Der Mann mit dem Doppelgesicht
Christian Wulff wurde von seinen Beratern als der nette Schwiegersohn in Szene gesetzt. Das war er nie. Er agierte als eiskalter Ministerpräsident, dessen Entscheidungen allerdings oft von Weitblick zeugten.
Christian Wulff wurde von seinen Beratern als der nette Schwiegersohn in Szene gesetzt. Das war er nie. Er agierte als eiskalter Ministerpräsident, dessen Entscheidungen allerdings oft von Weitblick zeugten.
Hat ein Bundespräsident auch dann einen Anspruch auf Ehrensold, wenn er aus anderen als „politischen oder gesundheitlichen Gründen“ vorzeitig aus dem Amt scheidet? Was Christian Wulff nach seinem Rücktritt zusteht.
Günther Jauchs Sondersendung zum Rücktritt des Bundespräsidenten plätscherte dahin wie ein Pool auf Ibiza. Bettina Wulffs einstiger Arbeitgeber Rossmann kritisierte die Medien, der „Bild“-Vertreter gab sich staatsmännisch.
Bis zum bitteren Ende vermittelte Christian Wulff den Eindruck, dass sich die feindliche Welt da draußen doch die Zähne an ihm ausbeißen solle. Längst war da die Welt von Schloss Bellevue schon abgetaucht in einen gespenstischen Nebel aus Illusionen und Wirklichkeitsverlust.
Karl Lagerfeld zeichnet für die Frankfurter Allgemeine Zeitung seinen Kommentar zum Wulff-Rücktritt. Sein Ausblick wirkt heiter, aber bewölkt.
Christian Wulff ist zurückgetreten. Jetzt wird ein Schuldiger gesucht: Von einer Hetzjagd der Medien, die keine war und einem Präsidenten, der es sich selbst zuzuschreiben hat.
Angela Merkel hat nach dem Rücktritt von Bundespräsident Wulff das unsinnige Geschwätz von einer „Staatskrise“ widerlegt. Wenn ein Repräsentant des Staates zurücktritt, dann mag er als Person „beschädigt“ sein, das Amt ist es nicht.
Mit Erleichterung und Respektsbekundungen haben die Parteien auf die Rücktrittserklärung des Bundespräsidenten reagiert. Die „Affäre Wulff“ habe das Land belastet, sagte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth.
Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Wulff beginnt die Suche nach einem Nachfolger: Joachim Gauck, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen oder Thomas de Maizière gelten als mögliche Kandidaten.
Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Rücktritt erklärt. Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm Wulffs Erklärung mit „tiefem Bedauern“ zur Kenntnis. Die Koalition traf sich zu Beratungen über die Nachfolge Wulffs.
Bundestagsabgeordnete haben Gutachten eingeholt, die sich mit dem Anspruch eines Bundespräsidenten auf Ehrensold befassen. Darin wird der Anspruch bezweifelt, wenn ein Präsident wegen privater Verfehlungen zurücktritt.
Während die Außenminister der Arabischen Liga in Kairo über eine Ausweitung der Beobachtermission für Syrien beraten, ist der Leiter der Gruppe zurückgetreten. Al Qaida rief unterdessen die syrischen Aufständischen auf, einen islamischen Staat aufzubauen.
An diesem Samstag jähren sich Mubaraks Rücktritt und die Machtübernahme des „Obersten Militärrats“ von Ägypten. Amal Sharaf und Basem Fathy sind Mitbegründer der „Jugendbewegung des 6. April“. Sie rufen zum Generalstreik auf.
Olaf Scholz beendet die erste schwere politische Krise seiner Amtszeit im Hamburger Rathaus auf seine Weise: Der Bezirkamtsleiter Schreiber muss gehen.
Nach dem überraschenden Rücktritt des englischen Nationaltrainers Fabio Capellos steht das Mutterland des Fußballs ohne Nationaltrainer da. Nachfolge-Favorit ist Tottenham-Coach Harry Redknapp. Derweil ist Stuart Pearce zum Interimschef ernannt worden.
Die rumänische Regierung hat am Montag ihren Rücktritt angekündigt. Ministerpräsident Emil Boc erklärte am Montag in Bukarest, die Regierung wolle mit diesem Schritt die Stabilität des Landes bewahren.
Die Proteste in Kairo gehen weiter. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Militärrats und eine vorgezogene Präsidentenwahl.
Nach der Durchsuchung des Büros von Wulffs ehemaligem Sprecher im Bundespräsidialamt wird die Kritik am Bundespräsidenten wieder lauter: SPD-Generalsekretärin Nahles sagt, Wulff habe es nun „allein in der Hand“, die richtigen Konsequenzen zu ziehen.
Kitzbühel ist der magische Ort in Didier Cuches langer Karriere. Mit 37 Jahren gibt der Prototyp des Abfahrers hier seinen Rücktritt bekannt.
Nach dem Rücktritt von Nationalbankpräsident Hildebrand gebärden sich die Nationalkonservativen als Saubermänner in einer angeblich verfilzten Parteienlandschaft. Christoph Blocher will „vorwärtsschauen“.
Nach dem Rücktritt des Präsidenten der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand, wird ein geeigneter Nachfolger gesucht. Hildebrands bisheriger Stellvertreter Thomas Jordan gilt als Top-Favorit. Er verfolgt einen ähnlichen Kurs wie Hildebrand. Aber sein Stil ist anders.
Christian Wulff fürchte keine Veröffentlichung der Abschrift seines Anrufs beim Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, sagt einer seiner Anwälte. Die Koalition trifft angeblich keine Vorkehrungen für den Fall eines Rücktritts des Bundespräsidenten.
Überraschende Kehrtwende in der Schweiz: Notenbankchef Philipp Hildebrand tritt sofort zurück. Wegen moralisch fragwürdiger Devisengeschäfte in seiner Familie habe er ein Glaubwürdigkeitsdefizit.
Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Rösler stehen laut FDP-Führung in engem Kontakt, um sich im Falle eines Rücktritts von Bundespräsident Wulff auf einen Nachfolger zu einigen. Die Bundeskanzlerin dementiert.
Frankfurter PR-Berater über das Fernseh-Interview von Bundespräsident Christian Wulff.
Christian Wulff will Bundespräsident bleiben. In einem Fernsehinterview gestand er zwar Fehler ein, lehnte einen Rücktritt aber ab. Die „Bild“-Zeitung widersprach Wulffs Darstellung, er habe einen Bericht des Blattes nur hinauszögern, nicht aber verhindern wollen.
Immer noch rufen Politiker Christian Wulff zur Aufklärung seiner Ausflüge in stets neue Grenzbereiche auf – offenbar nicht wirklich wissend, was sie da von ihm verlangen. Und danach? Dem Mann, der nicht Kanzler werden wollte, gelingt es auch nicht, Präsident zu sein.
In Ungarn haben zehntausende Menschen gegen die umstrittene neue Verfassung und die rechtskonservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán protestiert. Sie fürchten den Abbau der Demokratie.
Nach monatelangen Studentenprotesten ist der chilenische Bildungsminister Felipe Bulnes zurückgetreten. Er habe „aus persönlichen Gründen“ seinen Rückttritt eingereicht, sagte ein Sprecher.
Die Saar-FDP kommt nicht aus der Krise. Die Dienstwagen-Affäre schwelt weiter, der Fraktionsvorsitz ist verwaist. Schon werden in der CDU Stimmen laut, die das Ende von Jamaika fordern.
Im Januar verhalf er den Verbündeten von Syriens Präsident Assad zur Machtübernahme in Beirut, ein knappes Jahr später geht er auf Distanz: Im F.A.Z.-Gespräch warnt der libanesische Drusenführer Dschumblatt vor einem Bürgerkrieg in Syrien.
Als Wolfgang Schäuble im vergangenen Jahr schwer krank war, hat er der Kanzlerin zweimal seinen Rücktritt angeboten. Bislang hat er entsprechende Medienberichte stets dementiert, im Gespräch mit der Sonntagszeitung zeigt er sich jetzt offener.
Der Rücktritt von Christian Lindner als FDP-Generalsekretär kam überraschend. Den trostlosen Zustand der FDP hat aber letztlich der Vorsitzende Rösler zu verantworten. Er hat es nicht vermocht, den Mitgliederentscheid zur Euro-Schuldenkrise zu nutzen, um Aufbruchstimmung in der FDP zu erzeugen.
In der CDU wird nach den Motiven für den Rücktritt Christian Lindners geforscht: Manche glauben, die Entscheidung sei mit Brüderle abgesprochen gewesen, um Rösler zu stürzen.
Einiges spricht dafür, dass Lindners Rücktritt kein Bauernopfer ist, sondern das Damenopfer, mit dem die FDP verzweifelt ihr „Matt“ verhindern will. Ob auf diese Weise der König - Rösler - vor dem Fall gerettet werden kann, darf man bezweifeln.
Der überraschende Rücktritt von Generalsekretär Lindner erschüttert die FDP. Der Parteivorsitzende Rösler hat umgehend einen Nachfolger präsentiert - doch sein Stellvertreter Holger Zastrow übt harsche Kritik am Auftreten der Partei.