Der ukrainische Anti-Held
Kaum jemand in der Ukraine hat Arsenij Jazenjuk je ernst genommen. Jetzt, in der Krise, übernimmt er Verantwortung – obwohl er dabei nur verlieren kann. In Kiew macht das Wort vom „Kamikaze-Kabinett“ die Runde.
Kaum jemand in der Ukraine hat Arsenij Jazenjuk je ernst genommen. Jetzt, in der Krise, übernimmt er Verantwortung – obwohl er dabei nur verlieren kann. In Kiew macht das Wort vom „Kamikaze-Kabinett“ die Runde.
Über die Ukraine weiß Deutschland wenig. Günther Jauch wollte in seiner Talkshow helfen und machte den Krimi auf der Krim zum Thema. Er selbst lernte einiges.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in die Krim-Krise eingeschaltet. In einem Telefonat mit Russlands Präsident Putin hat sie schwere Vorwürfe erhoben. Amerikas Außenminister droht Russland mit dem Ausschluss aus der G8-Gruppe. Die Ukraine bereitet sich auf den Ernstfall vor.
Der Moskauer Machthaber zeigt sich unnachgiebig. Der amerikanische Präsident Obama steht vor einem Dilemma: Er muss Härte zeigen, braucht Putin aber in der Syrien-Krise und im Atomstreit mit Iran.
Wirtschaftlich ist Russland kaum noch von der Ukraine abhängig. Nicht mal für den Gastransport ist sie noch entscheidend. Inzwischen sind auch andere Republiken durch Russland gefährdet.
Kiew muss ohnmächtig die faktische Besetzung der Krim durch russische Soldaten mitansehen. Die ukrainische Armee wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Ministerpräsident Jazenjuk sieht das Land „am Rande einer Katastrophe“.
Putin und seine Leute sind sich offenbar sicher, dass westliche Politiker den Umsturz in Kiew bewusst herbeigeführt haben. Russland sieht sich vom Westen bedroht, das Land wird auf Krieg eingestimmt.
Mit eindringlichen Appellen hat sich der deutsche Außenminister Steinmeier an Russland und die neue Regierung in Kiew gewarnt, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen. Er sieht offenbar noch Chancen, einen Krieg zu vermeiden.
Jahrhundertelang gehörte der Westen der Ukraine nicht zu Russland. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg begann die Herrschaft Moskaus – mit Hunger, Terror und Massenmord. Im Osten sah die Lage anders aus: Analyse einer historischen Spaltung.
Eine Million Reservisten ruft Kiew zu den Waffen. Ebenbürtig sind die ukrainischen Streitkräfte den russischen damit nicht. Aber sie könnten den Zugang zur Krim blockieren.
Putin ließ sich nicht lange bitten: Wie ein Uhrwerk funktionierte das Spiel von Parlamentsforderungen und Einsatzbitten. Jetzt sind seine Absichten wenigstens klar. Für den Westen wird es nun sehr schwierig.
Für Putin ist der Zerfall der Sowjetunion die größte Tragödie des 20. Jahrhunderts. Er wird die Ukraine nicht einfach aus seinem Einflussbereich entschwinden lassen. Doch es gibt auch bittere Wahrheiten, denen er sich nicht entziehen kann.
Mit Blick auf die Ukraine stellt sich wieder eine der großen historischen Fragen. Haben wirtschaftliche Misere und politische Revolution miteinander zu tun? Führt also Armut zum Aufstand, und wird es hinterher besser?
Mit einem Trick sorgten die westlichen Mächte im UN-Sicherheitsrat dafür, dass sie sich öffentlich mit Russland streiten konnten. Moskau soll isoliert werden. Amerika fordert die Entsendung einer Beobachtermission in die Ukraine.
Der Kreml hat die Situation auf der Krim immer mehr eskaliert. Diensteifrige Duma-Fraktionen flankierten das Vorgehen mit Gesetzesvorhaben. Doch wenn Putin die Halbinsel tatsächlich „heim“ holen wollte, könnte er sich verrechnen.
Das umstrittene Sprachengesetz in der Ukraine soll doch nicht verabschiedet werden. Das sagte EU-Kommissionspräsident Barroso nach Gesprächen mit dem ukrainischen Übergangs-Ministerpräsidenten Jazenjuk.
Russen und Krimtataren hatten eigentlich gelernt, miteinander auszukommen. Doch nun wird wieder Misstrauen geschürt. Die einen schimpfen auf die „illegale“ Regierung in Kiew, die anderen würden lieber sterben, als sich Russland zu unterwerfen.
Viktor Janukowitsch sieht sich noch immer als rechtmäßiger Präsident seines Landes. Seine Rede zeigt die Hilflosigkeit eines Mannes, der sowohl in Kiew als auch in Moskau kaum noch Verbündete hat.
Die Schweiz lässt Konten sperren und nimmt Ermittlungen wegen Geldwäsche gegen Viktor Janukowitsch und seinen Sohn auf. Oleksandr Janukowitsch soll bis zu 500 Millionen Dollar besitzen.
Die Situation im teilautonomen Süden der Ukraine spitzt sich zu: Bewaffnete mit russischen Fahnen besetzten kurzzeitig den Flughafen von Simferopol. Der entmachtete Präsident Janukowitsch will sich am Nachmittag an die Öffentlichkeit wenden.
Nach dem Machtwechsel in der Ukraine spitzt sich die Situation auf der Krim weiter zu. Bewaffnete besetzten das Parlament in Simferopol, dort stimmten die Abgeordneten für ein Referendum über eine Unabhängigkeit von Kiew.
Die neue ukrainische Regierung setzt sich aus Technokraten, Politikern, Aktivisten und Milizionären zusammen. Sie eint einzig der Hass auf Janukowitsch.
Russland will dem abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Schutz gewähren. Janukowitsch bekräftigte derweil in einer in russischen Medien veröffentlichten Erklärung seinen Anspruch auf das Präsidentenamt.
Die Lage auf der Krim spitzt sich zu: Bewaffnete haben die Gebäude von Parlament und Regionalregierung in Simferopol besetzt. Sie hissten russische Fahnen. Interimspräsident Turtschinow warnte Russland vor einer „militärischen Aggression“.
Fondsmanager Steffen Gruschka ist in die Ukraine gereist und sucht die interessantesten Aktien. Die meisten Investoren haben den Glauben an das Land verloren, doch ihnen entgeht eine historische Chance.
Auf der Krim ist es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der neuen ukrainischen Führung und pro-russischen Demonstranten gekommen. Viele fürchten ein Abspalten der Halbinsel von der Ukraine.
Bei der Bildung einer neuen Regierung in Kiew verlangt der Majdan-Rat das letzte Wort. Schon wegen seiner militärischen Macht lässt das Parlament ihn gewähren.
Die Sparer in der Ukraine bringen die Banken in die Bredouille – und auch den neuen Zentralbankpräsidenten. Denn sie heben Milliarden von ihren Konten ab.
Wenn die Europäer der Ukraine helfen wollen, müssen sie endlich verstehen, welche Rolle das Land in Putins Plänen von einem neuen russischen Imperium spielen sollte. Ein Erklärungsversuch.
Die Machthaber in Kiew haben offenbar die Bereitschaftspolizei Berkut aufgelöst. Sie ging während der Proteste hart gegen Demonstranten vor. Und weiter droht dem Land der Staatsbankrott.
Die Lage in Kiew bleibt labil. Anführer der russophilen Bevölkerung stellen die neuen Machthaber auf eine Stufe mit Nazis und Faschisten. Der Graben durch die Ukraine könnte bei den Wahlen im Mai noch tiefer werden.
Das ukrainische Parlament will den abgesetzten Präsidenten vor dem Internationalen Strafgerichtshof anklagen. Aber Viktor Janukowitsch bleibt verschwunden. Viele vermuten ihn auf der Krim.
In der Ukraine feiern die Menschen den Umbruch - bei der Nato stellt man sich hingegen auf einen neuen Brennpunkt in Europa ein. Diplomaten warnen vor unterschiedlichen Szenarien - beruhigend sind sie alle nicht.
Die Führung in Moskau schürt die Angst vor den Folgen des Umsturzes in der Ukraine. Dahinter steckt vor allem eigenes Interesse: Das kollabierte Machtsystem von Janukowitsch ähnelt demjenigen von Wladimir Putin.
Heute erinnert in Kiew vieles an die „Revolution in Orange“. Wieder werden öffentliche Interessen und private Geschäfte vermischt. Woran die Revolution in der Ukraine nach 2004 gescheitert ist.
Auf der Krim will die russische Minderheit nichts mit der neuen Führung in Kiew zu schaffen haben. Auch wenn sie Janukowitsch nicht mögen, bilden die Leute Bürgerwehren.