Mitgeweint
Die Kinos sind leer. Das liege nur an den Corona-Abstandsregelungen, klagen sie. Doch das stimmt nicht.
Die Kinos sind leer. Das liege nur an den Corona-Abstandsregelungen, klagen sie. Doch das stimmt nicht.
Marcel Reich-Ranicki war ein zivilisatorischer Faktor – in der Literatur und mehr noch in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Ein Gastbeitrag.
Gewinnen lässt unser Autor seinen elf Jahre alten Sohn längst nicht mehr, der Filius schlägt ihn nämlich aus eigener Kraft beim Tischtennis. Über eine väterliche Niederlage.
Warten auf den großen Online-Wurf: Die Theater des Landes überbieten sich gerade in der Ankündigung neuer digitaler Strategien. Was ist aber wirklich sinnvoll?
In seiner Inszenierung macht Viktor Bodo „Das Schloss“ zu einer breitwandigen Studie über das Tollhaus einer Zivilisation, die vergessen hat, wozu sie da ist. Er bringt Franz Kafkas Werk näher, als es uns lieb sein kann.
Die alte Sehnsucht nach dem Volksschauspieler: Warum Ben Becker von seinen Fans so sehr geliebt wird, zeigt sein Soloabend „Affe“ in Berlins Admiralspalast.
Über die Festtage fahren fast alle heim. Dort wird ordentlich aufgetischt: Gänsekeule, alte Rollen, seltsame Traditionen. Ist das nur anstrengend? Und wenn ja: warum tun wir uns das an? Ein Reisebericht.
Gerade über Film scheint jeder alles zu wissen. Was bleibt für die Kritik zu tun? Ein besonders kluges Urteil zu fällen? Nein. Statt zu urteilen, sollte sie schützen.
Im böhmischen Dorf Zürau verbrachte Franz Kafka von 1917 auf 1918 acht Monate der Rekonvaleszenz. Während seine Schwester Ottla in der Landwirtschaft arbeitete, ersann Kafka seine Aphorismen. Eine Ortsbegehung.
Im Rausch kommt die Schauspielerin und Dichtermuse Emmy Ball-Hennings der Antwort auf die Frage nach der eigenen Existenz am nächsten. Ihre Verse passen dazu.
Franz Kafka und Georg Trakl sind sich nie begegnet. Doch gibt es Parallelen zwischen den beiden melancholischen Schriftstellern. Was Kafka an Trakl interessierte.
In Israel ist Max Brod heute viel populärer als dessen Freund Franz Kafka. Über Brods Nachlass ist lange gestritten worden. Jetzt ist klar: Er gehört nach Jerusalem.
Die Nationalbibliothek Israels hat zusätzliche Teile aus dem Nachlass des jüdischen Autors erhalten, sie sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
An diesem Mittwoch wird die Leipziger Buchmesse eröffnet. Tschechien ist Gastland und bringt mehr als sechzig Autoren mit. Es sind Grenzgänger zwischen Geschichte und Gegenwart, Wirklichkeit und Phantasie.
Die Bad Hersfelder Festspiele wollen dieses Jahr mit bekannten Akteuren aus Film, Fernsehen und Theater trumpfen. Zum Auftakt gibt es einen Klassiker von Kafka.
Panikattacken, Ängste und Depressionen nehmen zu. Dabei geht es den Menschen wirtschaftlich so gut wie nie zuvor. Kann es sein, dass wir verlernt haben, unsere eigene Machtlosigkeit zu ertragen?
Wer dieses Jahr „Shakespeare in Love“ in Bad Hersfeld verpasst hat, kann 2019 einen neuen Anlauf nehmen. Außer dieser Wiederaufnahme bieten die Festspiele etwa „Funy Girl“ und ein Konzert.
Der Frankfurter Stroemfeld-Verlag, der mit seinen Werkausgaben Maßstäbe setzte, hat Insolvenz angemeldet. Den langen Kampf mit schwindenden Käuferzahlen konnte er nicht mehr gewinnen. Über das Ende eines Geschäftsmodells.
Er wusste, dass die Welt nie ist, was sie scheint, und dass man als Dichter eingeladen ist, sie zu verwandeln, mit ihr zu spielen. Am 5. August 2018 ist der irische Weltdichter Matthew Sweeney gestorben. Ein Nachruf.
Dass nach einer Versteigerung alle glücklich sind, erlebt man selten: Wie das Literaturarchiv Marbach trotz Kassenflaute und verlorener Auktion an einen echten Kafka gelangte.
Schriftsteller halten das Büro für einen grausamen Ort: Im Roman ist entweder die Arbeit dröge, oder die Kollegen sind böse. So macht Literatur Spaß.
Dieser Gesetzentwurf ist kafkaesk: Bayern will psychisch Kranke stärker maßregeln und ihre Daten speichern. Die Fachwelt ist entsetzt.
Der Verschollene kehrt zurück und wird zum Kinderfreund: In ihrem Roman „Waldes Dunkel“ schickt Nicole Krauss zwei Sinnsucher von New York nach Israel und lässt sie dort Kafkas Spuren folgen.
Literatur für Männerbünde, für Geheimgesellschaften – mit überraschender Nähe zu Tolkiens „Hobbit“: Eindrücke eines Dichters bei der ersten Lektüre von Ernst Jüngers „Auf den Marmorklippen“.
Die Ausstellung „Franz Kafka. Der ganze Prozess“ im Berliner Gropius-Bau widmet sich dem Manuskript des Romans. Und zeigt Fotos aus dem Leben des Autors, die den Atem stocken lassen.
Ladenhüter im Sommerloch? Die „Welt“ hält Kafka für sexuell gestört, sollte sich aber eingestehen, dass dies nur ein Ausdruck der eigenen Verzweiflung – oder gar ein Selbstbild ist. Eine Replik.
Auf der Spur einer literarischen Reliquie: Der Berliner Gropius-Bau zeigt Franz Kafkas Manuskript zu „Der Prozess“. Die Seiten umgibt eine besondere Aura.
Absurd, paradox, exakt: „Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu“ wird im Frankfurter Museum Angewandte Kunst gezeigt.
Dies ist die literarische Entdeckung des Jahres: „Die Vegetarierin“ heißt der Roman der aus Südkorea stammenden Schriftstellerin Han Kang. Er lässt den Leser völlig aufgewühlt und zugleich tief beeindruckt zurück.
Wer verdient den Hut, wer das Florett? Franz Kafka hat schon zwei kluge Sätze vor 96 Jahren gesagt. Gar nicht so klug ist, was manche Sportler heutzutage machen, um besser als andere zu sein.
Müssen wir für eine akzeptable Rente bis 80 arbeiten? Die Diskussion bei Maybrit Illner drehte sich um Altersarmut und die fixe Idee des Eckrentners. Nur der Versicherungsbeamte Franz Kafka fehlte in der Runde.
Der Buchmarkt ist ein Dschungel. Und große Literatur so drückend kompliziert. Im Bewertungsportal von Amazon urteilen die Leute zurück. Was das über die Weltliteratur aussagt.
Am Grab von Franz Kafka, dem Jahrhundertschriftsteller, hinterlassen Bewunderer immer noch Nachrichten an ihn. Und selbst das Hochhaus gegenüber sendet versteckte Botschaften.
Die deutsche Flüchtlingspolitik ist voller Widersprüche. Doch bei Hans-Ulrich Jörges trifft die Bundesregierung noch auf Verständnis. Der Journalist verkaufte gestern bei Anne Will die Orientierungslosigkeit des Kabinetts als ausgetüftelten Plan.
Wir sind allein: Als Reise in das Innere des Josef K. zeigt Jakop Ahlbom am Mainzer Staatstheater „Der Prozess“ nach Franz Kafka.
Dieses ist der dritte Streich: Reiner Stach schließt nach achtzehnjähriger Arbeit seine große Kafka-Biographie ab. Entstanden ist ein Werk, das auf ein seltenes Prinzip setzt: die zärtliche Langsamkeit.