Das Rätsel BASF
Kursverluste trotz prächtiger Gewinne, wie passt das zusammen?
Kursverluste trotz prächtiger Gewinne, wie passt das zusammen?
Krieg, Inflation, Corona – in den Zwischenbilanzen vieler Unternehmen schlägt sich dieser Giftcocktail noch kaum nieder. Das dürfte sich bald ändern.
Alles ist knapp. Wer liefern kann, verdient. Das dürfte so lange weitergehen, bis die Unternehmen ihre Kosten nicht mehr weitergeben können. Oder die Nachfrage sinkt. Oder Putin das Gas abstellt.
Niemand braucht die deutsche Wirtschaft vorzeitig abzuschreiben – Gaskrise hin, Personalmangel her. Hiesige Konzerne haben mehr als einmal bewiesen, dass sie sich zuweilen schneller als andere auf neue Herausforderungen einstellen können.
Der Chemiekonzern BASF hatte sein Geschäft stark auf günstige Gaslieferungen aus Russland ausgerichtet. Der Gewinn sinkt leicht, aber bleibt höher als erwartet.
Chinas Covid-Zahlen und die gestoppte Gaszufuhr durch Nord Stream 1 belasten den deutschen Aktienmarkt. Uniper verliert 15 Prozent.
Knapp 400.000 Tonnen CO2 soll die Anlage der Projektpartner BASF und MAN Energy Solutions im Jahr sparen. Warum sich die Unternehmen darüber hinaus viel von dem Projekt erhoffen.
Um die Speicher für den Winter voll zu kriegen, sieht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nur einen Weg: Der Gasverbrauch muss runter. Die Industrie arbeitet daran.
Die Rohstoffpreise waren es, von denen die Inflation hochgetrieben wurde. Jetzt heben die Notenbanken die Zinsen an. Die Angst vor einer Rezession wächst – und lässt die Preise für Rohstoffe etwas fallen.
Den Aktienmarkt belasten Inflations- und Konjunktursorgen. Besonders unter Druck stehen die Anteile des Chemieunternehmens BASF.
Für Deutschland zählte bisher vor allem wirtschaftlicher Erfolg, nicht Demokratie und Menschenrechte. Was ändert der Krieg gegen die Ukraine? Oder die Unterdrückung der Uiguren? Fragen an den Wirtschaftshistoriker Adam Tooze.
BASF-Erbin Marlene Engelhorn fordert höhere Steuern für Reiche. Das betrifft auch sie selbst. Ein Gespräch über die Hobbys der Milliardäre und eine Kindheit mit Scheuklappen.
Ohne Erdgas geht es in vielen Industrien nicht – kurzfristig ließen sich bestenfalls 8 Prozent einsparen, rechnet der Branchenverband BDEW vor. Habecks Auktionspläne werden deshalb keine große Wirkung entfalten.
Kaufe teuer oder gar nicht – das gilt auch für Unternehmer. Sie können nicht anders, als die Inflation auf die Kunden abzuwälzen. Aber das genügt nicht.
Die reduzierten Gaslieferungen aus Russland treffen Eon und Uniper. BASF sinkt auf den tiefsten Kurs seit Mai 2020. Der Windanlagenbauer Nordex fliegt aus Tec-Dax und S-Dax. Und der Dow Jones fällt unter 30.000 Punkte.
Viele Kurse sinken
Eine Reichensteuer zur Kriegsfinanzierung? Der deutsche Spitzensteuersatz sei schon jetzt eine Strafe für Leistungsträger, findet Jonas Breßler. Susanne Bundschuh meint, das Steuerrecht übervorteile die Reichen. Der Konservative und die Sozialliberale treffen aufeinander.
Nach wie vor begründet das russische Unternehmen die starke Drosselung der Erdgas-Lieferungen durch die Leitung Nord Stream mit technischen Problemen. Die Aktienkurse von Chemie- und Energieunternehmen erleiden daher hohe Verluste.
Versorgungsengpässe treiben Preise für Weizen
Wenn der Bund seine Xinjiang-Regeln ernst nimmt, müssten neben VW auch andere Konzerne um Staatsgarantien bangen. Doch die schrecklichen Bilder aus der Region in China wollen viele Unternehmer und Politiker nicht sehen.
China könnte bald ähnlich geächtet sein wie Russland. Dass die deutschen Unternehmen weiter auf das Land setzt und die Politik nichts unternimmt, ist fahrlässig.
Eintracht und sonst lange nichts: Gerhard Trosien, Professor für Sportmanagment an der Accadis Hochschule, kritisiert, dass Frankfurt als vermeintliche Sportstadt das Potenzial der Region nicht nutzt.
Die Gegner eines Gasembargos sehen die Welt zu statisch. Dabei würde der Markt das Problem von alleine regeln.
In Niedersachsen laufen viele Fäden der Russlandpolitik der SPD zusammen. Sie wähnt sich im Geiste Willy Brandts, hat aber viel mit Geschäften zu tun. Ein Beispiel: Sigmar Gabriel.
Bis zu 100 Millionen PET-Flaschen will Heraeus in einigen Jahren pro Tag recyclen. Dafür hat das Hanauer Unternehmen die Mehrheitsbeteiligung an Perpetual Technologies aus dem Landkreis Aschaffenburg erworben.
Einst wussten kommunale Gaswerke das Monopol von Ruhrgas zu verhindern. Dann lieferte sich die Industrie dem russischen Lieferanten aus – mit viel Hilfe der Politik. Eine kurze Geschichte der deutschen Gasversorgung.
Der Hafen Zeebrügge versorgt auch Deutschland mit Flüssiggas. Der Bau von LNG-Terminals aber hat keine Zukunft, sagt der Hafenchef Vandermeiren. Er will lieber flüssiges CO2 exportieren – und hat grünen Wasserstoff im Visier.
Ein Hoch auf die Intrapreneure: Wer Mitarbeitern Zeit gibt, neue Ideen, Produkte, Geschäftsmodelle zu entwickeln, hat die Nase oft vorn.
Nadja Yang ist 24 Jahre alt, Präsidentin der European Young Engineers, promoviert in Oxford – und hat vorher Bier im Stadion verkauft.
Mit einer Ministererlaubnis für die Fusion der Energiegiganten Eon und Ruhrgas hat sich die Bundesregierung 2002 über schwerste Bedenken hinweggesetzt. Was dem Gemeinwohl dienen sollte, macht uns noch heute schwer zu schaffen.
Der Dax-Konzern steht eigentlich gut da und bekräftigt seine Prognose für 2022. Unternehmenschef Martin Brudermüller warnt aber, die Abhängigkeit von russischem Gas ließe sich nicht „auf Knopfdruck“ verringern.
Der Konzern wird seine Förderung in Russland nicht stoppen. Die Lizenzen – „Milliardenwerte“ – würden sonst an den russischen Staat fallen.
Managern der deutschen Chemieindustrie wird vorgeworfen, deren Gier habe Deutschland in die Abhängigkeit von Russland getrieben. Was für ein Zerrbild! Die Industrie war nicht blauäugiger als der Rest.
Der Chemiekonzern zieht sich nach 147 Jahren fast komplett aus Russland zurück. Eine Ausnahme bleiben Geschäfte zur Produktion von Nahrungsmitteln.
BASF +++ Hafen von Alexandroupoli +++ Atomkraft +++ Kosovo 1999 und Ukraine 2022 +++ Marathon des Sables
Die Geschäfte des weltgrößten Chemieunternehmens laufen nicht schlecht. Aber was bedeutet das schon, wenn das russische Gas wegbleibt? Die Aktionäre bleiben skeptisch.