Steinzeit-Islam
In Timbuktu wüten Fanatiker gegen die sufische Volksfrömmigkeit. Die Islamisten zerstören jahrhundertealte Kulturgüter, die sie als unislamisch ablehnen. Das erinnert an andere islamische Weltgegenden.
In Timbuktu wüten Fanatiker gegen die sufische Volksfrömmigkeit. Die Islamisten zerstören jahrhundertealte Kulturgüter, die sie als unislamisch ablehnen. Das erinnert an andere islamische Weltgegenden.
Die radikale islamistische Bewegung „Ansar al Din“ und Tuareg-Rebellen haben im Norden Malis ihre Vereinigung bekannt gegeben und die Schaffung eines „islamischen Staates“ angekündigt. Die malische Übergangsregierung nannte das Vorhaben „absurd“.
Die Parlamentswahl in Algerien verlief weitgehend gewaltfrei, die Wahlbeteiligung blieb aber gering. Der Schock des Bürgerkriegs wirkt nach - trotz Unzufriedenheit im Land und der Arabellion in der Nachbarschaft.
Auch dieses Mal wird wohl das Lager der Nichtwähler die stärkste Kraft sein: Trotz der Appelle ihres Präsidenten dürften die Algerier kaum von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Volksvertreter zu bestimmen.
Mit einem eher verhaltenen Auftakt hat die Parlamentswahl in Algerien begonnen. Die Islamisten könnten große Zugewinne erzielen.
Seine Geschichte erzählt der Film „Ziemlich beste Freunde“: Ein Mittagessen mit Philippe Pozzo di Borgo im marokkanischen Essaouira.
Im Norden Malis haben die Tuareg vor kurzem ihren „Staat“ Azawad proklamiert. Auch radikale Islamisten mischten mit. Bei den Nachbarn und in Paris hat das Besorgnis hervorgerufen.
Mit seinen Kolonien verband Frankreich den Traum, eine große Nation zu sein. Das Ende des Algerien-Krieges vor fünfzig Jahren ließ ihn zerplatzen. Die Folgen spürt das Land bis heute.
Lange haben die Behörden Malis mit den Terroristen von Al Qaida heimlich kooperiert. Nun haben die Dschihadisten die Tuareg benutzt, um sich im Land festzusetzen.
Im Norden Malis haben Aufständische Timbuktu angegriffen. Timbuktu ist einer der letzten Orte im Norden, die noch von Regierungstruppen kontrolliert werden. Die Ecowas versetzte eine 2000 Soldaten umfassende Eingreiftruppe in Alarmbereitschaft.
Nach der Tötung des Attentäters von Toulouse ist ein Tatvideo aufgetaucht, das Spekulationen über einen Komplizen verstärkt. Mehras Vater will unterdessen den französischen Staat verklagen, weil dieser seinen Sohn getötet habe, statt ihn lebendig zu fassen.
Frankreich tut sich schwer mit dem Erbe des Serienmörders Merah. Die Behörden wollen ihn in Algerien beisetzen lassen. Im Internet häufen sich die Solidaritätsbekundungen. Und auch in den Vorstädten wird dem Täter gehuldigt.
„Salafistischer Autodidakt“, so beschreibt die französische Staatsanwaltschaft den mehrfachen Mörder von Toulouse. Mohamed Merah hatte sich wiederholt auf eigene Faust ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet aufgemacht. Der Geheimdienst wusste das. Sein Weg weckt böse Erinnerungen.
Die Moritat des Toulouser Terroristen und Serienmörders Mohamed Mehra passt in keines unserer narrativen Muster. Insbesondere die Rolle der staatlichen Behörden bleibt ein Rätsel.
Malische Militärs haben Präsident Touré gestürzt. Die Putschisten begründeten das mit der Unfähigkeit des nur noch wenige Wochen amtierenden Präsidenten, die Terroristen zu bekämpfen, die Teile von Nord-Mali kontrollieren. Die für April geplante Wahl sagten sie ab.
Das sind die vier Gebote des Journalismus nach Albert Camus. In einem 1939 verbotenen, nun wiedergefundenen Leitartikel reflektiert er über Freiheit und Verantwortung der Medien.
Am 18. März endete mit dem Waffenstillstandsabkommen der Krieg zwischen Frankreich und Algerien. Doch die Erinnerung an das Kriegsende ist auf beiden Seiten bis heute verschämt.
Es sieht fast so aus, als habe sich die syrische Herrscherfamilie Assad auf den Aufstand vorbereitet. Jedenfalls hat sie alle wichtigen Dienststellen mit „eigenen“ Leuten bestückt.
Nach den Krawallen von Port Said ist ganz Afrika geschockt. Spieler beim Afrika-Cup fordern bessere Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien.
In der Türkei läuft die Empörungsmaschinerie heiß: Frankreich solle sich lieber mit den Massakern im Algerien-Krieg befassen als mit den „Ereignissen von 1915“, sagt Ministerpräsident Erdogan.
Auslandskorrespondenten nehmen kein Blatt vor den Mund: Für sie ist Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein Harlekin.
Wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums an das Assad-Regime sind in Syrien mehr als 30 Menschen getötet worden. Sollte Assad nicht der Entsendung einer Beobachtermission zustimmen, will die Arabische Liga Sanktionen beschließen.
Das Straßennetz Kongos beschränkt sich meist auf üble Pisten. Aber an einigen Orten hält der Fortschritt Einzug: Wie eine befestigte Straße das Leben verändert.
Desertec ist eine Initiative zur Gewinnung von Solarstrom in Nordafrikas Wüsten. Mit einem ersten Referenzprojekt in Marokko nimmt der Plan konkrete Gestalt an. Die Beteiligten verbreiten Zuversicht.
Muammar al Gaddafi trat wie andere Staatschefs seiner Zeit an, um die arabische Welt in die Moderne zu führen. Doch der Aufbruch mündete in eine brutale Diktatur. Mit dem Ausbruch der „Arabellion“ endete auch seine Zeit.
Die Arabische Liga hat sich bei einer Dringlichkeitssitzung nicht auf einen Ausschluss Syriens verständigen können. Die Außenminister der Arabischen Liga forderten Syrien indes zum Dialog mit der Opposition auf.
In seiner Heimat verfolgt, in Frankfurt geehrt: Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat in der Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.
Im tunesischen Bergbaurevier hat sich seit der Revolution im Januar nicht viel geändert. Immer noch sind viele Leute arbeitslos, immer noch sehen sie sich übervorteilt von den alten Kräften. Und immer noch hofft man auf eine Stelle im Phosphatabbau.
Die EU versucht, die illegale Einreise nach Europa zu erschweren: Seit Dienstag haben alle 25 Mitgliedstaaten des Schengen-Raums Zugriff auf eine zentrale Datenbank der Visa-Antragsteller, in der erstmals auch Fingerabdrücke gespeichert werden.
Wenn die arabische Revolution scheitert, wird der Maghreb, die Sahelzone, der Nahe und der Mittlere Osten zu einem neuen Irak. Dem Umbruch zum Erfolg zu verhelfen ist unser aller Aufgabe.
Ein syrischer Fernsehsender hat Bilder ausgestrahlt, die den Gaddafi-Sohn Saif al Islam zeigen sollen. Libyens Übergangsrat geht indes davon aus, dass sich der flüchtige gestürzte Machthaber in der Nähe der Grenze zu Algerien versteckt hält.
Gaddafi-Kämpfer haben am Sonntag offenbar von Algerien aus eine libysche Grenzstadt angegriffen und sechs Menschen getötet. Unterdessen wurde ein Massengrab in Tripolis entdeckt, die Belagerung Sirtes wurde verstärkt.
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Bei einer Begegnung in Paris erzählt er, warum er seine Heimat nicht verlässt.
Die Pforte zum Paradies ist so klein, dass man sie fast übersieht. Dabei ist die Rue Sébastien-Bottin, in der sie liegt, zwischen Pont Royal und Boulevard Saint-Germain, die kürzeste Straße von ganz Paris - mit überhaupt nur zwei Hausnummern.
Der Kalte Krieg wurde, anders als sein Name suggeriert, auch mit Waffen ausgetragen. Die Weltgesellschaft geprägt hat zwar der inszenierte Kulturkampf zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
Einer der Söhne des einstigen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, Al Saadi, ist in den Niger geflohen. Immer mehr enge Vertraute und Familienmitglieder des gestürzten Diktators setzen sich ins Ausland ab.