Plakate, die große Augen machen
Beim Gedenkzug für die Ermordeten von Paris waren Transparente mit dem Antlitz des getöteten „Charlie Hebdo“-Chefredakteurs Charb zu sehen. Wer steckt dahinter?
Beim Gedenkzug für die Ermordeten von Paris waren Transparente mit dem Antlitz des getöteten „Charlie Hebdo“-Chefredakteurs Charb zu sehen. Wer steckt dahinter?
Auf dem Weg nach Manila mahnt Papst Franziskus, jede Religion habe eine „Würde, über die man sich nicht lustig machen kann“. In der philippinischen Hauptstadt wurde das Kirchenoberhaupt von zehntausenden Gläubigen enthusiastisch empfangen.
Um für die „Freiheiten und Werte unserer Gesellschaft einzutreten“, will die Türkisch-Islamische Union an diesem Freitag bundesweit Dutzende Mahnwachen vor Medienhäusern abhalten.
Das Frankfurter Caricatura-Museum, das alle Ausgaben des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ besitzt, zieht ein „stilles Gedenken“ an die Pariser Opfer vor. Der Stifter der Hefte bemängelt die Zurückhaltung des Hauses. Das wehrt sich.
Als „schwere Provokation“ bezeichnet der türkische Ministerpräsident die Mohammed-Karikatur auf der Titelseite der „Charlie Hebdo“. Zugleich wirft Davutoglu dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu vor, ebenso wie die Attentäter von Paris für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich zu sein.
Auch nach dem Pariser Attentat geht der Terror weiter. Die afghanischen Taliban begrüßen den Mord an den Redakteuren von „Charlie Hebdo“. Den Redakteuren der Satirezeitschrift „Le Canard enchaîné“ kündigen anonyme Drohschreiben an, man werde ihnen die Beine zerstückeln.
Das Heft von „Charlie Hebdo“, das nach dem Massaker an der Redaktion erscheint, gibt ein Rätsel auf. Und provoziert noch in der Trauer. Eine Botschaft ist klar: Satire überlebt.
Immer mehr Spuren deuten darauf hin, dass der jemenitische Ableger von Al Qaida tatsächlich hinter dem Angriff auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ steckt. Französische Ermittler setzen weitere Puzzleteile zusammen.
„Charlie“ stellt eine Bilanz für die Tage nach dem Attentat auf und unterteilt die Ereignisse in Pro und Contra. Die Zeichner freuen sich, dass Madonna ihnen aus Solidarität ihr Höschen zuwirft – dass Merkel ebenfalls keins trägt, gefällt ihnen weniger. Erfreulich weiterhin, dass die französische Regierung nun eine Million Euro für „Charlie“ „locker macht“. Doch die Ermordeten bringt dies nicht ins Leben zurück. Sonntags, wenn die ganze Welt für „Charlie“ auf die Straße geht und nicht in die Kirche, marschieren auch Marine Le Pen und ihr Vater mit, die die typischen Schilder hochhalten, auf denen jedoch „Ich bin beglückt“ („Je suis ravie“) und „Ich bin Karl Martell“ („Je suis Charlie Martel“) steht – Karl Martell wehrte 732 die einfallenden Araber in der Schlacht von Tours ab. Der Ewigen Flamme unter dem Triumphbogen ist’s egal: Sie bekommt von der allgemein vorgetragenen nationalen Einheit „eine Erektion“.
Internetseiten, die das Titelbild der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe mit einem weinenden Mohammed zeigen, sollen in der Türkei gesperrt werden. Das ordnete ein Gericht an. Im Land druckte nur die „Cumhuriyet“ die Karikatur nach.
Der Pyrenäen-Kleinstaat Andorra bringt eigene Euro-Münzen in den Umlauf, vom Europäischen Gerichtshof wird ein Urteil über Preisangaben bei der Online-Flugbuchung erwartet und die Bank of America legt Zahlen zum vierten Quartal vor.
Am Tag des Massakers in Paris liefen die französischen Medien auf Hochtouren. Dabei kam es zu erstaunlichen Fehlleistungen. Über diese wird jetzt in Frankreich diskutiert.
Alle sind Charlie – und jeder will das neue Heft. Fast eine Million wurde gedruckt: ausverkauft. Jetzt werden zwei Millionen Exemplare nachgedruckt. Die überlebenden Zeichner sind in Hochform.
Unter dem Eindruck des Attentats auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ beginnt in Deutschland eine Debatte über den Blasphemie-Paragrafen. ZdK-Präsident Alois Glück warnt davor, „die Ereignisse in Paris zu instrumentalisieren“.
Zwar hatten die „Charlie Hebdo“-Attentäter laut Zeugenaussagen behauptet, sie handelten im Namen von Al Qaida im Jemen, doch fehlte bisher dafür ein Nachweis. Nun ist ein Video aufgetaucht, das die Behauptung zu bestätigen scheint.
Wegen antisemitischer Hetze in einem Facebookeintrag wurde am Morgen der Komiker Dieudonné in Polizeigewahrsam genommen. Mindestens 50 Verfahren wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ wurden eingeleitet.
Die neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“ bezeichnet er als „Provokation religiöser Gefühle“, die angeblich wachsende Zahl von Atheisten sieht er als Bedrohung: Ägyptens Großmufti steht fest auf Seiten des autoritären Regimes.
An den Verkaufsstellen des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ war das Heft binnen Minuten vergriffen. Jetzt wird nachgedruckt, die Auflage steigt damit auf 5 Millionen.
Da lachen Klerikale und Kerkermeister: Es ist noch gar nicht so lang her, dass man im christlichen Abendland als Dichter seine Existenz aufs Spiel setzte, wenn man sich den Himmel mit Spötteleien ausmalte.
Die Morde von Paris schüren nicht nur Hass und Rassismus, sie bereiten auch den Weg für Freiheitseinschränkungen. Zensur und Überwachung nehmen zu.
Karikaturist Luz hat das aktuelle „Charlie Hebdo“-Titelbild gezeichnet. In Paris erzählt er über seine Tränen und die Entstehung der neuen Mohammed-Karikatur. Sorgen mache er sich nicht, „denn ich glaube, dass die Menschen intelligent sind“.
Eine der höchsten religiösen Institutionen in Kairo geht hart ins Gericht mit der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Charlie Hebdo“: Die Veröffentlichung weiterer Karikaturen des Propheten Mohammeds sei eine „ungerechtfertigte Provokation“.
Das Bekenntnis „Ich bin Charlie“ beschwört die Pressefreiheit. Es lässt jedoch vergessen, dass der islamistische Terror immer auch die Glaubensfreiheit bedroht. Der Antisemitismus trat in Paris offen zutage.
Pegida demonstrierte in Dresden zum zwölften Mal, es kamen mehr Menschen als je zuvor. Die Belehrungen nach dem Terroranschlag gegen „Charlie Hebdo“ waren offenbar wieder einmal Wasser auf ihre Mühlen.
Die Terroristen von Paris hatten mehrere Idole – dazu gehören Al-Qaida-Führer ebenso wie der Kalif des IS. Sie sind Teil einer neuen Generation von Dschihadisten.
Mit einem weinenden Mohammed auf dem Titel wird die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ am Mittwoch erscheinen. Die Auflage des Heftes könnte bis zu drei Millionen erreichen.
Die Welt übt Solidarität mit Frankreich, doch der amerikanische Präsident fehlt beim Pariser Gedenkmarsch nach den Anschlägen. Das Weiße Haus hat jetzt Fehler eingestanden.
Michel Houellebecq schüre mit seinem neuen Roman die Ängste vor dem Islam, heißt es. Ist das aber wahr? In der nächsten Woche kommt der Autor nach Deutschland.
München, Hannover, Leipzig, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Saarbrücken, Schwerin - insgesamt rund 100.000 Menschen sind in deutschen Städten auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Pegida zu setzen. Mancherorts wird der Marsch der Islamfeinde ausgebremst.
Das Magazin „Inspire“ zeigt angehenden Mördern, wie sie den größtmöglichen Terror verbreiten können. Al Qaida verbreitet das Blatt im Internet. Vielleicht haben es auch die Attentäter von Paris gelesen.
Die französische Regierung hat zu einer Bildungsoffensive aufgerufen, um Schüler über die Terroranschläge aufzuklären. Anlass der Initiative sind antisemitische und terrorismusverherrlichende Vorfälle an Schulen.
Die Anhänger der Pegida-Bewegung wollen bei einem Trauermarsch der Opfer des „Charlie Hebdo“-Attentats gedenken. Französische Karikaturisten lehnen diese Instrumentalisierung ab und wehren sich.
Die Welt ist erschüttert über den Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Warum es höchste Zeit ist, dass die gesellschaftliche Mitte dem Fanatismus entschlossen Paroli bietet. Ein Gespräch mit dem Kabarettisten Dieter Nuhr.
Das Leipziger Ordnungsamt hat ein Verbot islamkritischer Karikaturen für eine Demonstration an diesem Montagabend aufgehoben. Zunächst hatte das Amt den „Legida“-Organisatoren eine entsprechende Auflage gemacht.
Fünf Tage, die Frankreich verändern: Seit den Mordanschlägen der letzten Woche liegt über dem Land eine Schockstarre. Mit den Franzosen demonstriert in Paris die Welt für die Ideale der Aufklärung.
Der Hintergrund des Brandanschlags auf die Hamburger Boulevardzeitung ist weiter unklar. Der Tatverdacht gegen zwei festgenommene Männer konnte nicht erhärtet werden.