Dauerkatastrophe
Auch nach der jüngsten Katastrophe in Haiti werden Amerikaner und Europäer weiterhin keine Idee haben, wie es in dem Inselstaat weitergehen könnte. Viel wichtiger ist aber etwas anderes.
Auch nach der jüngsten Katastrophe in Haiti werden Amerikaner und Europäer weiterhin keine Idee haben, wie es in dem Inselstaat weitergehen könnte. Viel wichtiger ist aber etwas anderes.
Feuer in Italien, Hitze in Spanien: Extremwetter macht den Einsatzkräften im Mittelmeerraum heftig zu schaffen. In der Türkei steigt die Zahl der Opfer nach Überschwemmungen auf 38. Japan derweil leidet unter starken Regenfällen.
Feuer in Italien, Hitze in Spanien: Extremwetter macht den Einsatzkräften im Mittelmeerraum heftig zu schaffen. In der Türkei steigt die Zahl der Opfer nach Überschwemmungen auf 38. Japan derweil leidet unter starken Regenfällen.
In der Türkei ist nach Überschwemmungen die Zahl der Toten inzwischen auf 27 gestiegen. Mehr als 1700 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Innenminister Süleyman Soylu spricht von der schlimmsten Flutkatastrophe, die er je gesehen habe.
An der türkischen Schwarzmeerküste hat Starkregen zu heftigen Überschwemmungen geführt. Elf Menschen kamen in den Fluten ums Leben. In einigen Ortschaften mussten sich Menschen auf den Dächern ihrer Häuser in Sicherheit bringen.
Der Staat soll die Rahmenbedingungen für die Freiheit und Sicherheit der Bürger schaffen. Gegenwärtige Krisen stellen eine Herausforderungen dar und machen die Rolle des Staates als Gefahrengemeinschaft deutlich.
Die Ministerpräsidenten einigen sich auf einen Hilfsfonds im Umfang von 30 Milliarden Euro. Mehr als 80 Millionen Euro davon sollen in das Sirenenförderprogramm des Bundes fließen.
Bund und Länder wollen sich die Kosten für den Wiederaufbaufonds teilen. Laschet zufolge soll er bis zu 30 Milliarden Euro umfassen. In Rheinland-Pfalz fordert die CDU unterdessen einen Untersuchungsausschuss.
Die Flutkatastrophe stellt die Menschen vor viele Probleme. Zumindest steuerlich können sie mit Erleichterungen rechnen.
Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Landrat des Landkreises Ahrweiler Jürgen Pföhler aufgenommen.
Um Hilfsgelder zu erhalten, müssen die Gemeinden an der Ahr die Schäden sehr genau beziffern. Eine kaum lösbare Aufgabe für Bürgermeisterin und Stadtplanerin.
Das Hochwasser hat jede zweite Kommune in Nordrhein-Westfalen getroffen. Heimatministerin Scharrenbach sorgt sich um die Infrastruktur – und fordert Milliardenhilfe.
Unternehmen, Sozialkräfte und viele Einzelpersonen haben sich den umfangreichen Rettungs- und Hilfsmaßnahmen in China angeschlossen, nachdem heftige Rekord-Regenfälle in der Provinz Henan 69 Tote gefordert hatten.
Der Anteil der Bevölkerung, der in von Hochwasser gefährdeten Gebieten lebt, wächst weltweit. Dadurch sind immer mehr Menschen von Extremwetterereignissen und deren Folgen betroffen.
Finanzminister Scholz will keinen Sonderbeauftragten für die Flutgebiete einsetzen. Die betroffenen Bürgermeister bitten ihn nun inständig darum. „Das kann nicht das letzte Wort gewesen sein“, sagen sie.
Unternehmen in den Flutregionen müssen bis Ende Oktober keine Insolvenz beantragen, wenn sie überschuldet oder zahlungsunfähig sind. Diese Regelung brachte die Bundesregierung nun auf den Weg.
Noch immer sind einige Teile in den Katastrophengebieten ohne Strom. Kochen ist entsprechend schwierig. In einem neuen Versorgungszentrum versorgt das Rote Kreuz nun täglich die Flutopfer mit 10.000 warmen Mahlzeiten.
Wenn die Politik nicht entschlossen handelt, kann der Bedrohung der Menschen in den Flutgebieten eine Bedrohung des Vertrauens in das politische System folgen. Ratlos wirkende Kanzlerkandidaten sind in dieser Situation keine Hilfe.
Nach der Katastrophe im Ahrtal stand früh die Frage im Raum, wer wann hätte gewarnt werden müssen. Nun prüft die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.
Starkregen, Überflutungen, aber auch Hitzewellen: Höchste Zeit, dass sich Städte und Kommunen richtig auf den Klimawandel vorbereiten und die Menschen besser schützen. Wie das gelingen kann? Wissenschaftler haben dafür bereits geeignete Konzepte entwickelt.
In Blessem sind die Bewohner nach der Flutkatastrophe noch immer mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Viele stehen vor dem Nichts und fürchten: Was ist, wenn man uns Flutopfer vergisst?
Im Kreis Ahrweiler gab es viele Tote durch das Hochwasser. Der Landrat muss schleunigst erklären, warum auf die präzisen Vorhersagen zur Gefahr der Flut nicht schnell und angemessen reagiert worden ist.
Keller trocken legen, Müll wegschaffen und immer dieser Schlamm: Anstatt in den Urlaub zu fahren, ist unser Autor ins Ahrtal gereist. Freiwillige Helfer werden dort nach wie vor gebraucht. Aber es gibt auch Spannungen – mit der Polizei.
Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die Verantwortlichen im Kreis Ahrweiler früher gehandelt hätten. Der rheinland-pfälzische Innenminister verspricht, den Katastrophen-Abend aufzuklären.
Das Landesamt für Umwelt in Rheinland-Pfalz sendete präzise Warnungen nach Ahrweiler. Für die Nacht auf den 15. Juli wurden fast sieben Meter Pegelstand prognostiziert. Trotzdem wurde erst um 23 Uhr der Katastrophenfall ausgerufen und evakuiert.
Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat sich Ministerpräsidentin Dreyer mit dem Krisenstab in Bad Neuenahr-Ahrweiler beraten.
Nach dem verheerenden Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz gewinnt der Klimaschutz für die Deutschen an Bedeutung. Doch auch nach der Flutkatastrophe ist für die Mehrheit ein anderes Thema noch wichtiger.
Hans-Josef Heun aus Frankfurt hat Flutopfer in der Eifel tatkräftig unterstützt, auch sein Sohn ist dort vom Hochwasser betroffen. Er sagt: Die Betroffenen benötigen noch viel mehr Hilfe.
In der Katastrophe zeigt sich die deutsche Gesellschaft leistungsfähiger, stabiler und bewundernswerter, als ihr mitunter attestiert wird. Es wäre gut, wenn das auch in der Corona-Krise so wäre.
Hilfe in Katastrophenfällen muss aus Sicht von General Schelleis besser koordiniert werden. Er sieht „erheblichen Handlungsbedarf zur Verbesserung der Führungssysteme“.
In zahlreichen Regionen hatten Einsatzkräfte bis in die Nacht viel mit Unwetterschäden zu tun – in Baden-Württemberg rückt der Winterdienst an. Für Dienstag sind in Nordrhein-Westfalen Starkregen und Gewitter angekündigt.
Ob Starkregen, Gewitter oder Hitze: Wir brauchen dringend mehr Risikokompetenz, fordern Meteorologen. Denn selbst nachvollziehbare Reaktionen auf eine Katastrophe entpuppten sich mitunter als fatal.
Vor fünf Jahren wurde Braunsbach durch ein Extremwetterereignis zerstört. Die Bürger haben den Ort wieder aufgebaut – und vieles zum Guten verändert.
Schutzmaßnahmen allein reichen nicht – wir brauchen neue Erzählungen, sagt die Medienökologin Birgit Schneider. Im Interview spricht sie über die Darstellung des Klimawandels und die Kluft zwischen Wissen und Handeln.
Der Bau von Brücken, Straßen und Schulen dauert meist ewig. Doch schon die Corona-Pandemie hat gezeigt: In Krisenzeiten geht alles viel schneller. Das wird auch bei der Flutkatastrophe der Fall sein.