Lieber Leserin, lieber Leser,
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Wie kommt der Plan klassischer Werke zu Gehör? Mit dem Geiger Rudolf Kolisch arbeitete Theodor W. Adorno an einer Lehre des konstruktiven Interpretierens.
Südafrikas Präsident Ramaphosa besucht Donald Trump. Der Bundestag wählt einen neuen Wehrbeauftragten. Und: Anekdoten aus dem Waldstadion, das 100 Jahre alt wird. Der F.A.Z. Frühdenker.
Noch eine Thomas-Mann-Biographie? Tilmann Lahme stellt das Leben des Schriftstellers zu dessen Jubiläum endgültig vom Kopf auf die Füße, wartet mit bisher unbekanntem Material auf und zeigt manches, das man zu wissen glaubte, in neuem Licht.
Ejakulationen „ante portas“ und immer mehr Medikamente: In seinen Tagebüchern schilderte Thomas Mann ausführlich, wie sehr er wegen seiner Homosexualität litt. Die Forschung hat vieles davon bis heute verschwiegen.
Als Thomas Manns großer Teufelsroman gilt bislang „Doktor Faustus“. Doch in einer Leipziger Walpurgisnacht entdeckt Erik Schilling auch im „Zauberberg“ zahlreiche diabolische Referenzen. Geht Hans Castorp sogar einen Teufelspakt ein?
Man kann Sympathien für Donald Trumps Idee aufbringen, den überbordenden und hoch verschuldeten amerikanischen Staat zu schrumpfen. Zu kritisieren ist aber, wie die Regierung das Projekt angeht.
Von den Nazis vertrieben, nach 1945 verhöhnt: Eine Graphic Novel erzählt von Thomas Manns erstem Besuch in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Dass der Exilant nicht nur den Westen, sondern auch den Osten besuchte, verzieh man ihm nicht.
Nach mehr als sechzig Jahren bei Hanser erscheint die Zeitschrift Akzente“ nun im Dittrich Verlag. Die neue Ausgabe versammelt Beiträge von Exil-Autoren aus dem Projekt „Weiter Schreiben“.
Hubert Winkels ist mit 70 Jahren alt genug für das Amt des Literaturpapsts. In seinem autobiographischen Buch studiert er die kulturelle und religiöse Erfahrung trotzdem undogmatisch.
Er war der einzige Emigrant, der während der NS-Zeit unzensiert den Deutschen ins Gewissen sprach. Thomas Manns erschütternde BBC-Reden zwischen 1940 und 1945 sind in Form und Inhalt einzigartig. Jetzt sind sie in einer Neuauflage wieder zu lesen. Sie gehören in jedes Schulbuch.
Lange galt als ausgemacht, dass die Weimarer Republik scheiterte, weil ihr intellektuelle Fürsprecher fehlten. Alexander Gallus hat nun eine Wochenzeitschrift von 1931 entdeckt, die dieses Diktum in Frage stellt. Ihre Herausgeber waren illuster.
Bis der Mensch dem Menschen ein Helfer sein wird: Dieses Gedicht legt Zeugnis ab von der Hilflosigkeit im Angesicht von Tyrannei, Rechtlosigkeit und Willkürherrschaft.
Zwei Frauen bauen in einem einstigen Sanatorium in Schlesien ein „internationales Kulturlabor“. Ihre Schutzpatrone sind Krzysztof Kieślowski, Thomas Mann und Olga Tokarczuk. Ein Besuch in Görbersdorf, inklusive einer Begegnung mit der Literaturnobelpreisträgerin.
Am Ende seines „Zauberbergs“ schildert Thomas Mann den Ersten Weltkrieg – mit Worten, die an Ernst Jüngers „Stahlgewitter“ erinnern. Eine neue Analyse zeigt: Das war wohl kein Zufall.
Als Filmemacherin und Autorin hat Doris Dörrie ein Thema: das Leben in der Bundesrepublik. Räume gehörten immer dazu. Jetzt hat sie ein Buch über das Wohnen geschrieben.
Er war der Super Mario der lateinamerikanischen Literatur. Jetzt ist der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa mit 89 Jahren in Lima gestorben.
Trumps Zölle +++ Geschichte der Leipziger Buchmesse +++ 150 Jahre Maurice Ravel +++ Herb Alpert
Und gleichwohl eine künftig unentbehrliche Quelle zur deutschen Literatur der Achtzigerjahre: Die Tagebücher des Schriftstellers Horst Bienek.
Ludwig Marcuses Platon-Studie „Der Philosoph und der Diktator“ von 1947 handelt von Demokratie zwischen Totalitarismus und Utopie.
Ganz großes Theater war nicht nur die Domäne der legendären Münchner Schauspielerin Therese Giehse. Das bietet auch ein Comic über das Leben der Giehse, erzählt von der Münchner Zeichnerin Barbara Yelin.
Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ erklärt den Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit gesellschaftlichen Mustern, die noch heute relevant sind. Eine Wiederlektüre erinnert an Social-Media-Diskussionen.
Vor hundert Jahren erschien ein Roman, der seitdem nie an Aktualität verloren hat. Denn „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald erzählt vom modernsten Mann, den wir uns vorstellen können.
Wintergemüse ist nicht trostlos, sondern eine ganz eigene, ganz wunderbare Geschmackswelt. Das beweisen die Nürnberger Spitzenköche Andree Köthe und Yves Ollech virtuos mit ihrer Variation vom Kohl.
Unterwegs mit einem Postkarten-Club und Thomas Mann: Die Illustratorin Magdalena Adomeit ist eine Reisende ohne Wohnung und mit Arbeitsplätzen in immer anderen Städten. Wie passend, dass sie eine Graphic Novel über die Europareisen des Nobelpreisträgers gezeichnet hat.
Im kollektiven Gedächtnis an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus nimmt die Weiße Rose neben den Verschwörern des 20. Juli 1944 einen zentralen Ort ein. Doch vieles befindet sich im Umbruch.
Hommage zum 150. Geburtstag des Nobelpreisträgers: Am Montag erscheint der 238. Band der Krimireihe. Justus Jonas ermittelt in Thomas Manns kalifornischer Villa und sucht nach einem verlorenen Manuskript.
Konnte man im Geiste des „Doktor Faustus“ Politik machen? Gerhart Baum hat es gewagt. Eine persönliche Erinnerung an einen Thomas-Mann-Leser der ersten Stunde.
Auf der Bühne, im Kino, in Büchern und auch in der Politik: Das Dämonische, das vor hundert Jahren im Schwange war, feiert in unseren Tagen fröhliche Urständ.
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Läuterung im zweiten Kriegserlebnis: Kai Sina widmet sich in der Studie „Was gut ist und was böse“ der Rolle Thomas Manns als politischer Aktivist.
Einübung ins provisorische Denken: Erich Auerbach liest Giambattista Vico.
Was folgt aus Martin Mosebachs Kritik des Stils von Thomas Manns „Zauberberg“? Noch in der Technik des Erzählens steckt die unhintergehbare Dialektik von Rationalität und Leben.
Horst Janson war ein Fernsehliebling der Deutschen, der aber auch im großen Kino eine gute Figur machte. Jetzt ist er in seinem Haus bei München im Alter von 89 Jahren gestorben.
Ein Wortsetzer schöpft aus dem Alchimiekasten: Im Faust-Roman„La Groete“ von Thomas Pigor kommt die Kleinkunst ganz groß heraus. Der Autor muss die Herstellung des Buches mit fanatischer Genauigkeit überwacht haben.
Das Haus, in dem ich in Malibu wohnte, hat einst Greta Garbo gebaut. Nun wurde „La Esperanza“ ein Raub der Flammen. Doch die Hoffnung stirbt nicht.