Kurz vorm freien Fall
Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist nach der Spionage-Affäre schwer belastet. Bei Anne Will wurde nicht ein versöhnliches Wort gesprochen, aber viel Arroganz zur Schau gestellt.
Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist nach der Spionage-Affäre schwer belastet. Bei Anne Will wurde nicht ein versöhnliches Wort gesprochen, aber viel Arroganz zur Schau gestellt.
Die Siegesfeier am Brandenburger Tor wird zum gigantischen Eigentor. Mit einer üblen Persiflage auf ihren Finalgegner verspielen die deutschen Weltmeister das Image der weltoffenen, toleranten Nation.
Gibt es kein drängenderes Thema für Maybrit Illner als die WM? Ein quotenträchtigeres zumindest nicht: Felix Magath kokettiert, Nia Künzer schwärmt, und Hajo Schumacher entwickelt eine „situative Ethik“.
Hillary Clinton erklärte bei Günther Jauch, dass auch die mächtigsten Frauen der Welt noch anders behandelt werden. Schuld daran hätten Männer wie Russlands Präsident Putin.
Johannes B. Kerner verspricht ein „Stimmungsbild der Deutschen“. Seine Sendung ist eine Zumutung. Ein Machtwort des wichtigsten Deutschen bleibt die letzte Hoffnung.
Fest in deutscher Hand: der erste „Literaturclub“ des Schweizer Fernsehens nach der Affäre um Elke Heidenreichs Heidegger-Zitat und der Entlassung des Moderators.
Im Irak entsteht gerade eine neue Hochburg für Dschihadisten. Auch bei „Günther Jauch“ warnte ein Islamwissenschaftler vor der Faszination, die Isis auf Jugendliche in Deutschland ausübe. Vor allem gegen Ende wurde es interessant.
Die steigende Zahl von Einbrüchen ist wegen des Unsicherheitsgefühls vieler Bürger zum politischen Thema geworden. Da bleiben Fakten schon einmal auf der Strecke. So auch in der Talkrunde am Sonntag.
Ist Christian Wulff ein Opfer von Medien und Justiz? So zumindest sieht sich der frühere Bundespräsident selbst. Anne Will scheiterte, eine entsprechende Debatte über Respekt und Charakterjournalismus zu ermöglichen.
54, 74, 90... 2014? Kurz vor dem Eröffnungsspiel debattiert Sandra Maischbergers Stammtisch über die Titelchancen der deutschen Mannschaft. Was wohl passiert, wenn die hohen Erwartungen enttäuscht werden?
Die Verbrecher sitzen nicht im Gefängnis, sie leiten es: Der Tatort „Freigang“ zeigt einen perversen Justizvollzug. Doch das korrupte System bekommt eine Schwachstelle.
Etwas selbstverliebt, aber doch gelungen: Auch in der neuen Staffel von „Sherlock“ glänzt Benedict Cumberbatch in der Rolle des Meisterdetektivs.
Reinhold Beckmann und Giovane Elber zeigen, was passieren könnte, wenn Brasilien nicht Weltmeister wird. Der Höhepunkt ihrer Dokumentation aber ist ein Besuch bei den Kindern im Amzonasgebiet.
Die neue ProSieben-Musikshow verzichtete auf die Übertreibungen des Casting-Irrsinns, aber leider auch auf große Emotionen, ein besonderes Musikerlebnis und eine Moderatorin, die moderieren kann.
Das Thema Uli Hoeneß schien erst einmal durch zu sein. Aber irgendeine Talkrunde kriegt man damit wohl immer zusammen. Und sei es nur, um möglichst oft das Wort „Knast“ zu sagen.
Der Alkohol ist bis heute eine kulturell akzeptierte Droge. Aber warum ziehen uns Schnaps und Bier eigentlich so sehr an? Die Gäste bei Maischberger fanden darauf überraschend unterschiedliche Antworten.
Wie lässt sich das medizinische Niveau in deutschen Kliniken halten, wenn immer mehr Patienten auf immer weniger Personal treffen? Frank Plasberg diskutierte diese Frage wohltuend sachlich - mit kleinen Ausrutschern.
Sky zeigt das Gangster-Epos „Peaky Blinders“. In guten Momenten ist diese Serie so etwas wie „Downton Abbey“ aus dem Slum. In schlechten ist sie immer noch ein cooles Musikvideo.
Die Fifa steckt kurz vor dem Turnier in Brasilien in der Krise - eine Steilvorlage für Jauch. Doch statt einer Diskussion gab es Parolen: Nationalspieler sollten auf ihre Gage verzichten und das DFB-Team keine Sponsorentermine mehr wahrnehmen.
Der Serie „Sherlock“ gelingt mit der dritten Staffel das Unglaubliche: Sie ist noch schneller, witziger und intelligenter als die bisherigen. Das ist Fernsehen in Perfektion.
Die ARD inszeniert das Leben der Clara Immerwahr als eindringliches Emmanzipations- und Wissenschaftsdrama. Ein filmisches Denkmal für die in Vergessenheit geratene Pazifistin und Chemikerin.
Bei „Hart aber Fair“ sollte es um die Wahlergebnisse, Europas Wutbürger und den Erfolg der „Alternative für Deutschland“ gehen. Dann ging es aber wieder nur um den Moderator.
Mit sieben Prozent ist die AfD keine „Volkspartei“, aber ihre Wähler sollte man ernst nehmen, hieß es bei Günther Jauch. Peer Steinbrück wurde trotzdem laut.
Der Investigativjournalist Glenn Greenwald ist bei Beckmann zu Gast, um von seinem Besuch bei Edward Snowden in Moskau zu erzählen. Er hat dort einen glücklichen Mann getroffen.
In der Sendung von Frank Plasberg ging es um Generationengerechtigkeit und die Mütterrente. Die Betroffenen waren Staffage, die Diskutanten meilenweit von der Rente entfernt.
Die Inklusion ist bei „Günther Jauch“ angekommen. Ein Kind mit Behinderung kann nicht immer aufs Gymnasium gehen. Nicht nur das Kind selbst könnte davon überfordert sein, auch Lehrer und Mitschüler.
Wo der Bewährungshelfer Pate ist: Der Bremer „Tatort“ knöpft sich die nächste Parallelgesellschaft vor, einen mafiösen Entsorgungsbetrieb. Erst geht es um Macht. Dann um Ohnmacht.
Maybrit Illner fragt nach Gewinnern und Verlierern des Rentenpakets. Die Erinnerungslücken sind frappierend.
Anne Wills Gesprächsrunde zum transatlantischen Freihandelsabkommen produziert traute Einigkeit unter Gegnern, aber keine neuen Argumente. Und ein deutscher Manager wollte nicht den bösen Amerikaner geben.
Günther Jauch nahm für seine Sendung den Tatort zum Anlass, um über Jugendgewalt zu diskutieren. Es fehlte aber die Diskussion. Das lag nicht an seinen Gästen.
Martin Schulz und Jean-Claude Juncker demonstrieren im Fernsehduell, warum es auf Brüssel ankommt. Über die Zukunft der beiden Europawahl-Spitzenkandidaten entscheidet der Wähler. Und dann Angela Merkel.
Auch Halle ist jetzt wieder Krimistadt. Hier ermittelt Claudius Zorn, der wohl faulste Kommissar, den das deutsche Fernsehen je gesehen hat. Versagen als Widerstand - „Zorn“ sollte in Serie gehen.
Nach den Querelen um Ritter Sport steht die Stiftung Warentest unter Rechtfertigungsdruck. Das war bei Maischberger nicht anders. Gelegentlich bot die Sendung gute Unterhaltung. Trotzdem gibt es nur die Note mangelhaft – ein Kriterium führt zur Abwertung.
Was ist ein „gerechter Lohn“? Eine Frage, die sich nicht nur Frank Plasberg stellt. Und warum erscheinen Piloten eigentlich immer in Uniform?
Mo Asumang geht unter Fremdenfeinde: Die Moderatorin und Filmemacherin mit Nazi-Großeltern und ghanaischen Wurzeln sucht nach der Herkunft des Begriffs „arisch“. Neonazis scheut sie nicht.
Ob man Putin „noch stoppen“ kann, wusste die Runde bei „Günther Jauch“ nicht. Aber reden soll der Westen mit ihm. Ob das reicht?