Der „Artikelfron“ entkommen
Erst als Autor für den Rundfunk fand Jean Améry zu seiner literarischen Stimme. Aber konfliktfrei verlief auch diese Arbeit nicht.
Erst als Autor für den Rundfunk fand Jean Améry zu seiner literarischen Stimme. Aber konfliktfrei verlief auch diese Arbeit nicht.
Vor den französischen Parlamentswahlen herrschte Heulen und Zähneklappern in Deutschland. Und seitdem? Warum die Republik unverwüstlich ist.
Andrew O’Hagan hat gerade seinen großen London-Roman „Caledonian Road“ auf Deutsch veröffentlicht: Ein Gespräch über Charles Dickens, Cancel Culture, Messergewalt und Teetassen.
Nicht die geringste geistige Verbindung? Kafkas Beziehung zu München war schwierig. Dabei fand hier eine von zwei seiner öffentlichen Lesungen statt.
Als Thomas Manns Bildungsroman vor hundert Jahren erschien, waren die Menschen am Schauplatz Davos empört. Heute machen sie ein Geschäft daraus.
An der ukrainischen 3. Sturmbrigade scheiden sich wegen der Tradition der rechtsextremen „Asow“-Bewegung die Geister. Besuch einer Veranstaltung in Prag.
Schmähgedichte und Liebesschwüre: Als Thomas Mann 1949 zum ersten Mal nach 16 Jahren wieder deutschen Boden betritt, reist der Schriftsteller nach West und Ost. Er wird gefeiert wie ein Popstar – und ebenso intensiv gehasst.
Die Einheit von Sprache und Musik: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ schließt sich unter der Regie von Brigitte Fassbaender in Erl. Und Vincent Wolfsteiner ist ein stimmgewaltiger Siegfried.
Rettungsaktion für einen Weggetretenen: Wolfgang Matz interpretiert Rudolf Borchardt vor der Folie der französischen Literatur.
Zwei amerikanische Träumer: Warum stimmte Thomas Mann in der Präsidentschaftswahl 1948 für Henry Wallace, den Franklin Roosevelt vier Jahre zuvor als Vizepräsidenten durch Harry Truman ersetzt hatte?
Ist nicht auch Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ einer „Massenvergewaltigung“ durch Interpretation ausgesetzt? Bei den Tiroler Festspielen in Erl setzt die Regisseurin Brigitte Fassbaender diesem Missbrauch ihr geballtes Theaterwissen entgegen.
Der Ort, an den ich in meinen Büchern immer wieder zurückkehre, ist nicht spektakulär aber der mir liebste: ein Streifen am Meer im Südosten von Irland.
„Röhm-Putsch“ vor neunzig Jahren: Eine Broschüre des ersten Hitler-Biographen Konrad Heiden in einer neuen kommentierten Ausgabe.
Die Polarisierung hat das Vertrauen in die Institutionen so radikal untergraben, dass viele Amerikaner ihrer Demontage nur noch gleichgültig beiwohnen. Aber gilt die Polarisierungs-These überhaupt noch? Ein Gastbeitrag.
Immer weniger Menschen lernen Fremdsprachen, das zeigt sich nicht nur in Großbritannien. Ein Gastbeitrag über eine Entwicklung mit dramatischen Folgen.
Achtsamkeitsabsolutismus: Timon Karl Kaleyta schickt in „Heilung“ einen modern entkräfteten Helden ins Bergsanatorium.
Im nächsten Jahr steht der 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes an. Jetzt gibt das Deutsche Literaturarchiv in Marbach einen ersten Einblick in die neu erschlossenen Bestände zu Leben und Werk.
Die Hamas hat mit ihrem Terror nicht nur Israel in einen Krieg gezwungen, in dem es schuldig wird. Sie orchestriert auch mit Erfolg unsere Gefühle. Die Nobelpreisträgerin zum 7. Oktober und seinen Folgen.
Bücher erzählen davon, aber auch das eigene Leben: Was die Erinnerung an Spinoza bewirken kann.
In „Brooklyn“ war sie nach New York aufgebrochen, in „Long Island“ kehrt sie jetzt nach Irland zurück: Colm Tóibín erzählt das Drama der unbeirrbaren Eilis weiter. Traurigeres wird man kaum lesen in dieser Saison.
Nach dreißig Jahren erscheint Zeruya Shalevs Debütroman „Nicht ich“ endlich auf Deutsch. Es ist ihr wichtigstes Buch. Als es erschien, wurde es wegen vermeintlich aggressiver Sex-Darstellung gescholten. Was für ein Irrtum.
Einst hatte die legendäre Kunsthändlerin Galka Scheyer abstrakte deutsche Kunst nach Südkalifornien verkauft. Ihr Wohnhaus wurde 1934 von Richard Neutra entworfen. Jetzt steht es zum Verkauf. Ein Gastbeitrag.
Vor zweihundert Jahren wurde Beethovens 9. Symphonie uraufgeführt. Gleich zwei Romane der Weltliteratur erläuterten nach 1945 die Prinzipien des Faschismus an dieser Komposition.
Chronik eines Versagens: Eine Anfrage zu einer Erzählung von Thomas Mann bei der Künstlichen Intelligenz.
Am Freitag eröffnet in Venedig die 60. internationale Kunstbiennale, aber der israelische Pavillon bleibt geschlossen. Auch andere Pavillons werden zum Schauplatz politischer Kämpfe.
Sein Leben liest sich selbst wie ein Roman: Mit „Es muß nicht immer Kaviar sein“ publizierte Johannes Mario Simmel das bis heute erfolgreichste deutschsprachige Buch der Nachkriegsgeschichte.
Von John Dos Passos hieß es lange, er habe mit seiner Hinwendung zum politischen Rechtsaußen sein Talent und seine Bedeutung verloren. Jetzt gerät sein umfangreiches Spätwerk wieder in den Blick.
Vor zwei Wochen publizierte „Bilder und Zeiten“ einen Essay des Chemnitzer Latinisten Burkhard Müller zum ersten Gebot. Darauf antworten hier zwei Experten für jüdische Bibelauslegung.
Die Leipziger Buchmesse eröffnet mit Olaf Scholz – und lautstarken Zwischenrufen von Palästinenser-Propagandisten. Der Kanzler weicht vom Skript ab: „Wir feiern hier die Macht des Wortes, nicht die Macht des Geschreis.“
Es ist die Erfindung eines Buchdruckers, und in mehr als fünfhundert Jahren haben die Autoren noch nicht ihren Frieden damit gemacht: Warum der Gebrauch des Semikolons so umstritten ist.
Über den Wiederaufbau des Frankfurter Schauspielhauses von 1902 wird es keinen Bürgerentscheid geben. Eine Klage hatte vor dem Verwaltungsgericht keinen Erfolg. Der Streit geht wohl in die nächste Instanz.
Das Bürgerbegehren zum Wiederaufbau des Frankfurter Schauspielhaues von 1902 ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichts unzulässig. Jetzt geht der Streit in die nächste Instanz.
Es kenne Thomas Mann die Welt, auf dass sie ihn verstehe: Der Germanist Hermann Kurzke ist gestorben.
Gert Westphal liest Thomas Manns kleinen Zauberberg „Tristan“ mit trefflicher Ironie
Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger oder Gabriele Wohmann waren nicht die einzigen Autorinnen in der Gruppe 47. Nicole Seifert erläutert im Interview, warum die übrigen Frauen der Gruppe so unbekannt sind.
Unglaublich, aber wahr: Erst jetzt zum 150. Geburtstag von Hugo von Hofmannsthal erscheint die erste Biographie. Sie legt Zeugnis ab von einem Leben voller Unruhe und Sehnsucht – und beweist in seinem Werk eine bezwingende Modernität.