Die Umgehung des Grenzzauns
Die Balkanroute wird wieder durchlässiger. Nicht nur zwischen Serbien und Ungarn führt das zu Streit. An der Grenze der beiden Ländern droht ein neues Idomeni zu entstehen.
Die Balkanroute wird wieder durchlässiger. Nicht nur zwischen Serbien und Ungarn führt das zu Streit. An der Grenze der beiden Ländern droht ein neues Idomeni zu entstehen.
Es war ein Irrglaube, dass der EU-Beitritt die Korruption lindert. Balkan-Staaten mit starker Korruption haben in der EU nichts verloren.
Ohne Deutschkenntnisse haben Jugendliche schlechte Bildungschancen. Helfen könnte ihnen ausgerechnet eine Schulform, die viele schon abgeschrieben hatten.
Die Neuwahlen in Serbien haben Premier Aleksandar Vučić gestärkt. Aber dessen EU-Kurs täuscht nicht darüber hinweg, wie sehr das Land mit sich und mit Europa hadert. Ein Besuch in Belgrad.
Vojislav Seselj ist kein Kriegsverbrecher, hat das Den Haager Tribunal entschieden. Trotzdem: Er hat entscheidend zur Treibhausatmosphäre beigetragen, die den Balkan in Blut tränkte.
Die Grenzen auf dem Balkan sind dicht. Doch die Schlepper stört das kaum. Sie haben längst eine neue Flüchtlingsroute vorbereitet.
Das Urteil des UN-Kriegsverbrechertribunals gegen Karadžić ist nicht nur in der Geschichte des Balkans eine Zäsur. Mindestens ebenso bedeutsam wie das Urteil selbst wird die Reaktion in Serbien sein.
Wien will ein Zeichen setzen: Europa ist für Flüchtlinge geschlossen. Doch Bundeskanzlerin Merkel widerspricht, das sei keine Lösung. Liegt diese in der Türkei? Kanzleramtschef Altmaier jedenfalls nennt das Land europäischer als so manches Land in Europa.
Die Bundeskanzlerin ist mit ihrer Strategie in der Flüchtlingskrise nicht weit gekommen. Nun riegeln die Balkanstaaten und Österreich den Weg nach Norden ab. Und so könnte Merkel am Ende bekommen, was sie wollte.
Kurz nach dem EU-Gipfel schließt auch Slowenien seine Grenze. Die Reaktion aus Serbien folgt prompt.
Nach der Schließung der Balkanroute dürften die Migranten nach Alternativen suchen. Schlepper könnten wieder einmal die Profiteure sein.
Anne Will entlarvt bei der Flüchtlingsdebatte eine peinliche Aktion des Pressesprechers von Heiko Maas. Der Justizminister wirkt neben dem österreichischen Außenminister wie ein Schuljunge.
Außenminister Kurz verlangt angesichts der dramatischen Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze eine bessere Versorgung der Flüchtlinge. Das „Durchwinken nach Norden“ müsse gestoppt werden.
Seit Mai 2015 bringt das Land Hessen rückkehrwillige Flüchtlinge wieder in ihre Heimat, vor allem auf den Balkan. Ulrich Monz hat das Programm aufgebaut. Sein Vertrag läuft aus, doch vermutlich warten neue Aufgaben auf ihn.
Angesichts der Bilder von der Balkanroute gilt es als très chic, anderer Leute Privilegien zu hinterfragen. Leider müssen Forderungen nach dem Stehen auf eigenen Füßen allein schon aus kulturhistorischen Gründen abgelehnt werden.
Wenn das Jahr 2015 etwas Positives hervorbringen kann, dann ist das ein sachlicherer Umgang mit dem tatsächlichen oder dem empfundenen Fremden. Die Wirklichkeit tut das Ihre, um dabei zu helfen.
Zu Weihnachten wollen die Balkanländer die Flüchtlinge so schnell wie möglich loswerden. Doch die Zusammenarbeit der Behörden klappt nur mäßig. Und es wird immer kälter.
Die Nato zeigt mit der geplanten Aufnahme Montenegros, dass sie nicht gewillt ist, Russland den Balkan zu überlassen. Das Ringen um Einflusssphären ist längst noch nicht vorbei.
Der kleine Balkan-Staat Montenegro soll 29. Mitglied der Nato werden. Zumindest hat die Allianz eine Einladung ausgesprochen. Die Aussicht auf Mitgliedschaft hat aber für Verwerfungen in dem Land gesorgt, denn traditionell steht es einer anderen Großmacht nahe.
Schon 6000 Personen steckten in Griechenland an der Grenze fest, seitdem Mazedonien nur noch Iraker, Syrer und Afghanen über die Grenze lässt. Nun steht Athen vor einem kaum lösbaren Problem.
Die meisten Volkswirtschaften im Westbalkan dürften 2015 stärker wachsen als die EU. Trotzdem wandern viele Menschen aus. Da stimmt was nicht.
Kroatiens Regierungschef Zoran Milanovic teilt die Sorge der Bundeskanzlerin vor neuen militärischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan nicht: „Es wird keinerlei bewaffnete Konflikte geben.“
Die Kanzlerin greift bei der Verteidigung ihrer Linie in der Flüchtlingskrise zu einem großkalibrigen Argument. Auch ihr Mehrstufenplan enthält freilich Beunruhigendes.
Entrechtet, verachtet und vom Staat schikaniert: Private Vermieter hatten unter der großen Koalition viel zu erdulden. Nun sollen sie bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise helfen.
Flüchtlinge auf der Balkanroute sollen nicht mehr von einem Land ins nächste durchgewunken werden. Auch die Aufnahme soll besser geregelt werden, vor allem in Griechenland. Die Ergebnisse des Brüsseler Krisen-Spitzentreffens.
Zum Auftakt des Treffens zur Flüchtlingskrise in Brüssel hat Slowenien vor dramatischen Folgen gewarnt, sollte Europa keine gemeinsame Lösung finden. Ungarns Ministerpräsident und Zaunbauer Orban sieht sich in der Krise nicht mehr zuständig.
Vor ein paar Wochen hieß es, die Zahl der Migranten aus den Westbalkanstaaten ginge wieder zurück. Doch der Schein trügt. Einzig im Fall des Kosovos zeigen sich nachhaltige Erfolge.
Tausende Flüchtlinge auf dem Balkan geraten in chaotische Zustände: Kroatien lässt bei starkem Regen 3000 Menschen über die Grenze. Sloweniens Polizei hinderte 2000 mit Gewalt an der Einreise.
Sir Edward Greys Rede zur Balkanlage – eine bittere Enttäuschung für seine Zuhörer? Was der britische Außenminister dem Unterhaus zu sagen hat, berichtet die Frankfurter Zeitung am 19. Oktober 1915.
Das Asylgesetz, das Länder des westlichen Balkans für sicher erklärt, dürfte Wirkung zeigen. Das zeigen Erfahrungen mit Bosniern. Noch bleibt der Zustrom aber hoch.
Weniger Asylanträge, mehr Rückführungen: Die Diskussion um Balkanstaaten als sichere Herkunftsländer scheint Wirkung zu zeigen. Doch viele finden andere Wege in die EU. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Abgelegener Schauplatz und kritischer Zeitpunkt – aus diesen Umständen geht der Feldzug gegen Serbien durch Österreich-Ungarn und Deutschland hervor. Über das Geschehen berichtet die Frankfurter Zeitung am 8. Oktober 1915.
Seit Ungarn seine Grenzen abschottet, ist die Balkanroute für Flüchtlinge zum Irrgarten geworden. An den Übergängen liegen die Nerven blank. Slowenien setzt Tränengas ein, Ungarn entwaffnet angeblich kroatische Polizisten.
Eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel kommt zu dem eindeutigen Ergebnis: Wenn Länder als sogenannte sichere Herkunftsländer eingestuft werden, verringert das die Zahl der Asylanträge von Personen aus diesen Staaten erheblich.
Bundesfinanzminister Schäuble im Gespräch: über Zeitenwenden, Chancen und Grenzen der Zuwanderung, die deutsche Führungsrolle in Europa, Putin, Tsipras – und die Niveaulosigkeit im politischen Diskurs.
Die Bundesregierung hat das Ausmaß des Zustroms an Schutzsuchenden aus dem Westbalkan unterschätzt. Viele Roma fliehen aus Serbien, weil sie dort diskriminiert werden. Warum Hitler-Vergleiche auch nicht weiterhelfen.