Die Ruhe vor dem Sturm
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist Ausdruck eines tiefen Umbruchs. Die Daseinsvorsorge steht auf dem Spiel. Wie auch immer der Konflikt ausgeht, der politische Rückstoß wird erheblich sein.
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist Ausdruck eines tiefen Umbruchs. Die Daseinsvorsorge steht auf dem Spiel. Wie auch immer der Konflikt ausgeht, der politische Rückstoß wird erheblich sein.
Martin Burkert ist erst seit einem halben Jahr Chef der mächtigen Bahngewerkschaft EVG. Jetzt orchestriert er einen ungewöhnlichen Warnstreik.
Einen Streik mit solcher Breitenwirkung gab es in Deutschland lange nicht: Was, wenn man es nicht zur Arbeit schafft? Was Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Reisende jetzt wissen müssen.
Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke setzt nun auf eine rasche Einigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes – und droht andernfalls mit noch größeren Streiks.
Laut der Gewerkschaft Verdi beteiligen sich unter anderem die Beschäftigten der Gepäckabfertigung und der Sicherheitsdienste an dem Warnstreik. Rund 700 Verbindungen waren betroffen.
Ein Warnstreik bremst am Montag den Verkehr in Deutschland aus. Eine Mehrheit der Bundesbürger zeigt sich verständnisvoll. Kritik kommt aus den Kommunen. Einige Länder helfen dem Warenverkehr, indem sie Lastwagenverkehr am Sonntag erlauben.
Am Montag wird es wohl das große Verkehrschaos geben. Viele öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht. Was können Pendler und Unternehmen tun?
Durch die für Montag angekündigten Streiks von Verdi und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fühlen sich die Unternehmerverbände in „tarifpolitische Geiselhaft“ genommen. Die Linke dagegen unterstützt den geplanten Ausstand.
Am Montag herrscht im Nah- und Fernverkehr der Ausnahmezustand. Bahnen bleiben in den Depots, Flugzeuge am Boden – und das alles, weil Gewerkschaften zum Warnstreik aufgerufen haben. Immerhin verkehren mancherorts noch Busse.
„Die EVG hat für kommenden Montag zu einem Mega-Streik aufgerufen. Gemeinsam mit Verdi will man das Land lahmlegen“, verkündet der DB-Sprecher Achim Stauß: Millionen Berufspendler und Reisende werden davon betroffen sein.
Millionen Reisende und Pendler werden am Montag von einem beispiellosen Warnstreik betroffen sein – erstmals auch im Straßenverkehr. Was ist mit den Tunneln? Die Kritik an dem Streik nimmt zu.
Sozialpartnerschaftlicher Interessenausgleich zählte bisher zu den deutschen Stärken. Doch ausgerechnet die Gewerkschaften Verdi und EVG wenden sich davon ab.
Wegen des Großstreiks am Montag erwarten Spediteure und Logistiker ein „Verkehrschaos“. Schon gibt es die Forderung, das Lkw-Fahrverbot am kommenden Sonntag aufzuheben.
Im Gespräch erklärt Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder, warum der Streik am Montag zu einer schnelleren Einigung im Tarif-Streit führen könnte.
Verdi und EVG verschärfen Arbeitskampf / Auch Autobahnen betroffen
Großer Arbeitskampf im Verkehrssektor: Wirtschaftsvertreter fürchten „französische Verhältnisse. Verdi warnt vor einem „Angriff auf die Demokratie“.
Die beispiellose Aktion wird Deutschland weitestgehend lahmlegen: Betroffen sein werden unter anderem der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr sowie Flughäfen und auch Autotunnel. Reisende sollten möglichst schon am Sonntag ans Ziel kommen.
Bahn und kommunale Arbeitgeber kritisieren den angekündigten Großstreik am Montag scharf. Und auch der Flughafenbetreiber in Frankfurt warnt.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi riefen die Beschäftigten des Verkehrsgewerbes und wichtiger Infrastrukturbereiche Deutschlands zeitgleich „in einen ganztägigen Arbeitskampf“.
Die Fronten sind verhärtet. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler ruft zur umgehenden Fortsetzung der Tarifgespräche auf. Am Mittag wollen EVG und Verdi wollen die Öffentlichkeit informieren – kommt es zum nächsten Montag zum Superstreik?
Wegen eines Verdi-Warnstreiks bleibt der Hamburger Hafen auch am Donnerstag für lotsenpflichtige Schiffe gesperrt. Betroffen sind auch mehrere rund 400 Meter lange Großcontainerschiffe mit Tausenden Containern an Bord.
Durch den Streik müssen 18 Schiffe vor der Elbmündung warten.
Die Gewerkschaft Verdi fordert deutliche Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst. Deswegen ruft sie zu Streiks in Wiesbaden und den Nachbarkreisen auf.
Die Hafenverwaltung hat entschieden, dass große Schiffe nicht in den Hamburger Hafen einfahren und ihn nicht verlassen dürfen. Damit wird ein Stau auf der Elbe vermieden.
Am Mittwoch stehen in Frankfurt die U-Bahnen still, dafür könnte die Stadt eine Gewinnerin der neuen Bankenkrise sein. Und außerdem steht bei „Frankfurt liest ein Buch“ das Werk „Streulicht“ im Fokus. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.
Bis zum Ende der Woche soll ein Entlastungstarif für Pflegekräfte am privatisierten Uniklinikum Gießen und Marburg her. Verdi stellt ein Ultimatum und verweist auf die Charité. Die Klinikleitung sieht unerfüllbare Forderungen.
Für die 2,5 Millionen Beschäftigten fordert Verdi 500 Euro im Monat mehr. Ein Gegenvorschlag von Nancy Faeser wurde in der zweiten Runde bereits abgelehnt – nun soll die Streikbeteiligung jedoch so hoch sein, wie seit Jahren nicht mehr.
Bald wird weiter über die Tarife im öffentlichen Dienst verhandelt. Weil beide Seiten noch deutlich auseinander liegen, ruft die Gewerkschaft für Mittwoch zum Warnstreik auf.In anderen Städten und KRisen standen die Fahrzeuge bereits am Dienstag still.
Am Dienstag soll es einen weiteren Streiktag geben. Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte im Öffentlichen Dienst zur Niederlegung ihrer Arbeit auf. Betroffen ist Wiesbaden und die Kreise Rheingau-Taunus und Limburg-Weilburg.
Erneut hat die Gewerkschaft Verdi an mehreren Flughäfen zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen waren Zehntausende Passagiere. Auch am Samstag könnte es Nachwirkungen geben.
Neben Köln/Bonn mussten Fluggäste auch in Düsseldorf, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden mit Verspätungen, Wartezeiten und Flugausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi fordert 10,5 Prozent monatlich mehr Gehalt, mindestens aber ein Plus von 500 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Tarifkommission Hessen hat sich als erster Bezirk auf eine Forderung von 2,50 Euro mehr Stundenlohn im Einzel- und Versandhandel festgelegt.
Die Gewerkschaft warnt vor einem Ausbluten verbleibender Galeria-Filialen und kündigt an, um Standorte zu kämpfen. Dabei soll auch die Politik helfen.
Fluggäste müssen am Freitag abermals mit vielen Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi kündigt Streiks in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart an.
Galeria Karstadt Kaufhof will allein in Hessen sieben Filialen schließen. Damit werden rund 600 Beschäftigte arbeitslos. Die Gewerkschaft Verdi warnt nun vor einem Ausbluten der Innenstädte.
Die Tarifverhandlungen bei der Bahn gehen weiter. Am späten Dienstagnachmittag kamen Konzernvertreter und die Gewerkschaft EVG in Berlin zusammen. Die Arbeitnehmer machen sich aber wenig Hoffnungen.