Es dauerte lange, bis die Wut nachließ
Monique Rothschilds Eltern wurden aus Frankfurt vertrieben, Jahre später geht ihre Tochter in der Stadt auf Spurensuche. Sie hat nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt – aus politischen Gründen.
Auch in asymmetrischen Beschäftigungsverhältnissen hat die schwächere Seite Spielräume: Historiker des deutschen Kolonialismus suchen sich ihre Themen verstärkt in der Arbeitswelt.
Als Erster Weltkrieg werden die kriegerischen Auseinandersetzungen vom 28. Juli 1914 bis zum 11. November 1918 bezeichnet. Da die europäischen Großmächte zu dieser Zeit noch Kolonien in aller Welt besaßen und mit unabhängigen Ländern Abkommen geschlossen hatten, wurden Nationen von Nicaragua bis Südafrika und von Neuseeland bis Kuba in den Konflikt hineingezogen.
Das Attentat von Sarajevo
Zur Jahrhundertwende lieferten sich die europäischen Mächte ein Wettrennen um die globale Dominanz. Der Imperialismus war auf seinem Höhepunkt. Großbritannien, Frankreich und Russland schlossen sich zu einem Bündnis (Triple Entente) auf der einen Seite zusammen, das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Italien zum Dreibund auf der anderen Seite.
Als Auslöser des Ersten Weltkriegs wird das Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand betrachtet. Den Habsburgern waren die Unabhängigkeitsbestrebungen Serbiens ein Dorn im Auge und das Land sollte nach dem Attentat bestraft werden. Serbien bat seinen Verbündeten Russland um Hilfe, der wiederum seine Bündnispartner mobilisierte. Auf der anderen Seite traten Deutschland und Italien nun – nicht zuletzt aufgrund des bestehenden Bundes mit Österreich-Ungarn – ebenfalls in den schwelenden Konflikt ein.
Der erste moderne Krieg
In nur fünf Jahren forderte der Erste Weltkrieg weltweit rund 17 Millionen Todesopfer und über 20 Millionen Verwundete. Ganze Landstriche wurden verwüstet, alte Großmächte, wie das Kaiserreich Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich zerfielen. Der Erste Weltkrieg gilt häufig als erster moderner Krieg, in dem Kriegswaffen wie Panzer und U-Boote zum Einsatz kamen.
Monique Rothschilds Eltern wurden aus Frankfurt vertrieben, Jahre später geht ihre Tochter in der Stadt auf Spurensuche. Sie hat nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt – aus politischen Gründen.
Wie ein Österreicher Russlands Völkermord an Ukrainern dokumentierte: Der Film „Family Album“ geht zurück zu den Wurzeln des gegenwärtigen Krieges.
Malerin, Akademiegründerin, Kantinenchefin: Marie Vassilieff gehörte zu den interessantesten Künstlerinnen im Paris des frühen 20. Jahrhunderts. Eine Versteigerung setzt nun einen Meilenstein bei ihrer Wiederentdeckung.
Das Völkerrecht konnte den Ausbruch des Ersten Weltkriegs nicht verhindern: Joachim Dolezik von der Universität Wien geht über Christopher Clark hinaus und sucht die Hauptschuld bei Russland.
Am 23. Juni wird der Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch in das Pariser Panthéon aufgenommen. Im Vorlauf der Ehrung sind mehrere Diskussionen um die Deutung seines Werks und Lebens entbrannt.
In einer neuen Ausstellung des Lenbachhauses wird der Blaue Reiter in seinen verschiedenen Facetten beleuchtet. Besonders die einst blinden Flecken, die weiblichen Reiterinnen, wissen in München zu überzeugen.
Die Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe und Ralf Banken erzählen, wie Hertie zu einem der vier großen Warenhauskonzerne Deutschlands aufstieg. Und wie der Glanz wieder verblasste.
Einer der größten Industrieverbände des Landes bekommt mit dem Familienunternehmer Daniel Hager einen neuen Präsidenten. Der künftige Mann an der Spitze der Elektro- und Digitalindustrie legt gleich mal den Finger in die Wunde.
Das Park-Café in Wiesbaden ist über Generationen ein Ort der Stars und Sternchen gewesen. Nachdem hochfliegende Restaurantpläne gescheitert sind, wartet das geschichtsträchtige Haus an der „Rue“ auf einen Neuanfang.
Der Historiker Odd Arne Westad sieht starke Parallelen zwischen der heutigen weltpolitischen Lage und der Welt vor 1914. Die Drohung mit Atomwaffen sei nicht mehr so abschreckend wie im bipolaren Zeitalter des Kalten Krieges.
Als der Spanische Bürgerkrieg begann, brachen Freiwillige aus mehr als fünfzig Ländern auf, um für die Demokratie zu kämpfen. Unter ihnen Dichter und Intellektuelle. Paul Ingendaay erklärt, was sie antrieb.
Gleicht die Gegenwart der Situation vor dem Ersten Weltkrieg? Der Historiker Odd Arne Westad über den Abstieg der USA, die Krisenherde dieser Erde und die Frage, welche Lehren die Geschichte bereithält.
Arm und Reich wurden getrennt, allein reisende Frauen waren Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungen ausgesetzt: Niklas Webers preisgekrönte Studie legt offen, was sich im 19. Jahrhundert in Zugabteilen abspielte.
Um den Druck auf Iran zu erhöhen, nutzen die USA ein altbewährtes Mittel: die Seeblockade. Klappt das? Drei historische Beispiele.
In Deutschland wurde die Ukraine lange entweder überhaupt nicht wahrgenommen, oder sie galt als Störfaktor in den Beziehungen zu Russland.
Weder im NS noch in der DDR war er wohl gelitten: Das vielgestaltige Werk des Malers Hans Brass ist im Kunstmuseum Ahrenshoop zu besichtigen. Für einige Jahre war er auch Bürgermeister des Künstlerorts.
„Fisch Franke“ ist in Frankfurt eine Institution. Seit mehr als einem Jahrhundert bietet der Betrieb in der Altstadt klassische Fischküche. Das überzeugt noch immer – nicht nur wegen der Tradition.
Historiker Christopher Clark spricht im Interview über die Unterschiede zwischen der Gegenwart und den Konflikten des 20. Jahrhunderts – und zur Frage, warum die MAGA-Bewegung uns alle bekämpft.
Bei seiner Geburt regierte Kaiser Wilhelm II. noch. Bis vor wenigen Jahren hat der Pfarrer aus Eichenzell noch Messen gehalten. Am 26. Februar wird Bruno Kant 110 Jahre alt.
Ohne den feinen Schaumwein wäre Reims bloß ein sympathisches Provinznest. Der Champagner steckt in der DNA dieser Stadt – auch wenn man dort neuerdings mit seinem Nimbus als Trank der Könige, Schönen und Reichen hadert.
Bekannt wurde er mit Büchern zur Geschichte Preußens und zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs: Der Historiker Christopher Clark erhält den Ludwig-Börne-Preis.
Mit dem Historiker Götz Aly diskutieren wir die immer wieder auftauchende These, dass die Nationalsozialisten links waren. Die erste Folge unserer vierteiligen Serie zum Kulturkampf im neuen F.A.Z.-Geschichtspodcast.
Auch bei Neo Rauch hängt eines seiner Bilder überm Kamin: Das Kunstmuseum Moritzburg belegt den prägenden Einfluss des Malers Karl Hofer – bis heute.
Im Jahre 1902 war es noch Deutschland, das wegen einseitigen Vorgehens gegen Venezuela als Aggressor galt. Die von Theodore Roosevelt damals angewandte Monroe-Doktrin hat Donald Trump jetzt bekräftigt und erweitert.
Unter dem tatkräftigen Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann war 1926 ein Jahr des Aufbruchs. Damals wurden die Grundlagen für das heutige Drehkreuz des Luftverkehrs gelegt.
In Rhöndorf am Rhein schuf Konrad Adenauer nach Jahren der Heimatlosigkeit ein neues Zuhause. In seinem Garten am steilen Rebhang fand er nicht nur Entspannung, sondern auch einen Lehrmeister.
Nach 100 Jahren tauchen plötzlich Juwelen der Habsburger in einem Schließfach in Kanada auf. Und die Österreicher fragen sich mal wieder: Wie stehen wir zu unserem früheren Herrscherhaus?
Als religiöse Künstlerin im atheistischen DDR-Staat hat sich Elly-Viola Nahmmacher nie dreinreden lassen. Sie wurde überwacht und ausgeschlossen, mache ihrer Arbeiten weggesperrt.
Vor mehr als 100 Jahren gehörte für jüdische Bürgerfamilien ein Christbaum dazu. Christliche und jüdische Tradition fanden zueinander. Damit war es schon vor dem Holocaust vorbei. Könnte sich das wieder ändern?
Das erste Fußballspiel unter Frauen, „feindliche Ausländer“, BBC, Eishockey, Galopp und Pink Floyd: Im Alexandra Palace passierte in 152 Jahren viel. Nun ist klar, dass es dort bald noch lauter wird.
Über die Zukunft des Landes entscheidet nicht nur sein Präsident. Die Gesellschaft zeigt auch im vierten Jahr des russischen Angriffskrieges einen hohen Grad an Resilienz.
Eine Recherche der BBC bringt das Regime von Bidsina Iwanischwili in Erklärungsnot. Es geht um einen Kampfstoff, den Frankreich im Ersten Weltkrieg gegen das deutsche Heer einsetzte.
In Max Beckmanns Zeichnungen erweckt die Gewalt der Welt eine Gegengewalt auf dem Blatt. Eine große Ausstellung im Städel zeigt seinen künstlerischen Werdegang von Berlin über Frankfurt und das Amsterdamer Exil bis zum Tod in New York.
Nicht nur Rock, aber viel Roll. Musiklegenden, Unternehmer, Politiker, Royals. All jene lassen sich seit 100 Jahren gerne in einem Rolls-Royce Phantom chauffieren. Das muss gefeiert werden. Mit einem Blick auf das rollende Refugium der Reichen.
Heinrich Hettinger und Carl Müller lagen 1914 zusammen im Schützengraben. Der eine fiel, der andere schrieb darüber. Jetzt setzen ein Nachkomme und ein Forscher die Geschichten zusammen.
Maša Klavora engagiert sich in Friedensprojekten und für den Walk of Peace von den Alpen bis zur Adria. Der führt an 30 Stationen und über 300 Gedenkstätten vorbei.