Süddeutschen Zeitung. SZ-Partner für das Suchmaschinenmarketing bleibt aber Google.
Live-Blogging von der Freenet-Hauptversammlung, Geschichten über StudiVZ und Interviews mit Eric Schmidt von Google und Mark Zuckerberg von Facebook waren die meistgelesenen Beiträge im Jahr 2008.
Selbst wenn die Internetbranche weiter wächst, wird die Wirtschaftskrise Spuren hinterlassen, weil die Anzeigenkunden sparen oder ganz verschwinden, weil die Börse als Exit ausfällt und weil die Anschlussfinanzierungen fehlen. Jetzt schlägt die Stunde der finanzstarken Unternehmen, die für kleines Geld echte Perlen kaufen können. 8 Thesen für das Internet-Jahr 2009.
Alte Bekannte wie Facebook, Google und Youtube haben ihre Reichweiten in diesem Jahr abermals stark erhöht und sind der Konkurrenz wieder ein Stück enteilt. Besonders dynamisch wachsen auch die Online-Spieleseiten. Unter den sozialen Netzwerken zeigen Wer-kennt-wen und MeinVZ die höchsten Zuwächse im deutschen Internet.
Wer-kennt-wen hat das Zeug, das erste wahre Volksnetz zu werden. Dort sind alle Bevölkerungsschichten vertreten - vom Teenager bis zur 95 Jahre alten Oma. Gesteuert wird das Netzwerk von zwei Mittzwanzigern, die aber jetzt Verstärkung suchen - für die Finanzen.
Nach 100 Tagen aus dem Beta-Status heraus: Googles neuer Browser Chrome hält den Geschwindigkeitsrekord in jeder Hinsicht.
Mit seinem generalüberholten "Windows Live" hat Microsoft einen großen Schritt Richtung "Cloud Computing" unternommen und dabei sogar Google überholt. Alles hängt nun davon ab, ob Microsoft mit guten Online-Versionen von Word und Excel im Netz richtig Gas gibt.
Die Wirtschaftskrise hat die alte Diskussion "Print versus Online" wiederbelebt. Auch wenn die Mediennutzung klar in Richtung Internet geht, heizt die Enttäuschung über die Geschäftsmodelle der Verlage im Netz alte Grundsatzdiskussionen wieder an.
Die Deutschen finden Google gut. 9 von 10 Suchanfragen werden an den Weltmarktführer gestellt. Mit den Ergebnissen sind die Sucher meist zufrieden. Dabei werden die Suchmöglichkeiten kaum ausgeschöpft. Mit zehn Tricks lassen sich die Suchergebnisse spürbar verbessern.
Christoph Mohn gibt auf. Sein Internet-Portal Lycos Europe wird nach elf Jahren aufgeteilt, dann stückweise verkauft oder geschlossen. Sein Hauptfehler sei, Google unterschätzt zu haben, sagt Mohn im Interview.
Robbie Bach, President Entertainment and Devices of Microsoft, won't give the mobile operating system for free, won't integrate a blu ray player in the Xbox 360 and doesn't expect further price cuts in the console market.
Jerry Yang gibt nach dem Platzen des Werbedeals mit Google auf und bietet Yahoo dem Konkurrenten Microsoft zum Kauf an. Allerdings dürfte der Preis nun deutlich niedriger sein.
Google gibt den geplanten Werbedeal mit Yahoo endgültig auf. Die Bedenken der Wettbewerbsbehörden und Kunden seien zu groß gewesen, begründete Chefjustiziar David Drummond die Entscheidung. Sofort kamen die Spekulationen auf, dass nun Microsoft doch noch Yahoo übernehmen könnte.
Rund 100 Millionen Mal schauen die Deutschen jeden Tag auf die Suchtreffer bei Google. Ihr Blick fällt vor allem auf die oberen drei Suchtreffer, selbst wenn dies bezahlte Anzeigen sein sollten. Untere Treffer werden nur bei einer wiederholten Suche wahrgenommen.
Online-Werbung bleibt auf Wachstumskurs. Das Internet könnte aus dem Konjunktureinbruch sogar gestärkt hervorgehen. Dennoch müssen sich einige Anbieter auf harte Zeiten einstellen.
Die amerikanische Justizministeriuum verhindert offenbar den Werbedeal zwischen Google und Yahoo. Das hat zwei Folgen: Googles totale Dominanz im Suchmaschinenmarkt wird verhindert und Yahoos Chance auf Eigenständigkeit wird gesenkt.
Ein Geschäft der Superlative: "Das ist der größte Buch-Geschäft in der Geschichte der amerikanischen Verleger" und "der Beginn einer neuen Ära des Zugangs zu digitalen Informationen". Amerikanische Verleger und Google haben sich geeinigt und beglückwünschen sich gegenseitig mit großen Worten.
Internet-Vordenker Tim O'Reilly sieht Google als Gewinner des Web 2.0 Zeitalters - auch auf dem Handy. Ebays Probleme hat er schon 2006 vorausgesehen und Cloud Computing werde die Spielregeln im Internet verändert.
Tim O'Reilly, der Erfinder des Web 2.0, erwartet eine große Bereinigung unter den Start-ups. Wer auf Online-Werbung setzt, werde ebenso vom Markt verschwinden wie die Nachahmer. Aber das sei nicht schlimm. Schließlich habe jede Krise auch große neue Ideen hervor gebracht.
Time Warner hat das Online-Werbegeschäft unter dem Namen Platform-A gebündelt. In Amerika erreicht das Netzwerk sogar mehr Menschen als Google oder Yahoo.
Mark Zuckerberg, der Vorstandschef von Facebook, über sein Geschäftsmodell, Werbeerlöse, Microsoft, seinen deutschen Wettbewerber StudiVZ, Sheryl Sandberg und die Möglichkeit für seine Mitarbeiter, ihre Aktien zu verkaufen.
Nach Owen van Natta, Adam D´Angelo und Matt Cohler verlässt nun auch Mitgründer Dustin Moskovitz das soziale Netzwerk Facebook. Moskovitz will ein eigenes Unternehmen gründen.
Im deutschen Internet haben Google, Microsoft und Ebay die höchsten Reichweiten, hat Nielsen Online gemessen. Zumindest Google und Ebay gehören auch zu den Umsatzmilliardären auf dem deutschen Markt.
Google hat den PageRank, ein wichtiges Kriterium für die Bewertung der Internetseiten, angepasst. Unter den Medienseiten können FAZ.NET und Sueddeutsche.de ihren Wert auf 8 steigern.
Mehr als drei Milliarden Suchanfragen stellen die Deutschen im Monat an Google. Die Konkurrenz hat keine Relevanz mehr.
Google hat sein erstes Mobiltelefon vorgestellt. Es heißt G1, wird zwar von HTC produziert, ist aber durch und durch ein Google-Phone. Mit einer Lock-in-Strategie will Google seine Kunden an sich binden. Dennoch wird Google es sehr schwer haben, im hart umkämpften Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. Denn anders als im Suchmaschinenmarkt ist die Konkurrenz hellwach, finanzstark und innovativ.