Duell der schwarzen Sheriffs
Die CSU will ihrer großen Schwester das Innenministerium abnehmen. Doch Thomas de Maizière will sich gegen Joachim Herrmann wehren. Ausgang offen.
Die CSU will ihrer großen Schwester das Innenministerium abnehmen. Doch Thomas de Maizière will sich gegen Joachim Herrmann wehren. Ausgang offen.
Berlin ist empört über die „präzedenzlose“ Entführung eines vietnamesischen Asylbewerbers durch Hanoi. Dabei hat die gewaltsame Rückführung abtrünniger Landsleute in die Heimat längst Tradition. Sogar unter Freunden.
Alexander Koppe kocht im tiefsten Osten Berlins. Auf den Teller kommt aber keine Currywurst. Sein Restaurant „Skykitchen“ ist ein Leuchtturm der Feinschmeckerei.
Erich Honecker und Jassir Arafat schien eine feste Männerfreundschaft zu verbinden. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird die These vertreten, dass die DDR, entgegen ihren öffentlichen Bekundungen, den palästinensischen Terrorismus unterstützt habe.
Oliver Bange gelingt der Nachweis, dass die im Zuge des Nato-Doppelbeschlusses dislozierten amerikanischen Pershing II und Cruise Missiles von den Strategen des östlichen Militärbündnisses als „Teilaspekt eines umfassenden Innovationsschubes“ auf Seiten der Nato wahrgenommen wurden.
Nach 1990 setzte sich der F.A.Z.-Korrespondent Peter Jochen Winters aus seiner Erfahrung in Ost-Berlin heraus versöhnlich mit der DDR-Vergangenheit auseinander. So trat er für Manfred Stolpe ein, über den er bei früheren Treffen einen positiven Eindruck gewonnen hatte.
Er hatte an den großen Häusern Ost-Berlins gespielt. Im Westen stand er für Zadek und Tabori auf der Bühne – und für Fassbinder, Schlöndorff und Wedel vor der Kamera. Im Alter von 85 Jahren ist Hilmar Thate gestorben.
„In Rillen gepresstes Gefühlskino“: Udo Lindenberg hat einigen F.A.Z.-Redakteuren große musikalische Erlebnisse beschert. Ein Dankeschön, passend zu seinem 70. Geburtstag.
Soll Ernst Thälmann seine Straße behalten oder an einen Apfelwickler übergeben? Heute baut man im Osten Berlins lieber gleich streitneutrale Tulpenwege.
Die deutsch-deutschen Verhandlungen über kulturelle Zusammenarbeit, im November 1973 aufgenommen, waren von Anfang an schwierig und gerieten - ohne bis dahin wirklich substantiell zu werden - sehr bald in eine Sackgasse.
Gerhard Wettig widmet sich der historiographischen Kontroverse um die Stalin-Note vom März 1952. Für ihn war die Stalin-Note nur eine Drohung an die Adresse Ost-Berlins, dass sich Moskau jederzeit mit den Westmächten auf ein Ende der deutschen Teilung verständigen und dabei die DDR opfern könnte.
Die frühere Regierungsdirektorin Gabriele Gast übermittelte unter dem Decknamen „Gisela“ 17 Jahre lang Informationen aus der Zentrale des BND in Pullach in die Zentrale des MfS in Ost-Berlin.
Warum die DDR 1985/86 einen Asylantenstrom in die Bundesrepublik organisierte und wie die SPD darauf einging.
Als Willy und Willi sich trafen und andere Geschichten: Die Beziehungen zwischen West und Ost manifestierten sich an vielen Orten. Sechs deutsch-deutsche Orte und was aus ihnen wurde.
1990 war ein seltsames Jahr: Die Mauer war gefallen, aber den Staat, der sich dahinter verschanzt hatte, gab es noch. Und es gab Revolutionäre. Einer von ihnen kam aus Westdeutschland. Aus seiner Revolution wurde aber nichts. Die machte er woanders.
24 Jahre lang wuchs Gras über das Lenin-Denkmal aus rotem Granit. Jetzt ist der vergrabene Kopf der Statue in einem Waldgebiet im Süden Berlins freigelegt worden. Ein Reptil hätte die Bergung beinahe verhindert.
Die Helden des großen amerikanischen Erzählers Jonathan Franzen hatten bisher alle ein Dach über dem Kopf. Jetzt zappeln sie im Netz der Manipulation. Franzens neuer Roman, „Unschuld“, sucht die Reinheit.
Im Mai 1985 glänzte Richard von Weizsäcker mit einer großen Rede aus Anlass des Kriegsendes. Durch die damals als sensationell empfundene gesamtdeutsche Konsensformel „Tag der Befreiung“ gerieten Ansprachen anderer Politiker wie Theodor Heuss, Willy Brandt, Walter Scheel und Helmut Kohl in Vergessenheit. Eine Spurensuche.
Der Liedermacher Wolf Biermann legt noch einmal nach: In einem fulminanten Brief wendet er sich vehement gegen die Wahl von Bodo Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei. Auch SPD und Grüne bekommen ihr Fett weg.
Für das Überwachungssystem in der DDR unterhielt das Ministerium für Staatssicherheit eine eigene Abteilung, die 1989 gleichzeitig 4000 Telefonanschlüsse abhören konnte, allein in Ost-Berlin 1400; in der Bundesrepublik waren 100 000 Fernmeldeanschlüsse unter der Zielkontrolle des MfS.
Strenggenommen entstand in der DDR nur ein einziges Werk der Weltliteratur. War alles andere nur von innerdeutschem Interesse? Wie bedeutend sind Christa Wolf und Wolf Biermann? Eine Bestandsaufnahme.
Nach der Wende gingen die Berliner mit Spitzhacken auf die Mauer los. Viele Jahre später versuchen sie die Überreste des Unrechtsstaats sorgfältig zu erhalten.
1952 wird die Grenze der DDR zur Bundesrepublik geschlossen, um Flüchtlingen den Weg zu versperren. Die Berliner Sektorengrenzen bleiben offen. Ulbricht will auch diese schließen, er will die Mauer. Moskau weigert sich - 1952.
Zu den Feiern zum 40. Jahrestag der DDR kommt der sowjetische Präsident Gorbatschow nach Ost-Berlin. Von Honecker wird er mit einem Bruderkuss empfangen, ein „Bad in der Menge“ sieht das DDR-Protokoll nicht vor.
Heute vor 25 Jahren trat Außenminister Genscher auf den Balkon der deutschen Botschaft in Prag, um den DDR-Flüchtlingen mitzuteilen, dass ihre Ausreise möglich ist. Christian Bürger war „Lagerleiter“ der ostdeutschen Flüchtlinge. Als Genscher kam, stand er direkt hinter ihm.
Vor 50 Jahren fuhr Martin Luther King nach Ost-Berlin, um zu predigen. Die Grenzer waren von seiner Ankunft überrascht. So reiste er ein – mit der Kreditkarte als Ausweis.
Der Fotograf Boris Becker ist bekannt für seinen präzisen Blick auf Architektur und Landschaft. Die Kölner Galerie Heinz Holtmann zeigt jetzt sein bislang ungesehenes Frühwerk aus dem Berlin der achtziger Jahre.
Bis heute wird Bertolt Brecht von Kritikern als Staatsdichter der DDR hingestellt. Werner Hecht widerspricht und zeigt Brecht als Mann, der sich lieber nicht zwischen Ost und West entscheiden wollte.
Albrecht Müller erinnert an die Treibjagd auf den SPD-Chef in den sechziger und siebziger Jahren, Gertrud Lenz porträtiert eine Gefährtin der Exilzeit, Daniela Münkel schildert Stasi-Aktivitäten während der Kanzlerschaft von Willy Brandt.
Ein Forschungsprojekt bringt ans Licht, wie der ehemalige Gestapo-Beamte Willy Litzenber dank „Tüchtigkeit und Effizienz“ 1957 beim BND unterkam.
Einer bitteren Idylle darf das Wort „Liebe“ getrost fehlen. Sarah Kirschs Gedicht „Schwarze Bohnen“ provoziert Kritik und Emotionen - ein untrügliches Merkmal großer Lyrik.
Ob es etwas geändert hätte an der Qualität der zweiten Staffel von „Weissensee“, wenn sie nicht am heutigen Dienstag um Viertel nach acht im Ersten begonnen
Jörg Hartmann spielt den Unsympathen in der neuen Staffel von „Weissensee“. Die Rolle des perfiden Falk Kupfer war für ihn der Durchbruch. Auf einen Schlag wurde aus einem Theaterschauspieler, den keiner kannte, ein Fernsehgesicht der ersten Liga. Und wie ist er so privat?
Der 1995 verstorbene DDR-Spion Günter Guillaume wurde in Bonn und in Ost-Berlin weit überschätzt. Wie er trotz mancher Bedenken auf dem SPD-Ticket im Kanzleramt Karriere machte, rekonstruiert Eckard Michels.
Eine neue Biographie über den DDR-Schriftsteller übernimmt kritiklos das Eigenbild des früheren Chefs des DDR-Schriftstellerverbands. Weder hinterfragt Linde Salber Kants Nähe zur SED noch sein Befürworten staatlicher Sanktionen gegen Kollegen.
Als Vehikel der Herrschaftsstabilisierung nutzte die SED in den Grenzen ihrer Möglichkeiten die Sozialpolitik.