Solche Szenen gab es zuletzt im Ersten Weltkrieg
Aber bitte keine Alleingänge: Deutschland wird Schützenpanzer in die Ukraine liefern. Ob bald Kampfpanzer folgen könnten, diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen.
Aber bitte keine Alleingänge: Deutschland wird Schützenpanzer in die Ukraine liefern. Ob bald Kampfpanzer folgen könnten, diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen.
Wird demnächst die halbe Republik vorher eingeweiht sein, wenn die Sicherheitsbehörden einen Schlag gegen Möchtegernumstürzler führen? Die Talkshow „Anne Will“ fragte nach Konsequenzen aus der perfekt in Szene gesetzten Aktion gegen die „Reichsbürger“.
Bei Maybrit Illner erhielt der Philosoph Julian Nida-Rümelin den Zuschlag fürs Große und Ganze. An seinem Auftritt macht sich die Teilhabe-Psychologie der Talkshow fest.
Wie groß ist das Vertrauen der Bürger in die Regierung? Diese Frage diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen Vizekanzler Robert Habeck und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Ausgerechnet Letzterer lieferte Antworten.
WM gucken oder WM boykottieren? Nach 22 Jahren verabschiedet sich Frank Plasberg von „Hart aber fair“ mit einer Sendung, in der alle Gesprächsteilnehmer ein bisschen recht haben.
Soll, darf man noch Geschäfte machen mit den Chinesen? Bei Anne Will wurde über das Verhältnis zwischen Realpolitik und Idealismus diskutiert. Wobei es recht überraschungsfrei zuging.
Haben „die Ostdeutschen“ eine größere mentale Nähe zu Russland und bewerten deshalb den Ukrainekrieg anders? Bei „Hart aber fair“ brechen solche Vorurteile erfreulich schnell zusammen. Doch wichtige Fragen bleiben ungestellt.
Bei „Maischberger“ ist die Freude allgemein groß über das Machtwort des Kanzlers im Atomstreit. In der Talkshow will sich niemand damit aufhalten, dass der Rückgriff auf die Richtlinienkompetenz ein Krisenzeichen ist.
Das Interview mit Greta Thunberg sorgte schon vor der Ausstrahlung für Wirbel. Da saß dann aber gar keine Atomkraftbefürworterin – sondern eine gelöste junge Frau, die darüber staunt, wie sie zur Ikone wurde.
Das wäre Sahra Wagenknecht nicht passiert: Bei „Maischberger“ hat Norbert Röttgens Widerpart, Amira Mohamed Ali von den Linken, die undankbare Rolle, nicht so recht zu wissen, wie ihr geschieht.
Die Bundesregierung kämpft mit der Dicken Bertha gegen die drohende Riesenrezession. Bei „Anne Will“ entsteht der Eindruck, dass das 200-Milliarden-Paket nur deshalb eine Chance hat, weil es fast zu spät kommt.
Bei Maybrit Illner soll die Frage beantwortet werden, ob Deutschland durch Krieg und Krise überfordert ist. Wie es um Deutschland steht, wird nicht ganz klar, wohl aber, dass die Fragestellung das Format überfordert.
Zunächst geht es bei Frank Plasberg um die interessante Frage, welche Folgen die Mobilmachung in Russland hat. Dann sinkt das Niveau – und der Moderator exponiert sich mit Suggestivfragen.
Im Quartett redete man sich bei Anne Will ausnahmsweise nicht in Rage. Dabei ging es um die Frage: Müssen Leute, denen es gut geht, selbst zusehen, wie sie mit der Energiekrise fertig werden?
Putin ist nicht irrational: Bei „Maybrit Illner“ machte die SPD keine gute Figur, auch wenn Lars Klingbeil sich in der Kunst des hochtrabenden Drumherumredens bewährte.
In der Talkshow von Sandra Maischberger erweckt Alice Weidel den Eindruck, sie müsse nur warten, bis im Ukrainekrieg die Stunde ihrer Partei komme. Ihre Wortwahl zeigt, wie der neue Nationalismus denkt.
Bei „Hart, aber fair“ mokierte man sich am Abend der Beisetzung von Königin Elisabeth II. über die Absurdität der Monarchie. Beim neuen König Charles III. wollte ein Gast gar „toxische Elemente“ erkannt haben.
Des Kanzlers treuer Talkshow-Ritter Michael Müller steht auf verlorenem Posten: Bei Anne Will versucht er zu begründen, warum Deutschland keine Kampfpanzer an die Ukraine liefern darf.
Die Energiepreise steigen immer weiter, und außer dem russischen Präsidenten Wladimir Putin will es keiner gewesen sein. Man könnte nun nach Lösungen suchen – aber das passt leider nicht ins Konzept von „Hart aber fair“.
Schlechte Scherze und hektische Fragen: In ihrer Sendung zur Energiekrise lässt Maybrit Illner ausgerechnet die einzige echte Expertin nicht ausreden. Die missglückte Sendung mit Jens Spahn und Hubertus Heil erlebt zum Schluss den passenden Höhepunkt.
Bei Maybrit Illner stellt sich Bundeskanzler Olaf Scholz den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Doch Ukrainekrieg, Klimawandel, steigende Energiekosten und Absturzangst sind zu viel für eine einzige Sendung.
Die 7-Tage-Inzidenz steigt, und auch auf den Intensivstationen liegen wieder mehr Corona-Kranke: Eine Diskussion über den Herbst unter pandemischen Vorzeichen.
Werden wir an der Katastrophe knapp vorbeischrammen oder mitten in sie hineinsteuern? Nach Ausrufung des Gas-Alarms flossen bei Maybrit Illner Fakten und Befürchtungen zusammen.
Der ukrainische Außenminister lobt bei „Anne Will“ den deutschen Kanzler, wenigstens ein bisschen. Für dessen Parteifreund Michael Müller könnte es sich lohnen, auch einmal nach Kiew zu fahren.
In Marco Buschmanns Rhetorik der höheren Warte gibt es keine Probleme, weder beim Tankrabatt noch bei den Corona-Maßnahmen. Der Bundesjustizminister hat bei „Maischberger“ alles im Griff – auch die Moderatorin.
Schauen russische Diplomaten deutsche Talkshows, um Putin über die Lage an der hiesigen Meinungsfront zu unterrichten? Wenn ja, dürften ihnen die Zweifel an unserem Durchhaltevermögen, die bei „Maybrit Illner“ laut wurden, gefallen haben.
Im Dauerpower-Talk diskutiert Sandra Maischberger mit ihren Gästen über die Ukraine-Politik der Bundesregierung, den Tankrabatt und die Ausbreitung der Affenpocken.
Börsenexpertin Anja Kohl fährt die sozialpolitischen Krallen aus. Bei Frank Plasberg erteilt sie Lektionen zu Preissteigerungen, mit denen anwesende Abgeordnete eigentlich etwas anfangen könnten. Wenn sie sich nicht an überholte Konzepte klammerten.
Bei Maybrit Illner stehen die Waffenlieferungen nicht zur Disposition. Sogar Gregor Gysi ist dafür, solange sie nicht aus Deutschland kommen. Auch bei den anderen Themen herrscht traute Einigkeit.
Hat Putin am Siegesfeiertag eine Botschaft gesendet – und wenn ja welche? Bei Frank Plasberg wird über die Frage diskutiert, ob Russlands Niederlage möglich ist. Und ob Putin dann Atomraketen schickt.
In seiner Ansprache zum 8. Mai erinnert Bundeskanzler Olaf Scholz an die „zentrale Lehre“ des „nie wieder“. Bei Anne Will scheitert man nun an der Frage, was es dafür zu tun gilt.
Bei Maybrit Illner ist man sich weitgehend einig, dass Frieden aktuell mit Waffen geschaffen werden muss. Der Offene-Brief-Unterzeichner Ranga Yogeshwar stört die Einigkeit ein bisschen, aber sehr friedlich.
Wie sehr ist Russlands Gesellschaft für Putins Krieg in Haftung zu nehmen? Die Frage nach der Kollektivschuld kann Frank Plasbergs Runde eher nicht beantworten. Ergiebiger ist der Blick auf die Haltung in Deutschland. Ein WDR-Urgestein leistet Abbitte.
Die Frage der Waffenlieferungen entzweit die Deutschen, doch bei Anne Will wird die Frage, wohin unsere Ukraine-Politik führt, ignoriert.
Bei Maybrit Illner ging es kaum noch um Krieg und Frieden, sondern um die Trägheit des Kanzlers und ein paar wichtige Vokabeln: zum Beispiel „Verhandlungstisch“ und „ertüchtigen“.
In seiner Talkshow möchte Frank Plasberg wissen, ob Deutschland der Ukraine schwere Waffen liefern soll. Doch statt ins Detail zu gehen und analytische Feinarbeit zu leisten, verfängt sich die Runde im Wiederholungszwang eingespielter Positionen.