Die Tiefe dieses Hasses
Heute vor 70 Jahren sprach Thomas Mann in der Frankfurter Paulskirche zum ersten Mal nach seiner Vertreibung wieder auf deutschem Boden. Es ging um die Stellung Deutschlands nach dem Grauen durch den Nationalsozialismus.
Heute vor 70 Jahren sprach Thomas Mann in der Frankfurter Paulskirche zum ersten Mal nach seiner Vertreibung wieder auf deutschem Boden. Es ging um die Stellung Deutschlands nach dem Grauen durch den Nationalsozialismus.
Daniel Kehlmann soll das Drehbuch schreiben, Detlev Buck Regie führen, Jannis Niewöhner die Hauptrolle spielen: Auf einen Namen bei der Neuverfilmung des „Felix Krull“ wartet noch die Welt.
Familienunternehmen werden schneller reich, sagt der Internationale Währungsfonds. Davon können auch die Investoren profitieren – besonders in Krisenzeiten.
Sieben Jahre nach ihrem Tod steht Whitney Houston möglicherweise vor einer Wiederauferstehung als Hologramm. Neue Hoffnungen ähnlicher Art machen sich auch die Organisatoren von Woodstock 50 nach einem Gerichtsurteil: Kurze Kulturmeldungen im Überblick.
Frank Böckelmanns Buch „Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen“ ist vor zwanzig Jahren schon einmal erschienen, in Enzensbergers Anderer Bibliothek. Jetzt erscheint es mit einem neuen Vorwort im rechten Manuscriptum-Verlag.
Was bewegte Stauffenberg zum Attentat – in einer Lage, da eigentlich nichts mehr zu retten war? Sicher nicht Kritik am Nationalsozialismus. Es war die Lektüre Stefan Georges, schreibt Thomas Karlauf in einer neuen Biographie.
Erfüllt alle Erfordernisse des Prime-Time-Fernsehens: Mit dem Film „Lotte am Bauhaus“ verkitscht die ARD den Aufbruch der Frauen in der deutschen Kunstwelt. Eine Chance ist vertan.
Ganz Paris träumt von der Liebe, aber muss man deswegen gleich aus dem Fenster springen? Michel Houellebecqs Roman „Serotonin“ richtet den depressiven Dandy endgültig zugrunde – mit starker Moral.
Hindurch und vorbei: Stefan Trüby widmet sich mit seiner „Geschichte des Korridors“ auf eindrückliche Weise einem gern übersehenen Element der Architektur.
Am 1. Januar 1919 wurde der amerikanische Schriftsteller J.D. Salinger geboren. In der ersten Lebenshälfte schrieb er den epochalen „Fänger im Roggen“, in der zweiten nur noch für die Schublade. Warum?
Vergiss deinen Thomas Mann und schau, dass du hier wegkommst: Beim Heliskiing im einsamen Norden Georgiens geht es um die richtige Mischung aus Verzückung und Vorsicht.
Thomas Manns Erzählverfahren in seinem Roman „Der Zauberberg“ ist radikal analytisch. Wie Andreas Kablitz zeigt, lösen sich sogar Speisekarten bei genauer Lektüre in Wörtersalat auf.
Er ist ein Spezialist für Thomas Mann und für die Problemfälle der Geistesgeschichte, doch bei seinen Literaturkritiken stand ihm nie ein Jargon im Weg. Dem Philologen Eckhard Heftrich zum neunzigsten Geburtstag.
Der Sieg der Knauserigkeit: Das Parkhaus im Rücken der heilen Fassade des Buddenbrookhauses sagt viel aus über Lübecks Umgang mit seiner Geschichte, analysiert der ehemalige Senatsbaudirektor von Berlin in seinem Gastbeitrag.
Dargestellte Wirklichkeit im störenden Einschuss: Erich Auerbachs Tagebuch aus dem Revolutionswinter 1918/19 zeigt den Kriegsheimkehrer noch als Unpolitischen im Geiste des von ihm bewunderten Thomas Mann.
„Wo ich bin, ist Deutschland“: Wie Hunderte andere deutsche Schriftsteller ist Thomas Mann vor Hitler ins amerikanische Exil geflohen: Ein Ausstellung in Marbach zeigt, wie hier das Politische und das Poetische zusammenfinden.
Individualität und Sozialität begegnen sich in einem Lebenswerk, das sich als Kompendium der neuen Weltweisheit lesen lässt: wie Goethe den Amerikanern ihr Ein und Alles wurde.
Ein Tod im Dienst der deutsch-russischen Beziehungen: Im Jahr 1904 starb der Dramatiker Anton Tschechow im badischen Kurort Badenweiler – und hatte dort ein erstaunliches diplomatisches Nachleben.
Schülerinnen und Schüler müssen wieder mehr mit großen Werken der deutschen Literatur konfrontiert werden. Es ist Zeit, für einen literarischen Kanon in deutschen Schulen! Ein Gastbeitrag.
Der weiße Anzug ist Weisheit zum Anziehen. Unser Autor probiert ihn an, entwirft sich als Michael Jackson und erreicht eine höhere Bewusstseinsebene.
Berlin ist nicht Weimar, heißt es. Zu Recht? Unheilvolle Tendenzen aus der Weimarer Republik kehren wieder. Man darf sie nicht unterschätzen. Ein Gastbeitrag.
Schlangen bei der Balz, trinkende Pferde, ein schmelzender Kerzendocht und sehr viele komische Geräusche: Beim Schreiben über Sex kann viel in die Hose gehen. Eine kleine Bibliothek der misslungensten Bettgeschichten.
Die Geschichte der Gelehrtenmigration zeigt: Es bedarf heute einer Infrastruktur für die Rettung der Wissenschaft. Was könnte Europa tun?
Heinz Strunk debütiert mit Erzählungen. Wen schon sein „goldener Handschuh“ erschreckte, sollte vorsichtig sein.
In Sehnsucht leben: Eine Münchner Tagung erörtert die literarisch-spiritistischen Kosmiker um Alfred Schuler und Ludwig Klages als Phänomen der Mode einer Zeit, die sich selbst bekämpfte.
Tilda Swinton, Olivia Colman, Rachel Weisz: Das Filmfestival Venedig steht im Zeichen großer Schauspielerinnen. Und zeigt, was Cannes verpasst hat.
Der amerikanische Erzähler Richard Russo ist ein Meister der Kurzgeschichte, und seine beste führt eine Reisegruppe unterhaltsam durch Venedig. Doch ein unerhörtes Campus-Erlebnis vom anderen Kontinent beschwert alles.
Schon Thomas Mann hat angedeutet, dass der ganze Hitler im frühen Bewunderer Wagners steckt. Ein Germanist macht diese These nun plausibel. Wie sprang der Funke über?
„Schluss, ich höre auf“, verkündete Rico Freimuth im Mai in Götzis. Er habe keinen Spaß mehr am Zehnkampf. Aufgeben will er aber nicht – und sucht sich seinen eigenen Weg zurück zur Karriere.
Trotz der jüngsten Debatte um Missbrauchsfälle in seinen Kreisen bleibt der Lyriker Stefan George eine Größe seiner Zeit. Elf Lyriker erklären in der F.A.Z. seine lyrische Wirkung.
Das tiefe Missverständnis zwischen ihm und der Stadt tritt noch einmal wie unter einem Brennglas hervor: Sir Simon Rattle nimmt Abschied von den Berliner Philharmonikern.
Im Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades wird die Partnerschaft mit Amerika neu begründet. Das Irrationale darf nicht siegen. Eine Rede des Bundespräsidenten.
Wenn der Kanon kicken könnte: Was ist die WM in Russland schon im Vergleich zum Fußballfinale einer Weltauswahl der Literatur gegen deutsche Schriftsteller? Eine Reportage aus dem Estádio Elíseo.
In ihrem neuen Buch „deutsch, nicht dumpf“ sucht Thea Dorn nach Personen und Perioden, die einen Traditionsstrang deutscher Demokratie und Menschenfreundlichkeit begründen können. Mit interessanten Entdeckungen.
Ein Bischof empfiehlt, mehr Skepsis in Glaubensfragen zuzulassen. Aber wer seine Maßstäbe der Ambivalenz opfert, kommt in peinliche Verlegenheiten – und zwar nicht nur in der Theologie.
Von Mitschülern gequält, vom Lehrer sexuell missbraucht und von der Familie missachtet: Christian Kracht schildert in Frankfurt vor vollem Haus eine traumatische Jugend in Kanada und deutet damit sein Werk.