Die Rente mit 60 – oder auch erst mit 70
Immer mehr Politiker sprechen sich für einen flexiblen Rentenbeginn aus und verweisen auf Skandinavien. Dort gibt es die Flexi-Rente schon lange, mit interessanten Folgen.
Immer mehr Politiker sprechen sich für einen flexiblen Rentenbeginn aus und verweisen auf Skandinavien. Dort gibt es die Flexi-Rente schon lange, mit interessanten Folgen.
In einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden Kauder und Oppermann wenden sich Wirtschaftsvertreter aus CDU und SPD zum ersten Mal gemeinsam gegen die Mütterrente und die Rente mit 63. Kanzlerin Merkel spricht indes von Antworten „auf Ungerechtigkeiten“.
Zehn Jahre lang hat die Gewerkschaftsbewegung Opposition geübt. Nun reicht das nicht mehr aus - denn ihre Verantwortung wird künftig wachsen.
Seit 2008 bereitet die Chemiebranche ihre Mitarbeiter auf die Rente mit 67 vor. Sie unternimmt viel, um die Kräfte gesund zu halten. Nun drohen ihr durch die geplante Rente mit 63 Leistungsträger abhandenzukommen.
Mit dem Rentenpaket betreibt die Bundesregierung Klientelpolitik. Gut verdienende Männer gehen bald mit 63 in Rente: Das ist das falsche Signal in der alternden Gesellschaft. Und irrsinnig teuer.
In der Union fühlen sich Abgeordnete bei der „Rente mit 63“ hintergangen. Die Fraktionsführung hat die Frage unterschätzt.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel lädt zu einer „Regierungskonferenz“ und verbreitet die positive Botschaft seiner Partei. Leider wollen ihm die Umfragen nicht Recht geben.
Deutschland geht es gut. Die Reformen der letzten Jahre haben sich ausgezahlt. Doch wir handeln uns selbst neuen Ärger ein.
Deutschlands Bevölkerung wird älter. Damit die Rente bezahlbar bleiben kann, müssten wir alle länger arbeiten. Tatsächlich ist ein Rentenpaket auf dem Weg, das genau das Gegenteil will.
Arbeitgeber fordern Erleichterungen für die Beschäftigung von Rentnern, Eni-Chef Scaroni fordert in Europa die „Vereinigten Staaten für Energie“ und der Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist zufrieden mit dem ersten Quartal.
Die Pläne der großen Koalition sind ein Relikt der alten Bundesrepublik. Der Sozialstaat kompensiert Ungerechtigkeiten, die er selbst geschaffen hat.
Rente mit 63? Egal: Schon bevor die Große Koalition ihr Vorhaben durchsetzt, verbringen die Menschen immer mehr Jahre im Ruhestand.
Während die Öffentlichkeit auf Uli Hoeneß und die Krim schaut, murkst die Bundesregierung ungeniert im Halbdunkel: Mindestlohn, Frühpensionierung und Ökostromsubventionen drehen all die Reformen zurück, die Deutschland aus der Dauermisere gehievt haben.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Zollitsch und der EKD-Ratsvorsitzende Schneider haben ein Sozialpapier vorgestellt. Sie kritisieren die geplante Rente mit 63 und warnen vor der „Verführungskraft voller Kassen“.
Die SPD wollte sich mit den Gewerkschaften aussöhnen. Die Union hatte nichts dagegen. Also einigte man sich darauf, dass manche Leute früher als bisher in Ruhestand gehen können. Doch die Einigkeit ist längst dahin.
Die 68er sind schon im Ruhestand, bald folgen die Babyboomer: Die Alten übernehmen die Macht. Kein Wunder, dass die Politik ihnen ein Geschenk nach dem anderen macht.
Die große Koalition verdrängt, dass die Alterung der Bevölkerung das Wachstum bremst. Notwendig wäre eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit, keine Verkürzung.
Die Rente mit 63 und die Mütterrente kosten zu viel Geld, findet der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering. Er ist nicht der einzige. Erstmals kritisiert auch ein aktiver Koalitionspolitiker die Pläne.
SPD und Union nähern sich in der Frage der Anrechnung von Arbeitslosigkeit für die Rente mit 63 an. Ausschlaggebend könnte der Bezug von Arbeitslosengeld I sein, berichtet die F.A.S. Der frühere SPD-Vorsitzende Müntefering kritisierte das Rentenpaket.
Der neuen Arbeitsministerin bläst wegen ihrer Rentenpolitik derzeit eisiger Wind entgegen. Auch die Altvorderen ihrer eigenen Partei schimpfen über Nahles. Das scheint sie nicht zu schrecken.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung die schwarz-roten Rentenpläne „als Zeichen der Menschlichkeit“ verteidigt. Zuvor hatte Altkanzler Gerhard Schröder die Koalitionsbeschlüsse als „absolut falsch“ und nicht finanzierbar bezeichnet.
Die große Koalition kümmert sich derzeit vor allem um das Wohl der Älteren. Weil die Wähler immer älter werden.
Die Politik redet sich über die Rente mit 67 die Köpfe heiß, Arbeitgeber wollen Fachkräfte lange halten. Doch jeder dritte Betroffene hat ganz andere Pläne.
Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei, redet im Interview über das europafreundliche Programm seiner Partei, dass er nicht zu überspitzten Formulierungen neigt und warum die Linkspartei keine Schwierigkeiten hat, mit den Sozialdemokraten zu reden.
An diesem Montag muss sich Arbeitsministerin Andrea Nahles in einer Anhörung den Kritikern ihrer Rentenreform stellen. Experten erwarten deutliche Worte.
Der französische Präsident François Hollande ist unter die Reformer gegangen. Das deutsche Vorbild Gerhard Schröder zeigt, wohin das führt.
In den Reihen der großen Koalition nimmt die Kritik am geplanten Rentenpaket zu. SPD-Politiker fordern, die Finanzierung der Mütterrente zu überdenken. Auch Altbundespräsident Roman Herzog meldet sich zu Wort.
Die Rentenreform von Union und SPD wird bis 2020 rund 60 Milliarden Euro kosten. An den Plänen gibt es nun heftige Kritik. Selbst in den eigenen Reihen gibt es Widerstand.
Mit großer Mehrheit wird der Bundestag in einigen Monaten die schlechteste Rentenreform des letzten Jahrzehnts verabschieden. Sie macht alle bisherigen Anstrengungen für ein langfristig finanzierbares Rentensystem zunichte.
Wie lange darf jemand arbeitslos gewesen sein, der früher in Rente gehen will? SPD und Union streiten nur vordergründig. In Wirklichkeit sind sie sich längst einig.
Die Rente mit 63 ist schädlich. Jetzt sollen wir auch noch dafür bezahlen. Geht es uns eigentlich zu gut?
Wer kleine Kinder hat, soll nur 32 Stunden arbeiten? Und den Verdienstausfall vom Staat ersetzt bekommen? Diese Idee ihrer neuen Familienministerin lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel ab.
Kaum im Amt, streitet die große Koalition schon über die Rentenreform. Der demographische Wandel wird dabei einfach ignoriert. Was die alten Meister der SPD in Person von Franz Müntefering wohl davon halten?
Die vom Wähler abgelöste Regierungskoalition war nicht untätig: Zum Jahreswechsel kommen wieder etliche Rechts- und Gesetzesänderungen auf die Bürger zu. Viel hat auch mit der Umstellung aufs „elektronische Regieren“ zu tun.
Die deutsche Politik hat vergessen, warum die Reformen der Regierung Schröder nötig waren. Nun droht die große Koalition das Erreichte wieder zu verspielen, schreiben die Ökonomen Lars Feld und Benjamin Weigert in einem Gastbeitrag für die F.A.Z.
Der alte und neue Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht im F.A.S.-Interview über gescheiterte Bündnisse, die Rentenpläne der Koalition und die Trauer über die FDP.