Von der Realität überholt
Der Prozess gegen Uli Hoeneß begann mit einem Donnerschlag. Bei Frank Plasberg zündete daraufhin bloß ein Knallfrosch. Die Gäste waren für eine ganz andere Diskussion bestimmt.
Der Prozess gegen Uli Hoeneß begann mit einem Donnerschlag. Bei Frank Plasberg zündete daraufhin bloß ein Knallfrosch. Die Gäste waren für eine ganz andere Diskussion bestimmt.
Hau-Ruck-Aktion mit Folgen: Warum die Selbstanzeige überhastet war, erklärte bei Günther Jauch der Reporter, der Uli Hoeneß als erster auf die Spur gekommen war.
Zwei Talkrunden, ein Thema: Droht uns ein neuer Kalter Krieg? Gestern Abend hatten sich gleich Maybrit Illner und Reinhold Beckmann diese Frage für ihre Sendung vorgenommen. Geredet wurde dann über anderes.
Ob der Westen machtlos sei, fragte Anne Will nach Putins Einnahme der Krim. Wahrscheinlich ist aber doch die Blindheit das Problem.
Über die Ukraine weiß Deutschland wenig. Günther Jauch wollte in seiner Talkshow helfen und machte den Krimi auf der Krim zum Thema. Er selbst lernte einiges.
„Im Visier der Staatsanwälte - Wie gerecht ist der Wulff-Prozess?“, fragte Anne Will in ihrer Sendung, bevor am Donnerstag das Urteil gesprochen wird. Tatsächlich wäre „Im Visier der Öffentlichkeit“ der bessere Titel gewesen.
Bei Maischberger diskutieren sieben Leute über die Zuwanderung in die Sozialsysteme. Ob es sie gibt, weiß man hinterher nicht. Und auch was die Gesprächspartner eigentlich sagen wollen, muss man erraten.
Günther Jauch hat sich in seiner Sendung mit Kinderpornographie beschäftigt. Er stellte der Politik berechtigte Fragen – und seinen Zuschauern.
So wenige Zuschauer wie nie zuvor kann „Wetten, dass..?“ noch an sich binden. Aufs Neue hoffnungslos überfordert war der Moderator Markus Lanz. Das Ende des Unterhaltungs-Klassikers scheint nahe.
Einen besonderen Coup versprach Österreichs Servus TV, doch Fälscher Beltracchi und der Anwalt von Cornelius Gurlitt ließen sich nur zuschalten. Was sie sagten, war vorhersehbar, spart aber zumindest einen Kinobesuch.
Bei Anne Will wurde die Schwäche der Politik im Umgang mit dem Fall Edathy deutlich. Das könnte Folgen haben.
Sandra Maischberger diskutierte in ihrer Sendung das explosive Thema Familienpflege. Für seine Brisanz gab es viele Beispiele. Doch es explodierte nichts.
Nach der Debatte um die Affäre Sebastian Edathy sind alle Verlierer: SPD und CSU, der Rechtsstaat, das Ansehen der Politik und die Politiker, die Staatsanwaltschaft. Und vor allem die Kinder.
Reinhold Beckmann hatte diesmal in seiner Sendung nur einen Gast: Gerhard Schröder. Letzterer bewies Charme – und sucht seine Rolle als ehemaliger Bundeskanzler.
Die Schweiz, ihre Ausländer und Europa sind auch Thema in der Sendung von Anne Will. Doch ihre Runde produziert mehr Gesinnung als politische Klarheit. Keiner weiß, wie es weiter geht.
Gehört Homosexualität auf den Lehrplan? Die baden-württembergische Regierung plant das. Wer die Maischberger-Diskussion darüber anschaute, konnte etwas lernen.
Frank Plasberg lässt über den Zuwanderungsentscheid der Schweizer diskutieren. Doch auch hierzulande wollen viele Deutsche die Zuwanderung begrenzen. Die SPD empört das, die AfD sieht sich im Auftrieb.
Das gute alte ZDF-Kulturformat „aspekte“ wurde radikal renoviert: Die erste, zu hektische Ausgabe der neuen Live-Sendung aber zeigte, dass mit dem alten Kulturbegriff leider auch alles Analytische über Bord geworfen wurde.
Zum neunten Mal hypnotisiert Heidi Klum Teenagerinnen, die von der Laufsteg-Karriere träumen. Die Show ist längst so, wie man es ihrer Protagonistin unterstellt: von eiskalter Perfektion.
Bei Anne Will sollte über Erdogans Berliner Wahlkampfauftritt diskutiert werden. Doch die Sendung geriet zu einem Streifzug durch deutsch-türkische Befindlichkeiten.
Finanz-Analphabeten und Rattenfänger: Sandra Maischberger sprach mit ihren Gästen über das Geldanlegen. Leider verplemperte sie die Hälfte der Sendezeit mit einem dubiosen Einzelfall.
Alice Schwarzer wusste den Auftritt bei „Hart aber Fair“ zu vermeiden. Umso ungezwungener diskutierte die Runde die Steuerhinterzieher des Tages.
In der Sendung von Günther Jauch stellte sich der ADAC-Präsident persönlich den Fragen. Nun wissen alle, der Automobilclub ist undurchsichtig, nicht einmal sein Präsident scheint zu wissen, was, wann, wie und wo vor sich geht.
Weltuntergangsbefürchter können aufatmen: Der Dschungel ist durch. Zumindest für dieses Jahr. Die achte Staffel schloss am Samstagabend mit einer Überraschung. Die Vernunft hat gesiegt.
Maybrit Illner beschäftigte sich in ihrer Sendung mit der Rolle der Europäer im NSA-Skandal. Sie sollten sich aber erst einmal mit dem Begriff der Partnerschaft beschäftigen.
Vier Juristen und Harry Wörz, der Mann, der unschuldig im Gefängnis saß: Bei Anne Will bleiben viele Fragen offen. Eine nicht: Recht ist nicht unbedingt Gerechtigkeit.
„Die Rente ist ganz sicher ein Streitthema“, meint Sandra Maischberger in ihrer Eingangsmoderation. Nur worum geht eigentlich der Streit?
Mit der Lust der Menschen an der schnellen Rendite wollte sich Frank Plasberg in seiner Sendung befassen. Stattdessen tat er etwas anderes: Er ließ seine Gäste ungestört fabulieren.
Die Spähaffäre wird ergebnisloses Gerede, zu dem nicht einmal Edward Snowden noch Neues beisteuern kann. Und doch verbarg sich in seinem ARD-Interview eine eindeutige Botschaft.
Das soll der Moderator sein, den das ZDF wegen zu harten Rannehmens von Studiogästen schassen soll, wie eine Online-Petition fordert? Markus Lanz erweist sich bei „Wetten, dass...?“ als dermaßen streichelzoozahm, dass es schwer fällt, wachzubleiben.
Reinhold Beckmann beschäftigte sich in seiner Sendung mit Zivilcourage - und machte deutlich, wo die Unterschiede zu einem vergleichbaren Format im ZDF zu finden sind.
Über sieben Millionen Zuschauer verfolgen täglich das RTL-Dschungelcamp. Viele der anderen stöhnen über die Aufmerksamkeit. Dabei ist der Wahnsinn vor Ort vergleichsweise harmlos, im Vergleich zum Sturm, der außenrum um die Show tobt.
„Wie mächtig ist das organisierte Verbrechen?“, fragte Sandra Maischberger in ihrer Talk-Show. Nimmt man die Beispiele ihrer Sendung, lautet die Antwort: offenbar mächtiger als viele bisher dachten.
Günter Jauchs Talkrunde über das Recht auf selbstbestimmtes Sterben wurde nicht zur Show, sondern zeigte einen bemerkenswerten christlich-sozialdemokratischen Schulterschluss. Nur über den Zusammenhang von Sterben und Pflege wurde leider geschwiegen.
„Armut auf Wanderschaft. Wie viel Freizügigkeit können wir uns leisten?“, so lautete das Thema bei Maybrit Illner. In der Diskussion wurde deutlich: Es kommt auf die Perspektive an.
Frank Plasberg fragte in seiner ersten Sendung nach der Weihnachtspause: „Wann werden wir endlich regiert?“ Was ihm nicht aufgefallen ist? Seit sieben Tagen.