Ein Milliardengeschenk für 8,50 Euro
Der Mindestlohn kommt, ein Großversuch beginnt. Sicher ist: Es wird in Zukunft weniger Niedriglöhne geben – vielleicht aber nur, weil die Arbeitsplätze verschwinden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Der Mindestlohn kommt, ein Großversuch beginnt. Sicher ist: Es wird in Zukunft weniger Niedriglöhne geben – vielleicht aber nur, weil die Arbeitsplätze verschwinden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Heute wird der Bundestag den Mindestlohn beschließen. Was er bringt, bleibt umstritten. Die Bank of England kämpft gegen die selbstgemachte Immobilienblase und McDonald’s gegen schlechte Noten für Burger.
Machen neue Ausnahmeregeln den Mindestlohn madig? Nach der heftigen Kritik der Gewerkschaften tadelt die SPD-Führung die Arbeitnehmervertreter. Statt zu kritisieren sollten sie sich besser „gleichermaßen freuen“.
Wenigstens hier dürfte der Mindestlohn neue Jobs schaffen: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit soll sich um die Einhaltung der Regeln kümmern. Vermutlich werden die Fahnder es mit vielen Scheinselbständigen zu tun bekommen.
Für Praktikanten, Spargelstecher und Zeitungsboten wird der Mindestlohn weniger streng. Die Bundesagentur für Arbeit findet solche Ausnahmen gar nicht gut.
Eigentlich wollte die Koalition mit dem Mindestlohn vorschreiben, dass es für freiwillige Praktika mindestens 8,50 Euro pro Stunde gibt. Jetzt sind Erleichterungen geplant - auch für andere Berufe.
Nach dem Willen der Politik soll die Generation Praktikum aussterben - aber mit ihr gehen auch beste Ausreden zugrunde, weshalb höhere Töcher und Söhne mit dem Ernst des Lebens noch etwas warten möchten.
Die Koalition streitet weiter um den Mindestlohn. Der CDU-Politiker Michael Fuchs kritisierte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für ihre Pläne im Gespräch mit der F.A.Z. scharf: Sie mache „Politik nach Gutsfrauenart“.
Die Große Koalition will den Mindestlohn einführen und gleichzeitig die Tarifautonomie stärken. Das ist Augenwischerei. Viel mehr fürchten die Parteien die Folgen ihrer Politik – und weisen den Tarifparteien den Schwarzen Peter zu.
Studenten und Hochschulabgänger absolvieren oft Praktika, ohne viel Geld dafür zu bekommen. Das geplante Mindestlohngesetz sehen viele dennoch kritisch.
Politiker streiten darüber, ob es in der Landwirtschaft Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn geben sollte. Ein Spargelbauer aus Südhessen erklärt, warum Peru der lachende Dritte wäre, wenn es keine gibt.
Viele Arbeitslose eignen sich nur für Hilfsarbeiten - zu niedrigem Gehalt. Jetzt aber kommt der Mindestlohn. Das wird gefährlich.
Gefährdet der Mindestlohn für Saisonarbeiter den Anbau von Obst und Gemüse in Deutschland? Der Bauernverband schätzt, dass Spargel bis zu 30 Prozent teurer wird - und schlägt eine Sonderregelung vor.
Der Mindestlohn ist auf dem Weg: Andrea Nahles hat ihr zweites Großprojekt in den Bundestag eingebracht. Doch Politiker aus der Union fordern weitere Ausnahmen. Ein Überblick.
Die SPD hat CDU und CSU im Streit um Ausnahmen vom geplanten Mindestlohn zum Einlenken aufgefordert. „Die Union sollte aufhören, über gemeinsame Entscheidungen zu jammern“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi.
Mit der Rente mit 63 und dem Mindestlohn brennen die Minister der SPD immer neue soziale Feuerwerke ab. Die CDU kann dazu nur gute Miene machen. Im Kanzlerinnenwahlverein ist jeder Widerspruch unerwünscht.
Die Forderung nach besserem Lohn für Praktikanten ist mehr als verständlich. Er sollte in jedem Unternehmen halb so hoch sein wie das Gehalt desjenigen, der am meisten verdient. Ein Kommentar.
Mindestens 8,50 Stundenlohn für alle will Arbeitsministerin Nahles durchsetzen. Geht es nach Unionspolitikern, wird sie damit nicht durchkommen. Auch über künftige Steigerungen wird bereits diskutiert.
Kurz vor dem Ziel lässt die Arbeitsministerin nicht locker: Weitere Ausnahmen vom Mindestlohn werde es nicht geben. Auch Langzeit-Praktikanten verspricht Andrea Nahles 8,50 Euro pro Stunde.
Der Arbeitgeberverband Hessen-Chemie sieht den geplanten Mindestlohn kritisch. Die neue Vorgaben gefährdeten aus seiner Sicht Praktika und die Eingliederung von Jugendlichen ohne Qualifikation.
Die große Koalition hat ihr Mindestlohngesetz in den Bundestag eingebracht. Die Ministerin freut sich. Auch die Grünen sind dafür. Die Linkspartei verlangt, ihn sofort von 8,50 Euro auf 10 Euro anzuheben.
Nach eifriger Debatte hat der DGB ein neues Konzept: Die Steuersätze im unteren Einkommensbereich sollen sinken, dafür Zinseinkünfte stärker belastet werden – und das alles schon 2015.
Die große Koalition bringt gerade einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde auf den Weg. Fakt ist: Er gilt schon beinahe in jedem Beruf, behauptet ein Forschungsinstitut.
Die große Koalition bringt am Donnerstag ihr Mindestlohngesetz in den Bundestag ein. Überraschend wollen sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeber nur alle zwei Jahre an diesem Instrument drehen.
Die Politik nimmt mit dem Mindestlohngesetz mehr Einfluss auf die Lohnfindung als je zuvor. Mal sehen, wie lange das gut geht.
Der Mindestlohn könnte Förderkurse der Unternehmen für lernschwache Jugendliche zu Fall bringen. Laut Gesetzentwurf müssen Betriebe ihn auch für sie zahlen.
Draußen läuft Sacropop, drinnen sind sich alle einig: Politiker, Geistliche und Gläubige – egal ob es um Lohngerechtigkeit oder Sterbehilfe geht. Nur ein Thema sorgt für Kontroversen auf dem Katholikentag.
1400 Euro im Monat für Praktikanten – der Mindestlohn macht es möglich. Viele Unternehmen wollen das nicht zahlen und stattdessen die Zahl der Praktika reduzieren.
Jugendliche unter 18 und Langzeitarbeitslose sollen vom geplanten gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen werden. Das empört Gewerkschaften und Sozialverbände schon lange. Jetzt haben sie sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen.
Es war nicht nur die schiere Höhe von 4000 Franken, welche die Schweizer abschreckte. Mindestens ebenso stark wirkte die Starrheit des Systems, das keine Unterschiede nach Branchen und Regionen zugelassen hätte.
Es wäre der höchste Mindestlohn der Welt geworden: 22 Franken (18 Euro) je Stunde. Aber im Volksentscheid lehnten die Schweizer die Initiative ab. Angenommen wurde hingegen ein Begehren gegen straffällige Pädophile.
Die Schweizer stimmen ab: Werden sie für einen riesigen Mindestlohn entscheiden und Tausende Arbeitsplätze gefährden? Wahrscheinlich nicht. Und das ist gut so.
Der Wirtschaftsminister kann sein Glück kaum fassen. Die OECD preist die Mindestlohnpläne als genau das Richtige im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten des deutschen Wachstums- und Wirtschaftsmodells. Erfreulich ist das nicht.
Ganz ohne Krawall ging der 1. Mai in den Protesthochburgen nicht zu Ende: In Hamburg löste die Polizei die linke Demo auf, in Berlin protestierten 19.000 Menschen relativ friedlich. Zuvor kamen Hunderttausende zu Gewerkschaftskundgebungen.
Mehr als 400.000 Menschen unterstützen während der Mai-Kundgebungen die Forderungen der Gewerkschaften nach besseren Regelungen für Arbeitnehmer. DGB-Chef Sommer hält seine letzte Rede im Amt.
Demnächst sollen Praktikanten den Mindestlohn bekommen. Das könnte das Ende der „Generation Praktikum“ bedeuten, glauben Experten. Oder aber das Aus für die meisten Praktika.