Langsam geht das Wasser zurück
Auch wenn in den Hochwasserregionen die Pegel langsam sinken – von Entwarnung kann noch keine Rede sein. In Österreich sind Gemeinden kaum zu erreichen, in der Tschechischen Republik werden noch Menschen vermisst.
Die EU-Kommission stellt den vom Hochwasser betroffenen Staaten Kohäsionsmittel zur Verfügung – „mit maximaler Flexibilität“, kündigt die Präsidentin Ursula von der Leyen in Breslau an.
Auch wenn in den Hochwasserregionen die Pegel langsam sinken – von Entwarnung kann noch keine Rede sein. In Österreich sind Gemeinden kaum zu erreichen, in der Tschechischen Republik werden noch Menschen vermisst.
Alleine rund 90 beschädigte Wohnhäuser in den am stärksten betroffenen Ortschaften - die Schäden durch die Unwetter in Nordhessen sind enorm. Hilfe soll es vom Land geben.
Die bayerische Staatsregierung will den Flutopfern mit einem Sofortprogramm von 100 Millionen plus X helfen. Auch sonst scheint sie mit sich im Reinen. Zu Recht?
Die Frühjahrsflut in Russland trifft Hunderttausende Menschen. Viele fühlen sich im Stich gelassen. Der Blick richtet sich auf den Kreml.
Die Gemeinde Lilienthal ist besonders heftig vom Hochwasser betroffen. Doch am Sonntag gibt es ein Aufatmen. An mehr als 20 Pegeln in Niedersachsen gilt weiterhin die Meldestufe 3. Zudem wird es jetzt frostig.
Wegen des Hochwassers sind in Sachsen-Anhalt seit diesem Freitag Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Der durchweichte Boden an den Dämmen sorgt in vielen Kommunen in Deutschland für ein weiteres Problem.
Es gibt Lichtblicke im Ahrtal, aber der Wiederaufbau geht langsam voran. Für die rheinland-pfälzische Landesregierung, die im Umgang mit der Flut Fehler gemacht hat, kommt der zweite Jahrestag zu einem guten Zeitpunkt.
Während die Bürokratie und der Mangel an Handwerkern und Gutachtern den Wiederaufbau hemmt, zeigen Unternehmer Verantwortungsbewusstsein. Das ist ein Vorbild.
Schwere Regenfälle haben in Indien und Bangladesch zu heftigen Überschwemmungen geführt. Dutzende Menschen sind ums Leben gekommen. Andere harren in überfüllten Notlagern aus.
Wasser, Feuer und Erdrutsche bilden große Gefahrenherde für Immobilien. Versicherungen bieten Schutz, aber es gilt weitere Auswirkungen von Naturereignissen zu beachten.
Die „Flutwein“-Initiative sammelte viele Millionen Euro an Spenden. Doch eine Auszahlung an die betroffenen Betriebe ist bisher aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Dabei sind die Unternehmen dringend auf Hilfen angewiesen.
Holzhäuser haben nicht nur gute Seiten, sagt Strabag-Vorstand Peter Hübner. Er spricht über Hilfe nach der Flut, Kostentreiber auf dem Bau und den Klimaschutz.
Im Ahrtal wurden die Menschen erst gewarnt, als es viel zu spät war. Dabei kamen die ersten Hilferufe schon am Nachmittag.
30 Milliarden Euro stehen für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe bereit. Jetzt hat die Bundesregierung geregelt, welches Bundesland wie viel bekommt.
Noch nie haben Bund und Länder ad hoc so viel Geld bereit gestellt wie für die horrenden Flutschäden. Aber ist das genug? Ein Überblick.
Die Ministerpräsidenten einigen sich auf einen Hilfsfonds im Umfang von 30 Milliarden Euro. Mehr als 80 Millionen Euro davon sollen in das Sirenenförderprogramm des Bundes fließen.
Bund und Länder wollen sich die Kosten für den Wiederaufbaufonds teilen. Laschet zufolge soll er bis zu 30 Milliarden Euro umfassen. In Rheinland-Pfalz fordert die CDU unterdessen einen Untersuchungsausschuss.
Das Hochwasser hat jede zweite Kommune in Nordrhein-Westfalen getroffen. Heimatministerin Scharrenbach sorgt sich um die Infrastruktur – und fordert Milliardenhilfe.
Unternehmen in den Flutregionen müssen bis Ende Oktober keine Insolvenz beantragen, wenn sie überschuldet oder zahlungsunfähig sind. Diese Regelung brachte die Bundesregierung nun auf den Weg.
Noch immer sind einige Teile in den Katastrophengebieten ohne Strom. Kochen ist entsprechend schwierig. In einem neuen Versorgungszentrum versorgt das Rote Kreuz nun täglich die Flutopfer mit 10.000 warmen Mahlzeiten.
Als Kanzlerkandidaten ihrer Parteien sind Olaf Scholz und Armin Laschet Konkurrenten. Nach Stolberg kommen sie angesichts der Katastrophe aber gemeinsam. Und geben den von der Flut Betroffenen ein Versprechen.
Der Staat verspricht, nach dem Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen alle Schäden auszugleichen. Wozu braucht es dann aber das Geld aus Spenden und Versicherungen?
Innerhalb von einer halben Stunde stand Kirchsahr unter Wasser. Die Flut zerstörte auch Heinz Essers „Eifelstube“, ein Gasthof, der bis vergangene Woche als Flüchtlingsunterkunft diente.
Die Weinberge an der Ahr sind vergleichbar glimpflich davongekommen. Hilfe von hessischen Winzerkollegen ist dennoch höchst willkommen. Gelagerte Flaschen und die Gerätschaften in Weinkellern wurden meist stark in Mitleidenschaft gezogen.
Auch wer sein Haus nicht versichert hat, darf nach der Flut auf viel Geld vom Staat hoffen. Darum ist eine Versicherungspflicht überfällig, sagen Fachleute.
128 Tote, 62 zerstörte Brücken im Kreis Ahrweiler und noch immer völlig abgeschnittene Gebiete. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz zieht eine erste Bilanz.
An vielen Hessen sind die Bilder von den Überschwemmungen nicht spurlos vorübergegangen. Viele Betriebe schicken den Flutopfern Geld, aber auch Windeln, Autos, Heizungen und Gabelstapler. Sogar Wohnungen sind angeboten worden.
Norwegen erinnert an den Anschlag von Utøya vor zehn Jahren. Angela Merkel stellt sich den Fragen der Hauptstadtpresse. Und die deutschen Fußball-Herren starten in Tokio. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z. Newsletter.
Der Bund stellt 200 Millionen Euro Soforthilfen für die Flutopfer bereit. Ausnahmen im Planungsrecht sollen den Wiederaufbau beschleunigen, sagt Finanzminister Scholz. Innenminister Seehofer stellt Gefahrenwarnungen per SMS in Aussicht.
Zusammen mit den Hilfen der Bundesländer stehen insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an der kommunalen Infrastruktur beseitigt und Notlagen überbrückt werden.
Opfer werde man wohl nur noch bergen können, nicht mehr retten, sagt die THW-Vizepräsidentin. Mindestens 170 Hochwasser-Tote sind bestätigt. Eine bislang in Deutschland nicht genutzte Technologie könnte künftig besser vorwarnen.
Kanzlerin Merkel besucht das vom Hochwasser verwüstete Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen. Es brauche einen sehr langen Atem, sagte sie – und die Solidarität der anderen Bundesländer.
Funktionierende Handynetze sind in den Katastrophengebieten besonders wichtig, doch das Hochwasser hat viele Funkmasten zerstört. Wie sie jetzt schnell wieder hergestellt werden sollen.
Der Rhein-Erft-Kreis ist besonders vom Hochwasser betroffen. Im Interview spricht Landrat Frank Rock über die nächsten Schritte, „kleine Soforthilfen“ und die Versprechen von Armin Laschet.
Viele Betroffene stehen nach den Fluten vor den Trümmern ihrer Existenz. Längst nicht alle sind versichert. Der Staat hat bereits Hilfe angekündigt – und die Versicherungen rechnen mit einem schadenreichen Jahr.